Aktualisiert: 2026-08-14
Wer in Leipzig nach den ruhigsten Wochen des Jahres sucht, findet die Antwort im Spätsommer: Der August ist mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von 2.5 m/s der windärmste Monat im langjährigen Durchschnitt an der Station Leipzig-Holzhausen. Zwischen 1958 und 2026 weht es in keinem anderen Monat so wenig.
Die kalte Jahreszeit hält dagegen die kräftigsten Winde bereit: Januar, Februar und Dezember erreichen jeweils im Mittel 3.5 m/s und führen damit die windigste Gruppe an. Der Unterschied zwischen dem stillsten und dem lebhaftesten Monat beträgt ganze 1.0 m/s – ein Wert, der den Jahresgang der Leipziger Luftbewegung prägt. Zwischen diesen Polen liegt eine kontinuierliche Abnahme von den Wintermonaten bis zum Hochsommer und ein ebenso stetiger Wiederanstieg im Herbst.
Auffällig ist der Verlauf über das Jahr: Schon im März – mit 3.4 m/s noch nahe an den Winterwerten – beginnt die Windenergie spürbar nachzulassen. Der April bringt mit 3.0 m/s bereits eine deutliche Beruhigung, der Mai unterbietet mit 2.8 m/s diese Marke weiter, und im Juni sowie Juli pendelt sich der Mittelwert bei jeweils 2.7 m/s ein. Der August bildet mit 2.5 m/s die Talsohle, bevor der September mit 2.6 m/s und der Oktober mit 2.9 m/s den allmählichen Übergang zurück zu windigeren Verhältnissen einleiten. Im November weht es dann wieder mit 3.2 m/s merklich kräftiger.
Die folgende Tabelle zeigt die mittlere Windgeschwindigkeit für jeden Monat, berechnet über die gesamte verfügbare Messperiode von 1958 bis 2026 an der Station Leipzig-Holzhausen. Die Werte sind in Metern pro Sekunde (m/s) angegeben und auf eine Dezimalstelle gerundet.
| Monat | Mittlere Windgeschwindigkeit (m/s) |
|---|---|
| Januar | 3.5 |
| Februar | 3.5 |
| März | 3.4 |
| April | 3.0 |
| Mai | 2.8 |
| Juni | 2.7 |
| Juli | 2.7 |
| August | 2.5 |
| September | 2.6 |
| Oktober | 2.9 |
| November | 3.2 |
| Dezember | 3.5 |
Nicht nur die mittlere Windgeschwindigkeit, sondern auch die Zahl der Tage mit nahezu vollständiger Windruhe folgt diesem Muster. Als windstill gilt ein Tag, an dem die durchschnittliche Windgeschwindigkeit unter 2 m/s bleibt. Auch hier sticht der August mit durchschnittlich 12.0 solcher Tage hervor – mehr als in jedem anderen Monat. Der September folgt dicht dahinter mit 11.6 Tagen. Der Oktober kommt auf 10.3 Tage, der Juni auf 10.1.
Zum Vergleich: Im Dezember gibt es im Mittel nur 5.8 windstille Tage, im Februar sogar nur 5.3 – die geringste Zahl im gesamten Jahresverlauf. Der Januar liegt mit 6.0 Tagen nur knapp darüber. Selbst im März zählt man mit 6.5 Tagen noch deutlich weniger ruhige Momente als im Hochsommer. Der April bringt es auf 7.5 Tage, der Mai auf 8.9 und der November auf 7.8.
Die Datenlage hinter diesen Zahlen ist bemerkenswert: Für den Monat August sind über die gesamte Referenzperiode hinweg an mindestens einem Tag pro Jahr Windstille registriert worden. Die Auswertung berücksichtigt alle Jahre mit verfügbaren Windmessungen an der Station Leipzig-Holzhausen vom 1. Januar 1958 bis zum 12. August 2026.
Für alle, die in Leipzig Aktivitäten im Freien planen – vom Segeln auf dem Cospudener See bis zum Open-Air-Konzert –, sind die Wochen um den August die verlässlichste Wahl, wenn es um wenig Wind geht. Die Kombination aus niedrigster mittlerer Windgeschwindigkeit und den meisten Tagen mit Windstille macht den August eindeutig zum windärmsten Monat des Jahres. Der September zieht mit ähnlich hohen Stillen-Tagen fast gleich, weist aber eine etwas höhere mittlere Windgeschwindigkeit auf.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Leipzig-Holzhausen, Zeitraum 1958–2026.
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