Aktualisiert: 2026-08-05
In der Nacht vom 20. Juli 2006 fiel die Temperatur in Köln-Stammheim nie unter 23,7 °C – die höchste je gemessene Tiefsttemperatur an dieser Station. Diese sogenannte „Tropennacht" mit einer Minimaltemperatur von 23,7 °C ist der absolute Rekordwert der Messreihe, die vom 1. Januar 1945 bis zum 31. August 2024 reicht. Die Luft kühlte in jener Julinacht also nicht einmal auf unter 23,7 Grad ab – ein Wert, der bis heute unerreicht geblieben ist.
Die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Köln-Stammheim zeigen: An keinem anderen Tag der gesamten Periode von 1945 bis 2024 wurde eine höhere Tiefsttemperatur registriert. Der Rekord liegt nun bereits seit dem 20. Juli 2006 – also seit mehr als einem Jahrzehnt – unangefochten an der Spitze. Die Top-5-Nächte mit den höchsten Tiefstwerten verdeutlichen, wie knapp die Konkurrenz dahinter liegt: Alle weiteren Extremwerte stammen aus den Jahren 1989, 1994, 2015 und 2020.
| Datum | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|
| 20.07.2006 | 23,7 |
| 07.07.1989 | 23,2 |
| 05.08.1994 | 23,2 |
| 04.07.2015 | 23,2 |
| 21.08.2020 | 23,1 |
Dreimal wurde exakt der gleiche Wert von 23,2 °C erreicht – im Juli 1989, im August 1994 und im Juli 2015. Nur ein Zehntelgrad darunter blieb es in der Nacht vom 21. August 2020 mit 23,1 °C. Der Rekord von 2006 steht damit nur 0,5 °C über dem zweitplatzierten Wert.
Die folgende Tabelle zeigt für jeden Monat den höchsten je gemessenen Tiefstwert sowie die mittlere Tiefsttemperatur über die gesamte Periode 1945–2024. Sie macht deutlich, dass extreme Tropennächte in Köln ein reines Sommerphänomen sind: Die höchsten Rekordwerte konzentrieren sich auf Juli und August, während im Winterhalbjahr selbst die wärmsten Nächte selten deutlich über 10 °C liegen.
| Monat | Rekord-Tiefsttemp. (°C) | Mittlere Tiefsttemp. (°C) |
|---|---|---|
| Januar | 12,0 | 0,7 |
| Februar | 13,2 | 1,1 |
| März | 14,3 | 3,3 |
| April | 17,8 | 6,0 |
| Mai | 20,4 | 9,9 |
| Juni | 23,0 | 12,9 |
| Juli | 23,7 | 14,8 |
| August | 23,2 | 14,5 |
| September | 19,8 | 11,8 |
| Oktober | 19,6 | 8,3 |
| November | 15,6 | 4,5 |
| Dezember | 12,8 | 1,9 |
Die Spannweite ist beachtlich: Während es im Januar 1945–2024 in der wärmsten Nacht immerhin 12,0 °C blieb, waren es im Juli ganze 23,7 °C. Der mittlere Tiefstwert im Juli liegt mit 14,8 °C nur geringfügig über dem Januar-Rekord – ein Zeichen dafür, wie außergewöhnlich die Rekordnacht im Januar gewesen sein muss.
Die Jahresreihe zeigt, wie sich die Extremwerte über die acht Jahrzehnte entwickelt haben. Der Rekord von 2006 ist dabei kein Einzelfall der jüngsten Zeit: Auch 2015 (23,2 °C), 2020 (23,1 °C) und 2005 (23,0 °C) gehören zu den wärmsten Nächten der gesamten Periode. Bemerkenswert ist jedoch auch das Jahr 1989, das mit 23,2 °C bereits vor mehr als drei Jahrzehnten einen Wert erreichte, der bis heute nur zweimal übertroffen wurde.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Höchste Tiefsttemp. (°C) |
|---|---|
| 1989 | 23,2 |
| 1994 | 23,2 |
| 2005 | 23,0 |
| 2006 | 23,7 |
| 2008 | 12,0 |
| 2015 | 23,2 |
| 2020 | 23,1 |
Die Serie offenbart eine interessante Zweiteilung: In den ersten Jahrzehnten der Messreihe lagen die jährlichen Extremwerte meist zwischen 17,4 °C und 21,8 °C. Ab den 1990er-Jahren wurden regelmäßig Werte von über 22 °C erreicht, wobei 2006 mit 23,7 °C den Höhepunkt markiert. Das Jahr 2008 bildet mit einem Maximum von 12,0 °C eine deutliche Ausnahme – ein Hinweis darauf, dass selbst in einem ansonsten warmen Jahrzehnt keine einzige Tropennacht auftreten kann.
Für das menschliche Empfinden ist eine solche Nacht eine echte Belastungsprobe: Die Luft kühlt sich kaum ab, der Körper findet kaum Abkühlung, und in dicht bebauten Stadtteilen bleibt die Wärme der Häuserfronten über Nacht gespeichert. Dass dies in Köln nicht täglich passiert, zeigt der mittlere Tiefstwert im Juli von 14,8 °C – die Rekordnacht lag also rund 9 Grad über dem, was in einem durchschnittlichen Juli zu erwarten ist.
Für Meteorologen ist die Tiefsttemperatur ein zentraler Indikator für den Charakter einer Hitzewelle. Eine sogenannte Tropennacht (Tiefstwert über 20 °C) verhindert, dass sich der Körper nach einem heißen Tag erholen kann. Die wärmste Nacht des Jahres 2006 mit 23,7 °C gehört damit nicht nur zu den extremsten Werten der Kölner Messgeschichte, sondern auch zu jenen Nächten, die Stadtplaner und Gesundheitsämter im Blick behalten müssen, wenn es um die Anpassung an zunehmend heißere Sommer geht.
Die vollständige Jahresreihe der höchsten Tiefsttemperaturen zeigt die Entwicklung extremer Tropennächte über die gesamte Messperiode. Besonders markant ist der Rekord von 2006, der bis heute unerreicht geblieben ist. Das Jahr 2008 sticht mit 12,0 °C als einzige Ausnahme hervor.
Die Tabelle listet für jedes Jahr den höchsten Tiefstwert auf, also die höchste gemessene Minimaltemperatur. Der Rekord von 23,7 °C aus dem Jahr 2006 bleibt der Spitzenwert; die höchsten Werte konzentrieren sich auf die Jahre nach 1990, was die zunehmende Häufigkeit von Tropennächten in den letzten Jahrzehnten widerspiegelt.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Köln-Stammheim, Messperiode 1945–2024. Zurück zur Jahresreihe
HistoClima-Werkzeuge: entdecke das Wetter an deinem Geburtstag, eurem Hochzeitstag oder die Statistik deiner Geburtstagswoche.
Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act
© 2026 HistoClima · Daten: DWD (GeoNutzV) · kein Bezug zu DWD · Zitat erlaubt mit Quellenangabe.