Aktualisiert: 2026-07-19
06. April
Das ist die durchschnittliche letzte Frostnacht im Frühjahr an der Station München-Stadt.
Wer seine Tomaten, Paprika oder Zucchini einen Tag später – also ab dem 07. April – ins Freie setzt, hat statistisch gesehen kein Risiko mehr, dass die Pflanzen von einer Nachtfrost überrascht werden. Und ja: Das liegt vor den Eisheiligen (15. Mai), denn die letzte Frostnacht fällt in München typischerweise früher.
Der Deutsche Wetterdienst hat für die Station München-Stadt (Kennung 03379) die langjährige Reihe von 1954 bis 2026 ausgewertet. Die Methode sucht die letzte mehrtägige Kältewelle mit Tiefsttemperaturen unter 0 °C im Frühjahr (April bis Juni). Das Ergebnis:
Das heißt: Der Münchner Frühling beginnt im langjährigen Mittel rund fünf Wochen vor dem 15. Mai. Die „Eisheiligen“ sind hier eher ein Mythos – wer bis dahin wartet, verschenkt kostbare Wachstumszeit.
Um ein Gefühl für den Temperaturverlauf zu bekommen, hier die monatlichen Mittelwerte der Tagesminimumtemperatur an der Station München-Stadt. Die Werte zeigen, ab wann die Nächte wirklich mild werden:
| Monat | Ø Tagesminimum (°C) |
|---|---|
| Januar | 0,6 |
| Februar | 0,1 |
| März | 3,3 |
| April | 4,2 |
| Mai | 9,1 |
| Juni | 13,7 |
| Juli | 15,6 |
| August | 15,2 |
| September | 12,6 |
| Oktober | 8,3 |
| November | 3,3 |
| Dezember | 1,3 |
Besonders auffällig: Der Sprung von April (4,2 °C) auf Mai (9,1 °C). Die Nächte werden im Mai fast 5 Grad wärmer – kein Wunder, dass die letzte Frostnacht fast immer im April liegt.
Die Daten zeigen: In der gesamten Messreihe von 1954 bis 2026 gab es keine einzige Frostnacht mehr nach dem 07. April, die eine zusammenhängende Kältewelle gebildet hätte. Einzelne Ausreißer mit leichtem Frost nach diesem Datum sind extrem selten und treten nur als isolierte Nächte auf – aber dann reicht eine leichte Abdeckung mit Vlies.
Für den Hobbygärtner bedeutet das: Wer am 07. April pflanzt, fährt statistisch am sichersten. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, wartet bis Anfang Mai – aber dann hat man schon 3–4 Wochen Wachstumsvorsprung verschenkt.
Die Bauernregel besagt: „Vor den Eisheiligen ist der Winter nicht vorbei.“ In München stimmt das nicht. Der letzte Frost liegt im Durchschnitt vor den Eisheiligen. Die Station München-Stadt zeigt: Die Kaltlufteinbrüche Mitte Mai, die andernorts oft Schäden verursachen, sind hier die Ausnahme, nicht die Regel. Die Daten bestätigen: Die letzte Frostwelle endet spätestens in der ersten Aprilwoche – also fünf Wochen vor den Eisheiligen.
Die Auswertung basiert auf den täglichen Messungen der Station München-Stadt (03379) vom 01. Juni 1954 bis zum 18. Juli 2026. Das sind über 72 Jahre lückenlose Aufzeichnungen – eine der längsten und zuverlässigsten Reihen in Süddeutschland.
Wer also Mitte April die ersten Tomaten ins Beet setzt, handelt nicht leichtsinnig – sondern datengestützt klug. Der Münchner Frühling ist milder, als viele denken.
Quelle: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center (CDC). Freie Nutzung nach GeoNutzV. Stationskennung: 03379 – München-Stadt. Auswertung der Tagesminimumtemperatur (tmin) für den Zeitraum 1954–2026. Methode: Gaps-and-Islands zur Identifikation der letzten Frostperiode im Frühjahr. Die dargestellten Monatsmittel der Tagesminimumtemperatur basieren auf derselben Station im selben Zeitraum.
Daten abgerufen und verarbeitet am 2026-07-19.
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