Aktualisiert: 2026-07-23
Der Winter 1963 bleibt in der Kölner Stadtgeschichte unvergessen. Damals wurden an der Station Köln-Stammheim 71 Schneetage registriert – ein Wert, der bis heute, mehr als sechs Jahrzehnte später, nicht wieder erreicht wurde. Die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, wie außergewöhnlich dieser Winter war: Nur ein einziges Jahr brachte überhaupt mehr als 40 Schneetage, und das war 1947 mit 41 Tagen.
Für alle, die nach Köln ziehen oder einfach nur wissen wollen, wie oft hier wirklich Schnee liegt: Die offiziellen Daten der Messstation Köln-Stammheim (DWD-Kennung 02968) liegen für den Zeitraum 1945 bis 2024 vor. Ein Schneetag zählt, wenn an einer der rund 350 Wetterstationen des Bundesgebiets eine Schneedecke von mindestens einem Zentimeter gemeldet wird. In den folgenden Jahren zeigt sich ein klares Muster: Schnee ist in Köln selten, aber wenn er fällt, dann oft in geballter Form.
Betrachtet man die gesamte Messreihe, so fällt auf, dass die meisten Jahre nur eine einstellige Zahl an Schneetagen aufweisen. Seit 1945 gab es Jahre mit genau 1, 2 oder 3 Schneetagen – etwa 1949, 1957 oder 2002. Doch es gibt auch Jahre, in denen der Winter richtig zuschlägt. Die Liste der Jahre mit den meisten Schneetagen lautet aus den Originaldaten:
Diese fünf Jahre stechen deutlich hervor. Besonders 1963 und 1985 gelten als die schneereichsten Winter der Nachkriegszeit in der Region. Der Winter 1947 liegt direkt dahinter – ein Jahr, das noch stark von den Nachkriegswintern geprägt war. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder kürzere Kälteeinbrüche, aber nie wieder eine solche Konzentration an Schneetagen.
Die folgende Tabelle zeigt die exakte Anzahl der Schneetage pro Jahr, wie sie vom DWD für Köln-Stammheim erfasst wurden. Fehlende Jahre bedeuten, dass in jenen Jahren kein einziger Tag mit messbarem Schnee registriert wurde (0 Schneetage). Diese Werte sind nicht etwa „nicht verfügbar", sondern dokumentieren tatsächlich schneefreie Winter – ein wichtiges Detail für das Verständnis des Kölner Klimas.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Schneetage |
|---|---|
| 1947 | 41 |
| 1949 | 1 |
| 1956 | 34 |
| 1963 | 71 |
| 1979 | 39 |
| 1985 | 44 |
| 1986 | 25 |
Bemerkenswert ist die Häufung schneearmer Jahre nach der Jahrtausendwende. Zwischen 2000 und 2007 gab es insgesamt nur 35 Schneetage – das entspricht etwa der Hälfte des Rekordwinters 1963. Besonders die Winter 2002 und 2007 tauchen mit nur einem Schneetag auf, was die milde Phase der 2000er Jahre unterstreicht. Die Datenreihe zeigt aber auch, dass selbst in wärmeren Dekaden immer wieder einzelne schneereiche Winter möglich sind, wie 1997 mit 18 Tagen oder 2003 mit 11 Tagen.
Neben der bloßen Anzahl der Tage mit Schnee liefert der DWD auch die mittlere Schneehöhe pro Jahr. Diese Werte sind in Zentimetern angegeben und geben einen Eindruck, wie ergiebig die Schneefälle waren. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Schneehöhe (in cm) für die Jahre, in denen überhaupt Schnee gemessen wurde (Werte von 0.0 bedeuten, dass Schnee zwar vorkam, aber die durchschnittliche Höhe unter 0.05 cm lag).
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Durchschnittliche Schneehöhe (cm) |
|---|---|
| 1947 | 0.6 |
| 1953 | 0.1 |
| 1956 | 0.6 |
| 1963 | 1.4 |
| 1969 | 0.4 |
| 1979 | 0.5 |
| 1985 | 1.0 |
Auch hier zeigt sich: Die Schneemenge pro Jahr ist in Köln meist gering. Der Wert von 1.4 cm im Jahr 1963 ist der höchste Durchschnittswert der gesamten Reihe – das bedeutet, dass selbst im Rekordwinter die durchschnittliche Schneehöhe an diesem Standort nur knapp über einem Zentimeter lag. Die Kombination aus vielen Schneetagen und einer vergleichsweise niedrigen Durchschnittshöhe spricht für häufige, aber oft nicht sehr ergiebige Schneefälle, wie sie für das Rheinland typisch sind. Im Vergleich dazu brachte 1985 mit 44 Schneetagen eine durchschnittliche Höhe von 1.0 cm, 1979 mit 39 Tagen immerhin 0.5 cm.
Die Antwort auf die Frage „Wie viele Schneetage gibt es pro Jahr in Köln?“ lautet: Im Schnitt deutlich unter zehn. Die Datenreihe seit 1945 zeigt Jahre ohne einen einzigen Schneetag (z.B. 1974, 1983, 1989, 1990, 1998, 2008, 2014 – allesamt mit exakt 0 Tagen), aber auch einzelne extreme Ausreißer. Wer auf weiße Weihnachten hofft, sollte die Jahre 1963 (71 Tage), 1985 (44) und 1947 (41) im Hinterkopf behalten – sie sind die statistischen Ausnahmen, nicht die Regel. Für die Planung von Veranstaltungen oder Reisen ist es hilfreich zu wissen, dass die Wahrscheinlichkeit für mehrere Schneetage hintereinander in Köln sehr gering ist, und selbst in schneereichen Wintern die Schneedecke meist dünn bleibt.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center
Station: Köln-Stammheim (Indikativ 02968)
Zeitraum: 1. Januar 1945 bis 31. August 2024
Lizenz: GeoNutzV – Die Daten sind offen und können unter Nennung der Quelle weiterverwendet werden.
Letzte Aktualisierung: 2026-07-23
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