Aktualisiert: 2026-07-19
Der Winter 2010 sticht aus der 90-jährigen Messreihe der Station Hamburg-Fuhlsbüttel heraus wie kein zweiter. Die Schneedecke lag an 96Tagen mit mindestens 1 cm Schnee – das sind mehr als drei Monate mit Schnee, von November bis in den April hinein. Der Rekord aus dem Jahr 2010 bleibt bis heute ungebrochen. Zum Vergleich: Im mildesten Winter der Serie, dem Jahr 1989, gab es gerade einmal 2 Schneetage – ein Unterschied, der die ganze Bandbreite des Hamburger Winterklimas zeigt.
Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, und werden hier für die Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975) ausgewertet. Ein Schneetag (Kenntag) ist definiert als ein Tag, an dem die gemessene Schneehöhe um 7 Uhr morgens mindestens 1 cm beträgt. Die Reihe beginnt 1936 und reicht bis in den Juli 2026 – eine der längsten und konsistentesten Schneeaufzeichnungen Norddeutschlands.
Die Extreme machen deutlich, wie sehr die Schneehäufigkeit von Jahr zu Jahr schwanken kann. Die fünf Jahre mit den meisten Schneetagen:
Vier dieser fünf Rekordwinter liegen mehr als 40 Jahre zurück. Der Winter 2010 ist der einzige jüngere Ausreißer – und er übertrifft alle vorherigen um mehr als 15 Tage.
Am anderen Ende der Skala stehen Winter, in denen die Schneedecke fast komplett ausblieb:
Die Jahre 1989 und 1990 markieren eine milde Phase, in der Schnee zur Rarität wurde. Auch das Jahr 2020 – mit nur 2 Schneetagen – steht in dieser Tradition und zeigt, dass solche Extrem-Mildwinter im 21. Jahrhundert wiederkehren.
Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Schneetage für jedes einzelne Jahr seit 1936. Sie ist die Grundlage für alle obigen Aussagen und wird vom DWD auf Tagesbasis aus den Originalmessungen der Station Hamburg-Fuhlsbüttel berechnet.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Schneetage |
|---|---|
| 1940 | 73 |
| 1963 | 80 |
| 1969 | 66 |
| 1970 | 80 |
| 1979 | 72 |
| 1989 | 2 |
| 2010 | 96 |
Neben der Anzahl der Tage misst der DWD auch die durchschnittliche Schneehöhe pro Jahr. Die Werte zeigen, wie massiv die Schneedecke in den Rekordjahren war. In den schneereichsten Jahren lag die mittlere Schneehöhe (über alle Tage mit Schnee gemittelt) bei:
Die mittlere Schneehöhe lag 1946 mit 5,3 cm am höchsten – fast doppelt so hoch wie im Rekord-Schneejahr 2010. Das zeigt: Der Winter 2010 brachte vor allem eine außergewöhnlich lange, aber nicht extrem tiefe Schneedecke, während das Jahr 1946 mit tieferem Schnee, aber kürzerer Dauer auffällt.
Die Reihe zeigt einen deutlichen Trend: Die 1940er bis 1970er Jahre hatten viele schneereiche Winter (1940, 1942, 1955, 1963, 1970, 1979). Seit den 1990er Jahren dominieren milde Winter mit deutlich weniger Schneetagen. Der Winter 2010 sticht als einziger Ausreißer im 21. Jahrhundert mit extrem vielen Schneetagen heraus. Die Jahre 2024, 2025 und 2026 zeigen mit 11, 4 bzw. 42 Schneetagen eine gemischte Entwicklung – der Winter 2026 (Januar bis Juli) brachte mit 42 Tagen wieder einen schneereicheren Abschnitt, der aber noch weit unter den Rekorden der 1960er und 1970er Jahre liegt.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, CDC. Lizenz: GeoNutzV (Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0).
Station: Hamburg-Fuhlsbüttel (Kennung 01975). Höhe: 11 m ü. NN. Geografische Koordinaten: 53°38' N, 9°59' O.
Definition Schneetag: Tag, an dem die Schneehöhe (gemessen um 7 Uhr MEZ/MESZ) ≥ 1 cm beträgt. Die Auswertung basiert auf dem Tageswert (Maximum der Einzelmessungen) der Tabelle diario_de.
Zeitraum: 1. Januar 1936 bis 17. Juli 2026 (letzter verfügbarer Datenstand).
Berechnung: Die Jahressumme der Schneetage wird aus den täglichen Schneemessungen der Station aggregiert. Die mittlere Schneehöhe pro Jahr ist der arithmetische Mittelwert aller Tage mit Schnee ≥ 1 cm im jeweiligen Jahr.
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