Aktualisiert: 2026-08-03
Der 3. Januar 1976 markiert den Höhepunkt der gesamten Messreihe: An diesem Tag registrierte die Station Berlin-Ostkreuz eine maximale Windspitze von 34,0 m/sMaximale Windspitze im gesamten Messzeitraum.
Dieser Wert wurde in den darauffolgenden Jahren bis zum Ende der Aufzeichnungen am 31. Dezember 1980 nicht wieder erreicht. Die nächsthöchste Jahresspitze in diesem Zeitraum lag bei 27,0 m/s im Jahr 1977 – deutlich darunter. Der Januar 1976 bleibt damit das herausragende Sturmereignis an dieser Berliner Station.
Die Frage, ob extreme Windspitzen an der Station Berlin-Ostkreuz über die Jahre zugenommen haben, lässt sich anhand der offiziellen Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) klar beantworten: Die höchste gemessene Windspitze der gesamten Messperiode von 1954 bis 1980 stammt aus dem Jahr 1976. Seitdem sind die jährlichen Spitzenwerte tendenziell niedriger ausgefallen.
Die DWD-Station Berlin-Ostkreuz hat über einen Zeitraum von 1954 bis 1980 kontinuierlich Winddaten erfasst. Insgesamt umfasst die Aufzeichnung die Jahre von 1954 bis einschließlich 1980. Betrachtet man die maximalen Windspitzen pro Jahr, zeigt sich ein bemerkenswertes Muster: Die höchsten Werte konzentrieren sich auf die späten 1970er-Jahre.
Die folgende Auswertung zeigt die fünf Jahre mit den stärksten gemessenen Windspitzen in der gesamten Messreihe. Die Werte sind in Metern pro Sekunde (m/s) angegeben, ergänzt durch die mittlere Windgeschwindigkeit des jeweiligen Jahres:
| Jahr | Maximale Windspitze (m/s) | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1976 | 34,0 | 2,35 |
| 1977 | 27,0 | 2,84 |
| 1980 | 25,0 | 2,50 |
| 1975 | 24,0 | 2,70 |
| 1979 | 24,0 | 2,74 |
Besonders auffällig ist das Jahr 1976: Mit einer Spitze von 34,0 m/s überragt es alle anderen Jahre deutlich. Zum Vergleich: Das Jahr 1977, das zweitstärkste Jahr, erreichte mit 27,0 m/s bereits einen deutlich geringeren Wert. Die Jahre 1980, 1975 und 1979 folgen mit 25,0 m/s beziehungsweise 24,0 m/s.
Auf der anderen Seite der Skala finden sich die Jahre mit den schwächsten Spitzenwerten. Auch hier zeigt sich ein interessantes Bild – die Unterschiede sind weniger ausgeprägt als bei den Spitzenreitern:
| Jahr | Maximale Windspitze (m/s) | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1978 | 22,0 | 2,73 |
| 1975 | 24,0 | 2,70 |
| 1979 | 24,0 | 2,74 |
| 1980 | 25,0 | 2,50 |
| 1977 | 27,0 | 2,84 |
Das Jahr 1978 sticht mit einer maximalen Windspitze von nur 22,0 m/s als das stürmisch schwächste Jahr der gesamten Messreihe hervor. Interessant ist, dass die Jahre 1975, 1979 und 1980 sowohl in der Liste der höchsten als auch der niedrigsten Spitzenwerte auftauchen – ein Hinweis darauf, dass in diesen Jahren die Spitzenwerte im mittleren Bereich lagen.
Betrachtet man die Daten auf Jahrzehntebene, zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen den 1970er- und den 1980er-Jahren. Für die 1970er-Dekade wurde eine maximale Windspitze von 34,0 m/s registriert, während die 1980er-Jahre in dieser Messreihe nur durch das Jahr 1980 repräsentiert sind und eine maximale Spitze von 25,0 m/s aufweisen.
| Jahrzehnt | Maximale Windspitze (m/s) | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|---|
| 1970–1979 | 34,0 | 2,67 |
| 1980–1989 | 25,0 | 2,50 |
Die mittlere Windgeschwindigkeit blieb zwischen den beiden Jahrzehnten nahezu konstant – 2,67 m/s in den 1970er-Jahren gegenüber 2,50 m/s im Jahr 1980. Entscheidend ist jedoch die maximale Windspitze: Mit einem Unterschied von 9,0 m/s zwischen den Jahrzehnten (34,0 gegenüber 25,0 m/s) zeigt sich, dass die extremen Sturmereignisse in den 1970er-Jahren deutlich ausgeprägter waren.
Die Antwort auf die Eingangsfrage ist also: Nein, die extremen Windspitzen haben an der Station Berlin-Ostkreuz im betrachteten Zeitraum nicht zugenommen – im Gegenteil. Der höchste Wert der gesamten Messperiode wurde am 3. Januar 1976 mit 34,0 m/s registriert. In den Folgejahren blieben die Spitzenwerte darunter, und das Jahr 1980 als Beginn der neuen Dekade erreichte nur noch 25,0 m/s.
Eine Windspitze von 34,0 m/s entspricht der Stufe 12 auf der Beaufort-Skala – Orkanstärke. Solche Werte treten in Berlin nur sehr selten auf und sind typisch für schwere Winterstürme. Der 3. Januar 1976 war ein solcher Tag: Ein kräftiges Sturmtief sorgte für die höchste jemals an dieser Station gemessene Böe. Dass dieser Wert bis zum Ende der Messreihe 1980 unerreicht blieb und die Folgejahre mit 27,0 m/s, 25,0 m/s und 24,0 m/s deutlich darunter lagen, zeigt, dass es sich um ein außergewöhnliches Einzelereignis handelte – nicht um den Beginn eines Trends zu stärkeren Stürmen.
Für alle, die sich für die langfristige Entwicklung der Windverhältnisse in Berlin interessieren, liefern die Daten der DWD-Station Berlin-Ostkreuz eine wertvolle Grundlage. Die vollständige Messreihe von 1954 bis 1980 dokumentiert nicht nur die Spitzenwerte, sondern auch die mittleren Windgeschwindigkeiten – und ermöglicht so eine differenzierte Betrachtung des Windklimas in der Hauptstadt.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Berlin-Ostkreuz. Messzeitraum: 1954–1980.
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