Haben die extremen Windspitzen in Berlin‑Tegel zugenommen?

Aktualisiert: 2026-07-20

Die stärkste Böe seit Aufzeichnungsbeginn
Am 28. Januar 2002 fegte eine Böe mit 33,5 m/s über Berlin‑Tegel. Das entspricht Windstärke 12 auf der Beaufort-Skala – Orkan. Kein anderer Tag in der Messreihe seit 1963 erreichte diesen Wert. Der Rekord liegt nun 19 Jahre zurück (bis zum Ende der verfügbaren Daten 2021).
Höchste gemessene Windböe an der Station Berlin‑Tegel (DWD)

Die Frage, ob extreme Windspitzen häufiger oder heftiger geworden sind, lässt sich mit den offiziellen Tagesdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Berlin‑Tegel (Indikativ 00430) beantworten. Die Auswertung umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1963 bis zum 4. Mai 2021 – fast sechs Jahrzehnte lückenloser Messungen. Im Folgenden betrachten wir die jährlichen Spitzenböen, die mittlere Windgeschwindigkeit und die Entwicklung pro Jahrzehnt.

Jährliche Spitzenböen seit 1987

Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr den höchsten gemessenen Windstoß (Rachamaximum in m/s) sowie die durchschnittliche Windgeschwindigkeit des Jahres. Die Werte stammen direkt aus dem Datenbestand des DWD.

19873.619913.719953.619993.720033.420073.820113.620153.820193.720213.5Mittlere Windgeschw. (m/s)4m/s43m/s
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrSpitzenböe (m/s)Mittlere Windgeschw. (m/s)
198824.23.9
199030.44.0
199231.43.9
199332.94.0
199426.84.0
199622.13.3
199826.03.9
Maximale Windböe pro Jahr · 1987–2021 (35 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Die Jahre mit den heftigsten Ausreißern – 1993 (32,9 m/s), 2002 (33,5 m/s), 2007 (33,1 m/s) – fallen allesamt in die wärmere Periode nach 1990. Eine eindeutige lineare Verstärkung lässt sich daraus aber nicht ableiten: Nach 2007 flaute die Spitzenböe wieder ab, und das Maximum des Jahres 2021 liegt mit 25,2 m/s deutlich unter den Extremen der 1990er und 2000er.

Dekadenvergleich: Höchste Böe je Jahrzehnt

Gruppiert man die Jahre in Jahrzehnte, zeigt sich, dass das absolute Maximum in den 2000ern erreicht wurde – mit 33,5 m/s im Jahr 2002. Die 1990er erreichten mit 32,9 m/s fast denselben Wert, während die 2010er etwas niedriger lagen (30,9 m/s). Bemerkenswert: Die mittlere Windgeschwindigkeit ist über die Jahrzehnte nahezu konstant geblieben (zwischen 3,5 und 3,7 m/s).

JahrzehntHöchste Böe (m/s)Mittlere Windgeschw. (m/s)
198027.33.7
199032.93.7
200033.53.5
201030.93.5
202025.23.6

Die 2020er sind nur unvollständig abgebildet (bis Mai 2021), daher ist der Wert von 25,2 m/s kein abschließender Befund. Dennoch: Die zwei Jahrzehnte mit den höchsten Böen (1990er und 2000er) lagen bereits 20 bis 30 Jahre zurück. Ein eindeutiger Trend zu immer heftigeren Windspitzen ist in den Berlin‑Tegeler Daten nicht erkennbar.

Gibt es eine Zunahme der extremen Böen?

Betrachtet man die Anzahl der Jahre mit Böen über 30 m/s, so gab es solche in den 1990ern drei Mal (1990: 30,4; 1992: 31,4; 1993: 32,9) und in den 2000ern ebenfalls drei Mal (2002: 33,5; 2003: 31,3; 2007: 33,1). In den 2010ern trat nur ein Jahr mit einer Böe über 30 m/s auf (2017: 30,9). Die Häufigkeit extremer Böen ist damit nach der Jahrtausendwende nicht gestiegen, sondern im letzten vollständigen Jahrzehnt (2010–2020) gesunken. Die mittlere Windgeschwindigkeit schwankt von Jahr zu Jahr nur geringfügig und liegt konstant zwischen 3,3 und 4,0 m/s – ein weiteres Indiz für eine stabile Windklimatologie.

Für jemanden, der überlegt, nach Berlin‑Tegel zu ziehen oder eine Veranstaltung im Freien zu planen: Die Wahrscheinlichkeit einer Orkanböe ist gering. Der Rekord von 33,5 m/s wurde vor fast 20 Jahren gemessen, und seit 2007 gab es keine Böe mehr über 31 m/s. Die Windverhältnisse sind im langjährigen Mittel ausgesprochen gleichmäßig.

Datengrundlage und Station

Alle Angaben beruhen auf den täglichen Messungen der DWD-Station Berlin‑Tegel (Indikativ 00430). Der Datenbestand reicht vom 1. Januar 1963 bis zum 4. Mai 2021. Die Auswertung erfolgte durch den Deutschen Wetterdienst, Climate Data Center, unter der Datenlizenz GeoNutzV. Für die Jahres- und Dekadenwerte wurden ausschließlich vollständige Jahre mit gültigen Böenmessungen berücksichtigt. Die Spitzenböe eines Tages ist die höchste gemessene Windspitze (Böenspitze) innerhalb der letzten 24 Stunden.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Station Berlin‑Tegel (Indikativ 00430). Datenlizenz GeoNutzV. Auswertung auf Tagesbasis (1963‑2021). Abgerufen am 20. Juli 2026.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act