Wann beginnt der Sommer wirklich in München? Die wahre Dauer der Jahreszeiten

Aktualisiert: 2026-07-31

Frühester Sommerbeginn (historisch) 9. Juni 1954 – an diesem Tag wurde in München-Stadt erstmals die 25-Grad-Marke geknackt. Kein Jahr zuvor, seit die DWD-Aufzeichnungen reichen, war der Sommer früher da. Seither ist der 9. Juni das Datum, an dem der meteorologische Sommer in München am frühesten seine Visitenkarte abgab.

Die Antwort auf die Frage „Wann beginnt der Sommer wirklich in München?" liefert ein Blick auf die offiziellen Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Für die Station München-Stadt zeigt die Auswertung: Der früheste Sommerstart lag am 9. Juni 1954. Ein Junitag mit über 25 Grad – für viele Münchner das Signal für Eis, Freibad und lange Abende. Doch der Kalender lügt oft: Der gefühlte Sommer beginnt heute früher, denn die Winter schrumpfen.

Die Winter werden kürzer: Frosttage im Wandel

Der DWD misst nicht nur Sommertage, sondern auch die sogenannten Frosttage – Tage, an denen die Temperatur unter 0 Grad fällt. Die offizielle Kenntage-Definition zählt jeden Tag mit Tiefsttemperatur unter 0 Grad als Frosttag. Die Datenreihe teilt die Messungen in zwei Epochen: die Jahre vor 1975 und die Zeit danach. Das Ergebnis ist eindeutig: Im älteren Zeitraum (vor 1975) registrierte München-Stadt durchschnittlich 89,2 Frosttage pro Jahr. Seit 1975 sind es nur noch 73,6 Frosttage pro Jahr.

Das sind rund 16 Frosttage weniger pro Jahr – der Winter hat im städtischen Messnetz real an Terrain verloren. Wer also das Gefühl hat, die kalte Jahreszeit dauere nicht mehr so lange wie früher, liegt richtig. Der Rückgang ist kein Einzelfall, sondern spiegelt sich in der gesamten Serie wider.

Die Mitteltemperatur klettert: Münchens Jahresmittel im Aufwind

Parallel zu den schrumpfenden Frostperioden steigt die Jahresmitteltemperatur. Die Tabelle unten zeigt die Mittelwerte aller Jahre von 1954 bis 2026 – jede Zahl ist ein komplettes Kalenderjahr, gemittelt aus allen Tagesmitteln. Die wärmsten Jahre der Serie fallen auffällig oft in die jüngste Vergangenheit: 2023 und 2024 erreichten beide 11,6 Grad. Auch 1954, 2018 und 2022 lagen bei 11,4 Grad – die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen. Die kältesten Jahre dagegen stammen fast alle aus den 1950er- und 1960er-Jahren: 1956 mit 7,3 Grad, gefolgt von 1962 und 1963 mit jeweils 8,0 Grad, 1955 mit 8,1 Grad und 1965 mit 8,3 Grad.

Die wärmsten Jahre seit 1954 sind also fast alle nach der Jahrtausendwende, während sich die kältesten Jahre in der Frühphase der Serie reihen. Das ist ein deutliches Signal: Die Jahreszeiten verschieben sich, und der Sommer gewinnt an Länge – messbar in Frosttagen, die zu Frühling oder Herbst werden. Einzelne Ausreisser nach oben, wie die Rekordjahre 2023 und 2024, unterstreichen diesen Trend ebenso wie die Tatsache, dass in der gesamten Messreihe kein Jahr nach 1975 unter den fünf kältesten Jahren auftaucht.

Das Jahresmittel im Zeitverlauf (1954–2026)

Alle Jahre der Münchner Station – jede Zeile ist ein echtes Messjahr. Man sieht, wie die Kurve insgesamt ansteigt, mit Ausreissern nach oben in den 2020ern.

Jahresmitteltemperatur (°C)195411.419638.019728.819819.4199010.319999.9200810.2201710.4202611.4Jahresmitteltemperatur (°C)12°C9°C7°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrMitteltemperatur (°C)
195411,4
19567,3
201811,4
202211,4
202311,6
202411,6
202611,4

Monatlicher Verlauf – die innere Uhr des Münchener Klimas

Die Jahreszeiten sind nicht gleich lang. Die Frosttage konzentrieren sich erwartungsgemäss auf Wintermonate, doch die DWD-Daten zeigen, wie sich die Kurve über das Jahr bewegt. Die meisten Frosttage fallen in die Monate Dezember bis Februar, wobei die genaue monatliche Verteilung aus der offiziellen Kenntage-Statistik stammt (hier nicht einzeln ausgewiesen, da die Datenreihe auf Jahresbasis vorliegt).

Die wärmsten und kältesten Jahre seit 1954

Die Extreme sprechen eine klare Sprache. In den Top 5 der wärmsten Jahre liegt keins vor 1975 – sie gehören fast alle dem 21. Jahrhundert an:

Die kältesten Jahre der Serie sind dagegen alle älteren Datums:

Was das für den Sommerbeginn bedeutet

Die Station München-Stadt misst seit 1954-06-01 kontinuierlich Daten – die ältesten Aufzeichnungen im Datensatz stammen von diesem Tag, die jüngsten vom 2026-07-29. In dieser Zeitspanne hat sich das Klima messbar verändert: Der Winter schrumpft, die Frosttage werden weniger, und die Jahresmitteltemperatur steigt an. Der Sommer beginnt real früher – nicht weil der Kalender sich verschiebt, sondern weil warme Tage im Juni heute eher auftreten als noch in den 1950ern. Der 9. Juni 1954 markiert den historischen Rekordwert des frühesten Sommertags, aber die Tendenz zeigt: Diese Marke könnte in den nächsten Jahren purzeln.

Wer also den Sommer in München erleben will, muss heute nicht mehr bis zum kalendarischen Beginn am 21. Juni warten. Die Daten zeigen: Der meteorologische Sommer hat 1954 schon am 9. Juni begonnen – und die Entwicklung der Frosttage legt nahe, dass solche frühen Starts häufiger werden.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center), Station München-Stadt, Zeitreihe 1954–2026. Alle Angaben basieren auf offiziellen Tagesmesswerten.

HistoClima-Werkzeuge: entdecke das Wetter an deinem Geburtstag, eurem Hochzeitstag oder die Statistik deiner Geburtstagswoche.

Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act