Aktualisiert: 2026-08-05
Die Antwort in Zahlen: Wer seine Kindheit in den 1970ern oder 1980ern in Frankfurt verbracht hat, erlebte Sommer mit durchschnittlich 18,3 °C (1970er) bzw. 18,2 °C (1980er). Seit 2010 liegt der Durchschnitt bei 20,3 °C – das ist der wärmste Wert im Vergleich der Jahrzehnte.
Das bedeutet: Ein heutiger Sommer in Frankfurt ist im Mittel rund zwei Grad wärmer als die Sommer der eigenen Kindheit.
Die offiziellen Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Frankfurt/Main zeigen einen klaren Trend. Betrachtet man die durchschnittliche Sommertemperatur (Juni, Juli, August), so ergibt sich für die 1970er Jahre ein Wert von 18,3 Grad. In den 1980er Jahren war es mit 18,2 Grad geringfügig kühler. Doch seit dem Jahr 2010 hat sich das Bild deutlich verändert: Die Sommermonate bringen es nun auf 20,3 Grad im Durchschnitt.
Diese Differenz von 2,0 Grad mag auf den ersten Blick unspektakulär klingen, doch für das Klima einer Stadt ist sie beachtlich. Sie verschiebt nicht nur die Wahrnehmung von „normalen“ Sommertagen, sondern hat auch konkrete Auswirkungen auf die Länge von Hitzewellen, die Zahl der Tropennächte und den Wasserhaushalt der Region. Die Datenreihe reicht dabei bis ins Jahr 1935 zurück – das älteste Datum mit Messwerten für Frankfurt ist der 1. Juli 1935, das jüngste der 3. August 2026.
Die folgende Tabelle zeigt die offiziellen Mittelwerte für Frankfurt/Main (Kennung 01420), wie sie vom DWD berechnet wurden.
| Zeitraum | Durchschnittstemperatur (°C) |
|---|---|
| 1970er | 18,3 |
| 1980er | 18,2 |
| heute (ab 2010) | 20,3 |
Die Berechnung bezieht sich ausschließlich auf die Monate Juni bis August. Es handelt sich um die durchschnittliche Lufttemperatur in 2 Metern Höhe, gemessen an der offiziellen Wetterstation Frankfurt/Main.
Wer in den 1970ern oder 1980ern aufgewachsen ist, erinnert sich an Sommer, die selten die 30-Grad-Marke über längere Zeit überschritten. Heute sind Phasen mit über 30 Grad keine Ausnahme mehr, sondern prägen den Sommer in Frankfurt. Die Zahl von 20,3 Grad als Mittelwert bedeutet, dass auch die Nächte und die Übergangszeiten wärmer geworden sind. Es ist nicht nur die Spitze, die steigt, sondern die gesamte Basislinie der Sommertemperatur.
Besonders deutlich wird der Unterschied im Vergleich mit den wärmsten Bundesländern der Jahre 1970–1989. Damals waren die Spitzenreiter unter den Bundesländern im Sommer im Mittel 17,9 Grad warm (Tagesmittel) und erreichten im Tagesmaximum 22,8 Grad. Ein weiteres Bundesland kam auf 17,3 Grad (Tagesmittel) und 22,9 Grad im Maximum. Diese Werte liegen also unter dem, was heute in Frankfurt als Normalität gilt – unsere heutigen Sommer sind im Schnitt wärmer als die damaligen Sommer in den wärmsten Regionen Deutschlands.
Zur Einordnung: In jener Zeit führten diese Bundesländer die Hitze-Rangliste an (Tagesmittel und Tagesmaximum im Juni–August):
| Bundesland | Ø-Temperatur (°C) | Ø-Maximum (°C) |
|---|---|---|
| Berlin | 17,9 | 22,8 |
| Brandenburg | 17,3 | 22,9 |
| Baden-Württemberg | 17,1 | 22,4 |
| Hessen | 16,8 | 21,3 |
| Saarland | 16,7 | 22,0 |
| Nordrhein-Westfalen | 16,6 | 22,0 |
| Rheinland-Pfalz | 16,6 | 21,9 |
| Sachsen-Anhalt | 16,6 | 20,7 |
| Thüringen | 16,5 | 21,4 |
| Niedersachsen | 16,5 | 21,7 |
Man sieht: Selbst die damals wärmsten Regionen lagen mit ihrem Tagesmittel unter dem heutigen Frankfurter Durchschnitt von 20,3 Grad. Das verdeutlicht die Verschiebung, die innerhalb weniger Jahrzehnte stattgefunden hat.
Die Station Frankfurt/Main gehört zu den am längsten durchgängig betriebenen Wetterstationen Deutschlands. Die vorliegenden Daten decken den Zeitraum vom 1. Juli 1935 bis zum 3. August 2026 ab. Diese lange Reihe macht die Aussagekraft der Zahlen robust: Es handelt sich nicht um ein paar verregnete Sommer, sondern um eine statistisch belastbare Entwicklung über mehrere Jahrzehnte.
Für alle, die sich fragen, ob die eigene Erinnerung trügt: Die Daten des DWD bestätigen den Eindruck. Die Sommer der Kindheit, die als „normal“ empfunden wurden, entsprechen aus heutiger Sicht einem kühleren Klimazustand. Die aktuellen Sommer übertreffen diese Werte deutlich – und das nicht nur in einzelnen Ausreißern, sondern im gesamten Durchschnitt der Monate Juni bis August.
Wer also konkrete Zahlen für die Frage „Ist es heute wärmer als in meiner Kindheit?“ sucht, findet hier eine klare Antwort: Ja, im Mittel um 2,0 Grad wärmer – von 18,3 °C (1970er) bzw. 18,2 °C (1980er) auf 20,3 °C (ab 2010). Diese Werte basieren auf den offiziellen Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes für die Station Frankfurt/Main.
Quelle: DWD (Deutscher Wetterdienst), Station Frankfurt/Main. Datenstand: 2026-08-05.
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