Aktualisiert: 2026-07-20
Am Gipfel des Brocken wurde das allzeit höchste Böen-Ereignis am 24. November 1984 gemessen, als die Windgeschwindigkeit eine Spitzenböe von 73,0 m/s erreichte.
Stärkste dokumentierte Windböe
Die Messstation Brocken, eine der ältesten offiziellen Wetterstationen Deutschlands mit Daten seit dem 1. Januar 1896, weist in über 130 Jahren stark variierende Windspitzen auf. Eine exakte Erfassung maximaler Windböen ist hier aufgrund der exponierten Hochgebirgslage besonders relevant für Wetterbeobachtungen und Warnungen. Die größte je registrierte Böe am Brocken stammt aus dem Jahr 1984 und wurde seit diesem Datum nicht übertroffen – ein Indiz dafür, dass im langjährigen Vergleich die absoluten Spitzengeschwindigkeiten damals ihren Höhepunkt fanden.
Betrachtet man die jährlichen Höchstwerte der Windböen, so lassen sich deutliche Schwankungen erkennen. In den 1960er Jahren beispielsweise war 1967 mit einer maximalen Böe von 60,0 m/s das stärkste Jahr. Die 1970er Jahre brachten mit 68,0 m/s im Jahr 1972 eine neue hohe Spitzengeschwindigkeit – jedoch blieb auch dieser Wert noch unter dem Rekord von 1984, das mit 73,0 m/s den Höchststand markiert. Die 1980er Jahre zeichnen sich insgesamt durch besonders hohe Windspitzen aus, zum Beispiel 1981 mit 69,0 m/s, 1986 mit 62,0 m/s und 1984 selbst als Rekordjahr.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Maximale Böe (m/s) | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1967 | 60,0 | 13,3 |
| 1970 | 54,0 | 13,0 |
| 1971 | 51,0 | 12,6 |
| 1972 | 68,0 | 12,8 |
| 1974 | 58,0 | 13,2 |
| 1990 | 64,0 | 12,9 |
| 2026 | 37,9 | 9,4 |
Ein Blick auf die Jahrzehnte zeigt einen klaren Trend bei den extremen Windböen: Die höchste maximale Böe wurde in den 1980er Jahren mit 73,0 m/s dokumentiert. Danach ging die stärkste Böe pro Dekade zurück: Die 1990er erreichten noch 64,0 m/s, die 2000er 55,4 m/s, die 2010er 56,5 m/s und die aktuell laufenden 2020er Jahre kamen bislang nur auf maximal 47,8 m/s.
| Dekade | Maximale Böe (m/s) | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1960 | 60,0 | 12,6 |
| 1970 | 68,0 | 12,3 |
| 1980 | 73,0 | 11,2 |
| 1990 | 64,0 | 11,2 |
| 2000 | 55,4 | 10,8 |
| 2010 | 56,5 | 10,6 |
| 2020 | 47,8 | 10,2 |
Diese Daten zeigen, dass die seit 1984 gemessene Spitzenböe von 73,0 m/s unverändert der höchste je registrierte Wert ist und dass in den vergangenen Jahrzehnten die extremen Windspitzen tendenziell abgenommen haben. Gleichzeitig bewegt sich die durchschnittliche Windgeschwindigkeit des Jahres über die Jahrzehnte eher abnehmend, von über 12 m/s in den 1960er/70er Jahren auf ca. 10 m/s in den jüngsten Jahrzehnten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Brocken zwar weiterhin als eine sehr windige Hochgebirgsstation gilt, die absoluten Extremwerte der Windspitzen aber seit dem Rekordjahr 1984 nicht mehr erreicht oder überschritten wurden. Dies deutet auf eine Abschwächung der stärksten Windböen hin. Für Wetterbeobachter und Nutzer der Daten ist dieses Verständnis wichtig, um Risiken besser einschätzen zu können.
Quelle: DWD - Deutscher Wetterdienst, Klimadatenzentrum, Messstation Brocken (Indikator 00722), Zeitraum 1896-01-01 bis 2026-07-17.
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