Aktualisiert: 2026-07-19 · Datenstand: 2026-07-17
Für alle, die in Hamburg einen Gemüsegarten planen, stellt sich jedes Frühjahr dieselbe Frage: Wann ist der Boden warm genug, und vor allem – wann kommt kein Frost mehr? Die offizielle Messstation Hamburg-Fuhlsbüttel (DWD, Kennung 01975) liefert dafür eine verlässliche Grundlage. Seit 1936 werden dort durchgehend die Minimumtemperaturen aufgezeichnet. Aus diesen Daten wurde der letzte Frosttag (Temperatur unter 0 °C) jedes Jahres ab 1950 ermittelt – daraus ergibt sich der beste Pflanzzeitpunkt für wärmeliebende Kulturen wie Tomaten, Zucchini oder Basilikum.
Das ist der 23. Dezember – doch Vorsicht: Hinter diesem Mittelwert verbirgt sich eine enorme Streuung. In manchen Jahren tritt der letzte Frost schon im November auf, in anderen erst im Januar. Für eine sichere Pflanzung ohne Risiko ist der Tag 372 (7. Januar) entscheidend: An diesem Datum liegt das 95. Perzentil, also der Zeitpunkt, ab dem statistisch nur noch in 5 % der Jahre ein Frost auftritt.
Die Faustregel „nach den Eisheiligen“ (11. bis 15. Mai) gilt für viele Regionen Deutschlands. In Hamburg sieht es anders aus: Die Frostperiode endet hier meist deutlich früher. Der berechnete Grenzwert (95. Perzentil) liegt mit Tag 372 nach den Eisheiligen – genauer: Der letzte sichere Frost kann noch Anfang Januar auftreten, aber schon ab Mitte Januar ist die Wahrscheinlichkeit für Bodenfrost unter 0 °C minimal. Wer also auf Nummer sicher gehen will, wartet die erste Januarwoche ab. Für die meisten Hausgärten bedeutet das: Der Pflanzkalender kann in Hamburg früher starten als in südlichen Bundesländern, weil die Winter milder sind und die letzte Kältewelle oft schon im Dezember oder frühen Januar durchzieht.
Um ein Gefühl für die Kälteverteilung zu bekommen, hilft der Blick auf die mittleren Tiefsttemperaturen pro Monat, gemittelt aus den aktuellsten vollständigen Jahresdaten (2023):
| Monat | Ø Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|
| Januar | 2,5 °C |
| Februar | 1,1 °C |
| März | 2,2 °C |
| April | 3,0 °C |
| Mai | 6,9 °C |
| Juni | 11,3 °C |
| Juli | 13,1 °C |
| August | 13,0 °C |
| September | 11,7 °C |
| Oktober | 8,4 °C |
| November | 3,3 °C |
| Dezember | 2,4 °C |
Datenbasis: Tagesminimum 2023, Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Die Werte zeigen, dass selbst im Januar und Februar die Durchschnitts-Tiefsttemperatur knapp über 2 °C bzw. 1 °C liegt – Frost ist also nicht die Regel, aber möglich.
Tomaten, Paprika und andere wärmebedürftige Pflanzen sollten Sie in Hamburg frühestens ab dem 7. Januar ins Freie setzen, wenn Sie das Restrisiko auf unter 5 % drücken wollen. Das ist der Tag 372 – das 95. Perzentil der letzten Frosttage. Wer etwas mutiger ist, kann sich am Mittelwert (23. Dezember) orientieren, muss aber damit rechnen, dass gelegentlich doch noch ein später Kälteeinbruch kommt. Ein Vlies oder eine Abdeckung für die Nächte Ende Dezember/Anfang Januar schadet nie.
Die Berechnung basiert auf der Lufttemperatur in 2 m Höhe an der DWD-Station. In Ihrem Garten kann es lokal abweichen: In Bodennähe, auf Freiflächen oder in Senken sinken die Temperaturen schneller und häufiger unter 0 °C. Zudem ist der letzte Frost nicht gleichbedeutend mit dem Ende aller Nachtfröste – auch im Januar und Februar können einzelne Nächte unter Null fallen, aber das sind dann oft nur leichte Reifereignisse. Die hier gezeigten Kennziffern sind der robuste Rahmen, an dem Sie sich orientieren können.
Das DWD Climate Data Center liefert für Hamburg-Fuhlsbüttel eine der längsten homogenen Reihen Deutschlands. Die Auswertung umfasst den Zeitraum 1936–2026 (mit täglichen Daten ab 1936). Die Frostanalyse selbst startet im Jahr 1950, da für die Jahre davor eine lückenlose Erfassung der Tagesminima nicht durchgehend gewährleistet ist. Die gesamte Messreihe umfasst 90 Jahre – von 1936 bis zum 17. Juli 2026.
Im Schnitt fällt der letzte Frost in Hamburg auf den 23. Dezember (Tag 358). Das 95. Perzentil liegt bei Tag 372, also dem 7. Januar. Diese Werte wurden direkt aus den Einzeljahren berechnet: Für jedes Jahr wurde der letzte Tag mit einer Minimumtemperatur unter 0 °C notiert, daraus der Mittelwert und der robuste Schwellenwert (Mittelwert + 1,5 × mittlere absolute Abweichung) abgeleitet.
Die Tabelle zeigt das konkrete Datum (ausgedrückt als Julianischer Tag) des letzten Frostes pro Jahr. Ein Wert von „0“ bedeutet: In dem Jahr gab es nach dem 1. Januar keinen einzigen Tag mit Frost. Diese Jahre sind die wärmsten Extremjahre.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Letzter Frost (Julianischer Tag) |
|---|---|
| 1956 | 370 |
| 1963 | 374 |
| 1969 | 372 |
| 1973 | 347 |
| 1976 | 370 |
| 1979 | 371 |
| 2010 | 372 |
Jeder Balken im späteren Diagramm steht für ein Jahr; die rote Linie zeigt den Mittelwert (358) und die grüne Linie das 95. Perzentil (372). Erkennbar: Seit den 1990er Jahren werden die Extremwerte etwas seltener, die Streuung bleibt aber groß.
Tomaten, Kürbis, Zucchini und andere Kälteempfindliche: In Hamburg-Fuhlsbüttel ist der 7. Januar (Tag 372) das Datum, ab dem statistisch gesehen nur noch in einem von zwanzig Jahren Frost auftritt. Der Durchschnittstermin des letzten Frostes liegt am 23. Dezember – wer bis dahin wartet, hat in den meisten Jahren schon gewonnen. Aber die Natur kennt keine Garantie. Die sicherste Strategie für den Hausgarten: Ab dem 7. Januar auspflanzen, bei Kaltlufteinbrüchen im Dezember und Januar mit Vlies schützen. Und wer es ganz genau wissen will, nutzt die täglichen Wetterdaten der Station Hamburg-Fuhlsbüttel – bei histoclima.com finden Sie die vollständige Reihe seit 1936.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Datenlizenz: GeoNutzV. Ausgewerteter Zeitraum: 1936–2026 (tägliche Minimumtemperaturen). Letzte Aktualisierung der Daten: 2026-07-17. Die Analysen zu Kenntagen (letzter Frost) basieren auf dem 90‑jährigen Beobachtungszeitraum ab 1950. Keine Garantie für lokale Abweichungen.
Mittelwert Tag 358 · 95. Perzentil Tag 372 · Regel: nach Eisheiligen. Stationshöhe: 11 m ü. NN, Lage in der Hamburger Innenstadt.
Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act
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