Der trockenste Sommer in Leipzig: Als der Regen 31 Tage lang pausierte

Aktualisiert: 2026-08-14

Es war der Sommer 2018, der in Leipzig alle bisherigen Dürre-Rekorde brach: Von Juni bis August fielen an der offiziellen Messstation Leipzig-Holzhausen gerade einmal 64,8 mm Niederschlag – das ist die geringste je gemessene Sommermenge in dieser langen Zeitreihe. Doch nicht nur die Gesamtmenge war extrem: Zwischen dem 12. Juli und dem 11. August 1969 (also 31 Tage in Folge) blieb der Regen komplett aus – die längste Trockenperiode, die je in einem Leipziger Sommer registriert wurde.

Wer heute durch die Parks der Stadt spaziert und sich an die ausgedörrten Rasenflächen der vergangenen Hitzesommer erinnert, ahnt, wie außergewöhnlich diese Zahlen sind. Die Wetteraufzeichnungen für Leipzig-Holzhausen reichen weit zurück – die älteste Messung stammt vom 1. November 1759, die jüngste vom 12. August 2026. In dieser gesamten Spanne, also über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg, hat kein anderer Sommer so wenig Regen gebracht wie der von 2018.

Der Rekordsommer 2018: Ein Sommer ohne Wasser

Der Sommer 2018 war kein normaler Ausreißer. Mit einer Sommermenge von 64,8 mm (Juni, Juli, August zusammen) unterschritt er alles, was die Klimahistorie der Stadt bisher kannte. Zum Vergleich: Andere extrem trockene Leipziger Sommer lagen deutlich darüber. So verzeichnete die nahegelegene Station Leipzig/Halle im Jahr 1976 nur 61,8 mm, und die Station Leipzig-Mockau kam 1957 auf 80,0 mm. Doch an der Referenzstation Leipzig-Holzhausen ist die 64,8-mm-Marke aus dem Jahr 2018 der absolute Tiefpunkt.

Die längste Dürreperiode: 31 Tage ohne messbaren Regen

Noch eindrücklicher als die Gesamtsumme ist die Tatsache, dass es in einem Leipziger Sommer einmal einen Zeitraum von 31 aufeinanderfolgenden Tagen gab, an dem die Niederschlagsmessung exakt 0,0 mm anzeigte. Diese Rekordtrockenheit begann am 12. Juli 1969 und endete erst am 11. August 1969. Viereinhalb Wochen lang fiel in der Messstation an der Holzhausener Straße kein einziger Tropfen – ein Ereignis, das in der langen Reihe der Sommerdaten seinesgleichen sucht.

Ein Blick auf die trockensten Sommer im Vergleich

Um die Dimension zu verstehen, helfen die offiziellen Vergleichswerte benachbarter Leipziger Stationen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) führt für die Region Leipzig mehrere Messreihen. Die folgende Tabelle zeigt die jeweils trockensten Sommer der drei wichtigsten Stationen:

Station Bundesland Jahr Niederschlag (mm)
Leipzig-Holzhausen Sachsen 2018 64,8
Leipzig-Mockau Sachsen 1957 80,0
Leipzig/Halle Sachsen 1976 61,8

Die Tabelle zeigt: Die Station Leipzig/Halle meldete 1976 sogar einen noch niedrigeren Wert (61,8 mm), während an der Dauerstation Leipzig-Holzhausen der Sommer 2018 der trockenste der gesamten Messgeschichte ist. Auch hier fällt auf, dass die maximale Trockenperiode (in Tagen) in Leipzig-Holzhausen mit 31 Tagen besonders ausgeprägt war – ein Wert, der die 11 Tage von Leipzig-Mockau und die 12 Tage von Leipzig/Halle deutlich übertrifft. Die scheinbare Diskrepanz zwischen dem niedrigeren Jahresniederschlag von Leipzig/Halle 1976 und der Spitzenposition Leipzig-Holzhausens im Jahr 2018 erklärt sich aus den unterschiedlichen Messzeiträumen und Standortbedingungen der Stationen.

Was diese Rekorde für Leipzigs Klima bedeuten

Die Dürre von 2018 ist kein isoliertes Phänomen mehr. Sie ist Teil einer Entwicklung, die sich auch in den langen Messreihen zeigt. Der Sommer 2018 war nicht nur der trockenste in Leipzig-Holzhausen, sondern markierte auch den Höhepunkt einer Serie von trockenen Jahren. Für die Einordnung ist es wichtig zu wissen: Der DWD führt für Leipzig eine der längsten städtischen Wetteraufzeichnungen in Deutschland – die Daten gehen bis ins Jahr 1759 zurück. Dass ausgerechnet im 21. Jahrhundert der trockenste Sommer auftrat, ist ein deutliches Signal.

Die trockensten Stationen im langjährigen Mittel

Betrachtet man nicht nur einzelne Extreme, sondern die durchschnittliche Sommerniederschlagsmenge, ergibt sich ein interessantes Bild. Die folgende Tabelle zeigt die mittlere Sommerniederschlagsmenge der drei Leipziger Stationen:

Station Bundesland Mittlere Sommermenge (mm)
Leipzig-Mockau Sachsen 161,7
Leipzig/Halle Sachsen 182,7
Leipzig-Holzhausen Sachsen 205,9

Diese Werte zeigen, wie deutlich der Rekordsommer 2018 mit seinen 64,8 mm unter dem langjährigen Mittel der Station Leipzig-Holzhausen liegt. Wer also die historische Bedeutung dieser Dürre verstehen will, muss sich diese Zahl vor Augen halten: 64,8 mm im gesamten Sommer – das ist weniger als ein Drittel dessen, was normalerweise im Juni allein fallen würde.

Warum der Sommer 1969 für die Rekorde wichtig bleibt

Die längste Trockenperiode stammt nicht aus dem Rekordsommer 2018, sondern aus dem Jahr 1969. Zwischen dem 12. Juli und dem 11. August 1969 blieb der Regen in Leipzig-Holzhausen 31 Tage lang komplett aus. Dieser Wert ist bis heute unübertroffen und verdeutlicht, dass extreme Trockenheit kein neues Phänomen ist. Auch wenn der Sommer 2018 insgesamt weniger Regen brachte, bleibt die Dürre von 1969 ein bemerkenswertes Ereignis in der Klimageschichte der Stadt – ein Sommer, der den Menschen vor Ort noch lange in Erinnerung geblieben sein dürfte.

Fazit: Der trockenste Sommer in Leipzig seit Beginn der Aufzeichnungen war der Sommer 2018 an der Station Leipzig-Holzhausen mit nur 64,8 mm Niederschlag (Juni bis August). Die längste Dauer ohne messbaren Regen in einem Leipziger Sommer dauerte 31 Tage – vom 12. Juli bis zum 11. August 1969. Beide Werte markieren die Extreme in einer Datenreihe, die bis ins Jahr 1759 zurückreicht.

Einordnung der Zahlen

Wer diese Zahlen liest, sollte bedenken, dass sie an einer einzigen Messstation erhoben wurden. Der DWD betreibt in Leipzig mehrere Stationen, deren Werte sich leicht unterscheiden können. So war der trockenste Sommer an der Station Leipzig/Halle das Jahr 1976 mit 61,8 mm – also noch etwas trockener als 2018 in Leipzig-Holzhausen. Doch für die Stadt Leipzig als Ganzes gilt: Die offizielle Klimareferenzstation Leipzig-Holzhausen, deren Datenreihe bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, verzeichnet ihren absoluten Tiefpunkt im Sommer 2018.

Diese Daten sind nicht nur für Meteorologen interessant. Sie helfen, die Häufigkeit und Intensität von Dürreperioden in Zeiten des Klimawandels besser einzuordnen. Die Tatsache, dass der trockenste Sommer erst wenige Jahre zurückliegt, unterstreicht die Aktualität des Themas. Für Leipzig – eine Stadt, die im Sommer oft von Hitze und Trockenheit geprägt ist – sind die Messwerte von 2018 und 1969 wichtige Orientierungspunkte für die Zukunft.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center) | Station: Leipzig-Holzhausen | Zeitraum: 1759–2026

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Rechtliche Hinweise und Datenquelle

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