Die wärmste Nacht in München seit 1954: 23,3 °C

Aktualisiert: 2026-08-05

Offizielle Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) – Station München-Stadt. Auswertungszeitraum: 1954 bis 2026 (vollständige tägliche Messreihe).
23,3 °C höchste je gemessene Tiefsttemperatur in München

In der Nacht vom 28. Juni 2026 fiel die Temperatur an der DWD-Station München-Stadt nicht unter 23,3 °C. Das ist die wärmste Nacht seit Beginn der automatisierten Wetteraufzeichnung an dieser Station im Jahr 1954. Die bisherige Bestmarke von 22,6 °C (28. Juli 1983) wurde damit um 0,7 Grad übertroffen – eine deutliche Verschiebung des Extremwerts.

Eine Tiefsttemperatur von 23,3 °C bedeutet: Selbst in den frühen Morgenstunden, normalerweise der kühlste Moment des Tages, wurde es in der bayerischen Landeshauptstadt nicht kühler als 23,3 Grad. Das ist ein klassischer Indikator für eine sogenannte Tropennacht – eine Nacht, in der die Temperatur nicht unter 20 °C fällt. Statt einer Abkühlung blieb es schwül-warm, mit kaum spürbarer Erholung von der Tageshitze. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Juli-Mindesttemperatur an dieser Station liegt bei 14,2 °C – der Rekordwert liegt also um mehr als 9 Grad über dem langjährigen Mittel des wärmsten Monats.

Der Rekord vom 28. Juni 2026 ist kein Einzelfall im aktuellen Hitzesommer: Auch der 30. Juli 2026 verzeichnete mit 22,2 °C eine extrem warme Nacht, die gemeinsam mit dem 27. Juli 1983 den dritten Platz der Top-Liste belegt. Die Daten zeigen, dass die wärmsten Nächte in München überwiegend in den Monaten Juni bis August auftreten – aber mit bemerkenswerten Ausnahmen: Sogar im Oktober wurde bereits eine Tiefsttemperatur von 17,2 °C gemessen.

Die fünf wärmsten Nächte seit 1954

Die folgende Tabelle zeigt die höchsten gemessenen Tiefsttemperaturen an der Station München-Stadt – das sind die Nächte, in denen es am wenigsten abkühlte.

Datum Tiefsttemperatur (°C)
2026-06-2823,3
1983-07-2822,6
1983-07-2722,2
2026-07-3022,2
1998-08-1222,1

Auffällig: Drei der fünf wärmsten Nächte stammen aus den Jahren 1983 und 2026. Besonders der Juli 1983 war extrem – gleich zwei aufeinanderfolgende Nächte (27./28. Juli) erreichten Werte über 22 °C. Der August 1998 komplettiert die Riege mit 22,1 °C. Die Daten zeigen, dass solche Extremnächte selten sind, aber gehäuft in Hitzewellen auftreten.

Monatliche Rekord-Tiefsttemperaturen

Um die Jahreszeitliche Einordnung zu verstehen, hier die höchste jemals gemessene Tiefsttemperktur für jeden Monat sowie das langjährige Monatsmittel der Tiefsttemperatur (jeweils in °C). Die Differenz zeigt, wie extrem ein nächtlicher Rekord im Verhältnis zur Normalität ist.

Monat Rekord-Tiefsttemp. (°C) Ø Tiefsttemp. (°C)
Januar10,6-2,6
Februar10,3-1,8
März12,91,2
April15,84,6
Mai18,38,8
Juni23,312,4
Juli22,614,2
August22,113,9
September19,610,5
Oktober17,26,3
November15,61,8
Dezember11,4-1,3

Die Tabelle macht deutlich: Selbst in den Wintermonaten wurden in München schon Nächte mit zweistelligen Tiefstwerten registriert – so etwa 10,6 °C im Januar. Die wärmsten Nächte konzentrieren sich erwartungsgemäß auf Juni bis August, aber der Juni-Rekord von 23,3 °C sticht klar heraus. Auch der September erreicht mit 19,6 °C fast Tropennacht-Niveau.

Höchste Tiefsttemperatur pro Jahr (1954–2026)

Die folgende Übersicht zeigt für jedes Jahr den höchsten gemessenen Tiefstwert. Man erkennt die Entwicklung: In den 1950er- und 1960er-Jahren lagen die Maxima meist zwischen 17 und 20 °C, während in den 1980er- und insbesondere in den 2020er-Jahren mehrfach Werte über 21 °C auftraten – ein Indiz für die Zunahme intensiver Hitzewellen.

195416.7196318.4197219.6198118.8199017.9199919.1200818.7201720.6202623.3Max. Tiefsttemp. (°C)23°C2017°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

Jahr Max. Tiefsttemp. (°C)
195416,7
196521,8
198322,6
199822,1
200221,5
200322,0
202623,3
Höchstes Minimum pro Jahr · 1954–2026 (73 Jahre) — pasa el raton sobre cada barra

Einordnung in die Klimageschichte

Der Rekord vom 28. Juni 2026 ist bemerkenswert, weil er die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 1983 deutlich übertrifft. Die 1980er-Jahre galten lange als Referenz für extreme Hitzephasen in Süddeutschland. Mit 23,3 °C zeigt die jüngste Messung, dass die nächtlichen Minimaltemperaturen in München offenbar weiter ansteigen. Auch das Jahr 2026 weist mit dem drittwärmsten Wert (22,2 °C am 30. Juli) eine außergewöhnliche Hitzephase auf.

Diese Auswertung basiert ausschließlich auf den offiziellen Stationsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station München-Stadt. Die Messreihe beginnt im Juni 1954 und wurde bis August 2026 fortgeschrieben – insgesamt liegen für diesen Zeitraum durchgehende tägliche Temperaturmessungen vor. Alle hier genannten Werte wurden direkt aus der DWD-Datenbank übernommen und nicht nachträglich verändert.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station München-Stadt · Messperiode 1954–2026

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Index der Klimadaten

Impressum und Datenquelle

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