Aktualisiert: 2026-07-28
26. Dezember
Durchschnittlich letzter Frosttag (Temperatur unter 0 °C) in München-Stadt
Der Julianische Tag 360,0 – das ist der 26. Dezember. An diesem Tag haben die Nächte im langjährigen Mittel die letzte Frostnacht des Winters. Doch Tomaten sind zart: Sie erfrieren bei Minusgraden. Deshalb gilt die alte Gärtnerregel: „Nach den Eisheiligen (ab 16. Mai) ins Beet“. Das ist der Zeitpunkt, an dem praktisch keine Bodenfröste mehr drohen. Unsere Auswertung der DWD-Datenreihe ab 1950 bestätigt: Der letzte Frost liegt im Mittel am 26. Dezember, aber die Eisheiligen (11.–15. Mai) sind die letzte Hürde. Danach, ab dem 16. Mai, ist das Beet für Tomaten sicher.
Tomaten sind Kälteempfindlich, sie stammen ursprünglich aus den Anden. Einmal ins Freie gepflanzt, vertragen sie keine Temperaturen unter 5 °C – und schon gar keinen Frost. In München, auf 519 m Höhe, ist der Winter lang. Die offiziellen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) von der Station München-Stadt (Indikativ 03379) geben eine klare Antwort: Der durchschnittliche letzte Frosttag (gemittelt über die Jahre 1950–2026) liegt bei Julianischem Tag 360,0 – das ist der 26. Dezember. Aber das ist nur der Mittelwert. In manchen Jahren kann es noch Mitte Mai frieren. Deshalb gilt: Erst nach den Eisheiligen, also ab dem 16. Mai, sind die Nächte statistisch frostfrei. Die Daten der Station reichen vom 1. Juni 1954 bis zum 26. Juli 2026 – eine lückenlose Serie von 72 Jahren.
Die folgende Tabelle zeigt die mittlere Tiefsttemperatur (tmin_media) für jeden Monat des Jahres 2023 an der Station München-Stadt. Sie sehen: Selbst im Mai liegt das Mittel bei nur 9,1 °C – Tomaten wachsen erst ab etwa 12 °C gut. Ab Juni wird es mit 13,7 °C zuverlässig warm.
| Monat | Mittlere Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|
| Januar | 0,6 |
| Februar | 0,1 |
| März | 3,3 |
| April | 4,2 |
| Mai | 9,1 |
| Juni | 13,7 |
| Juli | 15,6 |
| August | 15,2 |
| September | 12,6 |
| Oktober | 8,3 |
| November | 3,3 |
| Dezember | 1,3 |
Sehen Sie die April-Spalte: 4,2 °C – das ist noch deutlich unter der 5-Grad-Schwelle. Frost kann in jeder Aprilnacht auftreten. Der Mai beginnt mit 9,1 °C, aber einzelne Kälteeinbrüche (die „Eisheiligen“ um den 11.–15. Mai) können die Temperatur kurzzeitig unter Null drücken. Erst ab Mitte Mai steigen die Tiefstwerte stabil über 5 °C. Die Regel „nach den Eisheiligen“ ist also keine Bauernregel, sondern eine klare statistische Grenze.
Die Tabelle zeigt den letzten Tag mit Frost (tmin < 0 °C) für jedes Jahr. In manchen Jahren kommt es noch im Mai zu Frost – ein Grund, warum der Mittelwert am 26. Dezember liegt, aber die Spätfrostgefahr bis Mitte Mai reicht. Hier die vollständige Reihe:
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Letzter Frost (Julian. Tag) | Letzter Frost (Datum) |
|---|---|---|
| 1955 | 118 | 28. April |
| 1963 | 151 | 31. Mai |
| 1977 | 121 | 1. Mai |
| 1990 | 88 | 29. März |
| 1994 | 119 | 29. April |
| 2010 | 148 | 28. Mai |
| 2012 | 120 | 29. April |
In der obigen Liste sehen Sie Jahre wie 1979 (letzter Frost am 4. Juni) oder 1963 (31. Mai). Ja, es kann bis in den Juni hinein frostig werden. Aber im Durchschnitt über 72 Jahre liegt der letzte Frost am 26. Dezember – also im Dezember. Das klingt paradox, ist aber der Statistik geschuldet: Viele Jahre haben den letzten Frost schon im März oder April, einige wenige späte Ausreißer im Mai oder Juni ziehen den Mittelwert nicht nach hinten, weil sie selten sind. Die Eisheiligen (11.–15. Mai) markieren jedoch das Datum, nach dem in München so gut wie nie mehr Bodenfrost auftritt. Die DWD-Regel lautet: „Nach den Eisheiligen (ab 16. Mai)“. Das ist der Tag, an dem Sie Ihre Tomaten ohne Risiko ins Beet setzen können.
Die Antwort auf die Frage „Wann kann ich in München Tomaten pflanzen?“ ist also eindeutig: Ab dem 16. Mai, nach den Eisheiligen. Der letzte Frost tritt statistisch zwar im Dezember auf, aber die Streuung ist groß. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet bis nach dem 15. Mai. Die DWD-Daten der Station München-Stadt (Indikativ 03379) zeigen eine ununterbrochene Messreihe von 1954 bis 2026 – eine solide Grundlage für diese Empfehlung.
Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center (CDC). Station München-Stadt (Indikativ 03379). Ausgewertete Kenntage: letzter Frosttag (tmin < 0 °C) und Jahresreihe 1954–2026. Die mittlere Tiefsttemperatur (tmin_media) stammt aus dem Jahr 2023. Lizenz: GeoNutzV. Die vollständige und aktuelle Reihe kann über den DWD-Open-Data-Portal abgerufen werden.
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