Tag-und-Nacht-Temperaturunterschied in Stuttgart: Bis zu 18,8 °C an einem einzigen Tag

Aktualisiert: 2026-08-24

Am 19. September 2025 klafften in Stuttgart-Schnarrenberg Tag- und Nachttemperatur so weit auseinander wie in keinem anderen Moment des untersuchten Zeitraums: 18,8 °C betrug die Tagesamplitude. Das ist der maximale Unterschied zwischen Höchst- und Tiefsttemperatur an einem Tag – ein Wert, der zeigt, wie viel thermische Spannung zwischen einem sonnigen Nachmittag und einer klaren Septembernacht stecken kann.

Wer in Stuttgart lebt, kennt das Phänomen: Tagsüber sitzt man im T-Shirt im Biergarten, und nachts braucht man auf dem Heimweg die Jacke. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) misst an der Station Stuttgart-Schnarrenberg (04928) seit Jahrzehnten, wie stark sich die Luft zwischen dem wärmsten Moment des Tages und der kältesten Stunde vor Sonnenaufgang aufheizt und wieder abkühlt. Diese sogenannte thermische Tagesamplitude – mathematisch die Differenz aus Tagesmaximum und Tagesminimum – ist eine der prägendsten Größen des lokalen Klimas.

Der Datensatz für die Station Stuttgart-Schnarrenberg umfasst den Zeitraum vom 3. Januar 2025 bis zum 22. August 2026. In diesen knapp zwanzig Monaten sticht ein Datum klar heraus: der 19. September 2025, als die Amplitude auf 18,8 °C kletterte. Natürliche Ursache waren in jenem Spätsommer eine wolkenlose Nacht und ein noch kräftig eingestrahlter Tag – ein Muster, das in Süddeutschland besonders häufig auftritt, wenn eine Hochdrucklage das Land bestimmt.

Warum Stuttgart so große Tag-Nacht-Unterschiede kennt

Die Stadt liegt im Talkessel, umgeben von den Hängen des Neckartals und den Ausläufern des Schwäbischen Walds. Bei klarem Himmel fließt die nächtliche Wärmeabstrahlung ungehindert ins All, während die Kaltluft an den Hängen herabgleitet und sich im Kessel sammelt. Gleichzeitig erwärmt sich der Talkessel tagsüber kräftig, weil die umliegenden Hänge die Sonneneinstrahlung zusätzlich reflektieren. Das vergrößert die Amplitude – ein Effekt, den man in flachen norddeutschen Landschaften seltener spürt.

Der Blick auf einen einzelnen Septembertag ist reizvoll, aber für Klimafragen hilft der systematische Vergleich über das Jahr. Deshalb hat histoclima.com die täglichen Messwerte der DWD-Station ausgewertet und zu einer mittleren täglichen Amplitude pro Bundesland verdichtet. Die folgende Tabelle zeigt die zehn Bundesländer mit dem größten durchschnittlichen Temperaturgegensatz zwischen Tag und Nacht im untersuchten Zeitraum. Für jedes Bundesland wurde zunächst der Mittelwert aller seiner Stationen gebildet, um einzelne extreme Standorte nicht überzugewichten.

Die zehn Bundesländer mit der größten mittleren Tagesamplitude (2025–2026)

Bundesland Mittlere Tagesamplitude (°C)
Bayern9,3
Baden-Württemberg9,3
Brandenburg9,2
Thüringen8,8
Sachsen-Anhalt8,8
Saarland8,6
Hessen8,6
Sachsen8,5
Rheinland-Pfalz8,4
Nordrhein-Westfalen8,3

Mit durchschnittlich 9,3 °C täglicher Spanne liegen Bayern und Baden-Württemberg gleichauf an der Spitze. Stuttgart ordnet sich damit in ein Muster ein, das weite Teile Süddeutschlands prägt: kontinentale Züge, die für kalte Nächte im Winter und warme Tage im Sommer sorgen. Der Einzelwert der Station Stuttgart-Schnarrenberg vom 19. September 2025 – 18,8 °C – liegt damit weit über dem regionalen Mittel und verdeutlicht, wie sehr einzelne Wetterlagen vom Durchschnitt abweichen können.

Die mittlere Amplitude von 9,3 °C bedeutet konkret für den Alltag in Stuttgart: Wenn die Tagestemperatur beispielsweise 25 °C erreicht, sinkt die Nacht auf etwa 16 °C. Bei klaren Nächten kann dieser Unterschied aber deutlich größer ausfallen – bis zu den gemessenen 18,8 °C. Besonders im Frühjahr und Herbst wird die Amplitude spürbar, wenn viel klare Luft aus östlichen Richtungen fließt: Schon nach Sonnenuntergang fällt das Thermometer schnell, und am frühen Morgen liegt häufig Tau auf den Wiesen.

Einordnung im Deutschlandvergleich

Interessant ist der Blick von Stuttgart aus nach Norden. Hamburg zeigt mit 6,5 °C die geringste mittlere Amplitude unter den ausgewerteten Ländern, Bremen mit 7,0 °C ebenfalls deutlich niedrigere Werte als der Süden. Der maritime Einfluss an Nord- und Ostsee begrenzt die Temperaturgegensätze, weil das Meer als Temperaturpuffer wirkt: Tagsüber kühlere Luft, nachts mildere Temperaturen. Stuttgart liegt mit seiner regionalen Amplitude von 9,3 °C zusammen mit Bayern auf dem Niveau von Brandenburg (9,2 °C) – ein Indiz dafür, dass der Südwesten Deutschlands thermisch häufig ähnliche Bedingungen kennt wie der trockenere Osten.

Der Höchstwert der Station vom 19. September 2025 reiht sich in ein für die Jahreszeit typisches Wettergeschehen ein: Eine spätsommerliche Warmluftmasse tagsüber, klare Nacht und damit eine effiziente Abstrahlung. Dass genau dieser Tag im gesamten Messzeitraum 2025–2026 den Rekord hält, überrascht wenig: Der September ist in Süddeutschland der Monat der größten thermischen Kontraste, bevor die ersten atlantischen Störungen wieder feuchte und windige Bedingungen bringen.

Was die Zahlen für den Alltag bedeuten

Für alle, die in Stuttgart Veranstaltungen planen, eine Wohnung suchen oder einfach wissen wollen, was sie beim abendlichen Spaziergang erwartet, sind die Daten hilfreich. Die 18,8 °C am 19. September 2025 sind ein Extremwert, aber die mittlere Amplitude von 9,3 °C gilt für das ganze Land Baden-Württemberg und damit auch für die Landeshauptstadt. Praktisch bedeutet das: Wer einen kühlen Abend im Freien verbringt, sollte sich beim sonnigen Nachmittagswetter nicht täuschen lassen – die Nächte können die gefühlte Temperatur schnell um ein Vielfaches senken. Thermische Unterwäsche fürs Zelten, eine Jacke fürs Kino oder ein Pullover für die Terrasse sind in Stuttgart an vielen Tagen des Jahres keine schlechte Wahl, auch wenn die Mittagshitze anderes suggeriert.

Für Genauigkeit sorgt der Datensatz des DWD, der an der Station Stuttgart-Schnarrenberg täglich die Höchst- und Tiefsttemperaturen misst und archiviert. Die hier gezeigten Amplituden wurden aus diesen offiziellen Messwerten berechnet – zuerst pro Station und Tag, dann über alle Stationen eines Bundeslandes gemittelt, um ein verzerrendes Einzelbild zu vermeiden.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Zusammengefasst lässt sich der Tag-Nacht-Temperaturunterschied in Stuttgart im Zeitraum 3. Januar 2025 bis 22. August 2026 so beschreiben:

Dieser Überblick bestätigt: Stuttgart ist eine Stadt der großen Temperaturgegensätze. Obwohl die mittlere Amplitude mit 9,3 °C im oberen Bereich Deutschlands liegt, sind die Extreme an Einzeltagen wie dem 19. September 2025 deutlich markanter. Tagsüber Sonne, nachts klirrende Kühle – dieser Rhythmus prägt das Klima am Schnarrenberg und macht die Region für Klimainteressierte besonders spannend. Wer sich auf den Wechsel einstellt, erlebt Stuttgart klimatisch von seiner abwechslungsreichsten Seite.

Für alle weiterführenden Fragen zu Temperaturen, Niederschlägen oder Windverhältnissen der Station Stuttgart-Schnarrenberg sei auf die umfangreichen Archive des DWD verwiesen, die diese Datenreihen frei zugänglich machen.

Quelle: DWD – Climate Data Center, Station Stuttgart-Schnarrenberg, Zeitraum 2025–2026.

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Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act