Aktualisiert: 2026-08-14
Wenn es um Waldbrandgefahr in Leipzig geht, führt kein Weg am August vorbei: In diesem Monat wurde die längste Trockenperiode der Messgeschichte an der Station Leipzig-Holzhausen registriert – 21,8 aufeinanderfolgende Tage ohne nennenswerten Niederschlag. Diese Zahl stammt aus den offiziellen Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die an dieser Station bis ins Jahr 1759 zurückreichen und damit eine der längsten Klimaserien Deutschlands bilden. Der August ist der Monat, in dem Waldböden, Wiesen und Forste in und um Leipzig am stärksten austrocknen – und genau dann steigt das Risiko von Vegetationsbränden auf sein Maximum.
Doch Trockenheit allein macht noch keinen Waldbrand. Entscheidend ist das Zusammenspiel dreier Faktoren, und hier zeigt die Klimastatistik ein klares Muster: Der April ist mit 713 trockenen Tagen (kumulierte Trockenheitstage in der Messreihe) der Monat mit der höchsten Trockenheitsbelastung. Der Januar bringt mit 3,5 m/s die höchste mittlere Windgeschwindigkeit. Und der Juli hält mit 24,9 °C die höchste mittlere Monatstemperatur. Die gefährlichste Kombination für Waldbrände – extreme Trockenheit plus Hitze – entsteht aber erst im Hochsommer, wenn beide Faktoren zusammenkommen: Der August liefert die längste Regenpause, der Juli die höchste Wärme.
21,8
Tage ohne Regen am Stück – der August-Rekord in Leipzig-Holzhausen
Diese Zahl markiert den kritischsten Punkt der Waldbrandsaison in Leipzig. In keiner anderen Jahreszeit trocknet die Vegetation so extrem aus. Zum Vergleich: Die Monate September (12,7 Tage), Mai (13,4 Tage) und Oktober (14,3 Tage) erreichen nur einen Bruchteil dieser Dauer.
Die Waldbrandgefahr ist keine stetige Größe – sie pulsiert im Jahresverlauf. Die DWD-Daten für Leipzig-Holzhausen (Station 02928, Messperiode 1759–2026) zeigen eine klare Dreiteilung: Im Frühjahr dominiert die Trockenheit, im Winter der Wind, im Sommer die Hitze. Der gefährliche Überschneidungsbereich entsteht von Juni bis August, wenn sich lange Trockenperioden mit Temperaturen über 30 Grad verbinden. Die höchste je gemessene Temperatur in der Juli-Monatsstatistik beträgt 36,3 °C, im August 33,7 °C, im Juni 32,1 °C. Diese Zahlen stammen aus der laufenden Messreihe und zeigen, wie heiß es in Leipzig im Hochsommer werden kann.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die Verteilung der Niederschläge. Der August ist mit 100,4 Millimetern Gesamtniederschlag durchaus kein trockener Monat – die Summe täuscht aber über die Verteilung hinweg: Entscheidend ist, dass dieser Regen in wenigen, starken Ereignissen fällt und dazwischen lange trockene Phasen liegen. Kaum anders sieht es im Oktober aus (103,9 mm), der zwar viel Regen bekommt, aber mit 14,3 Tagen Trockenheit ebenfalls nennenswerte Trockenperioden aufweist. Demgegenüber steht der Mai mit nur 8,1 mm Gesamtniederschlag – die geringste Monatssumme der gesamten Jahresstatistik – bei einer Trockenperiode von 13,4 Tagen. Diese Kombination macht den Mai zu einem typischen Frühsommer-Risikomonat, auch wenn die Temperaturen mit maximal 27,8 °C noch moderat ausfallen.
Die folgende Tabelle zeigt für jeden Monat die drei entscheidenden Kennwerte: die längste Trockenperiode (in Tagen), den Gesamtniederschlag (in Millimetern) und die höchste gemessene Temperatur (in Grad Celsius). Grundlage sind die historischen Aufzeichnungen der DWD-Station Leipzig-Holzhausen.
| Monat | Längste Trockenperiode (Tage) | Niederschlag gesamt (mm) | Höchsttemperatur (°C) |
|---|---|---|---|
| Januar | 15,2 | 41,6 | 16,1 |
| Februar | 19,1 | 46,0 | 13,9 |
| März | 16,3 | 80,6 | 18,2 |
| April | 14,7 | 47,3 | 22,6 |
| Mai | 13,4 | 8,1 | 27,8 |
| Juni | 18,4 | 55,7 | 32,1 |
| Juli | 17,2 | 49,0 | 36,3 |
| August | 21,8 | 100,4 | 33,7 |
| September | 12,7 | 13,4 | 30,6 |
| Oktober | 14,3 | 103,9 | 27,0 |
| November | 15,7 | 97,0 | 16,0 |
| Dezember | 21,4 | 115,1 | 12,4 |
Betrachtet man die drei Einflussgrößen getrennt, ergibt sich ein präzises Bild der Waldbrandsaison in Leipzig:
Hitze: Der Juli ist mit 24,9 °C mittlerer Temperatur der wärmste Monat. Die höchste gemessene Spitze erreicht er mit 36,3 °C – das ist die höchste Zahl in der gesamten Temperaturstatistik der Station und zeigt, wie extrem die Hitzebelastung im Hochsommer werden kann.
Trockenheit: Der April sticht mit 713 trockenen Tagen hervor – die höchste Trockenheitskennzahl der Messreihe. Diese Zahl summiert die Tage ohne Niederschlag über den gesamten Beobachtungszeitraum und macht den April zum statistisch trockensten Monat, auch wenn seine Einzelperioden (14,7 Tage) hinter dem August zurückbleiben.
Wind: Der Januar ist mit 3,5 m/s mittlerer Windgeschwindigkeit der windigste Monat. Starker Wind beschleunigt das Austrocknen der Vegetation und kann Brände schnell ausbreiten – im Winter ist die Gefahr von Vegetationsbränden aber durch die geringen Temperaturen und die Bodenfeuchte deutlich reduziert.
Für alle, die in und um Leipzig Waldgebiete besuchen, bewirtschaften oder bewohnen, ergibt sich aus den Daten eine klare Handlungsempfehlung: Die höchste Waldbrandgefahr besteht von Juni bis August, mit dem absoluten Schwerpunkt im August. In diesen Monaten sollte man besonders vorsichtig mit offenem Feuer umgehen, keine Zigaretten wegwerfen und auf Grillverbote achten. Die jahrhundertealte Messreihe der DWD-Station Leipzig-Holzhausen zeigt: Die Natur in Sachsen ist im Spätsommer am anfälligsten für Feuer.
Interessant ist auch der Blick auf die Jahreszeiten: Während der Winter zwar den stärksten Wind bringt (Januar mit 3,5 m/s) und der Frühling die höchste Trockenheitssumme aufweist (April mit 713 Tagen), entsteht die kritische Kombination aus Trockenheit und Wärme erst wenn beide Faktoren zeitgleich auftreten – und das ist in Leipzig statistisch gesehen im August der Fall. Die 21,8 Tage ohne Regen in diesem Monat sind der deutlichste Indikator für das jährliche Waldbrandfenster.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Station Leipzig-Holzhausen, Messperiode 1759–2026
HistoClima-Werkzeuge: entdecke das Wetter an deinem Geburtstag, eurem Hochzeitstag oder die Statistik deiner Geburtstagswoche.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act
© 2026 HistoClima · Daten: DWD (GeoNutzV) · kein Bezug zu DWD · Zitat erlaubt mit Quellenangabe.