Aktualisiert: 2026-09-30
Der regenreichste Tag der Münchner Messreihe fiel in einen Sommer, der bis heute in den Büchern steht: Das Jahr 1965 brachte es an der DWD-Station München-Stadt auf 162 Regentage – die meisten Regentage eines einzelnen Jahres in der gesamten ausgewerteten Serie von 1955 bis 2025. Kein anderes Jahr der Reihe erreicht diesen Wert. Den zweithöchsten Wert hält das Jahr 1970 mit 154 Regentagen, dicht gefolgt von 1966 mit 153 Tagen.
Die kurze Antwort auf die Frage im Titel: Nein – zumindest nicht in einem klaren, stetigen Trend. Über den gesamten Auswertungszeitraum von 1955 bis 2025 verzeichnet die DWD-Station München-Stadt im Mittel 126,3 Regentage pro Jahr. Das sind Tage, an denen mindestens 1 Millimeter Niederschlag fällt. Die Zahl schwankt von Jahr zu Jahr erheblich, ohne dass sich eine eindeutige Abnahme der Regentage nachweisen ließe. Im Jahr 2025 wurden 107 Regentage registriert, im bisherigen Spitzenjahr 1965 waren es 162 – eine Spanne, die zeigt, wie stark einzelne Jahre auseinanderliegen.
Für die Gesamtauswertung standen an der Station Daten aus 71 vollständigen Jahren zur Verfügung. Über alle diese Jahre hinweg wurden 8966 Regentage erfasst – also Tage mit mindestens 1 Millimeter Niederschlag. Der Bezugszeitraum reicht vom 1. Januar 1955 bis zum 31. Dezember 2025, für den insgesamt 25933 Tage mit vollständigen Messwerten vorliegen.
Die Jahre mit den wenigsten Regentagen liegen überwiegend deutlich zurück: Spitzenreiter nach unten ist das Jahr 1959 mit nur 84 Regentagen – der niedrigste Wert der ganzen Reihe. Danach folgen 1972 mit 97 Tagen und 1971 mit 100 Tagen. Erst auf dem vierten Platz taucht mit dem Jahr 2003 ein vergleichsweise junges Jahr auf: Damals wurden 101 Regentage gezählt. Den Abschluss dieser unteren Gruppe bildet 1984 mit 105 Regentagen.
| Jahr | Regentage |
|---|---|
| 1959 | 84 |
| 1972 | 97 |
| 1971 | 100 |
| 2003 | 101 |
| 1984 | 105 |
Am anderen Ende der Skala stehen Jahre mit besonders vielen Regentagen. Neben dem Spitzenreiter 1965 mit 162 Tagen finden sich dort 1970 mit 154, 1966 mit 153, 1988 mit 148 und 1974 mit 147 Regentagen. Auffällig: Die nassen Extreme der Münchner Reihe konzentrieren sich ganz überwiegend auf die 1960er- und 1970er-Jahre. Unter den fünf Jahren mit den meisten Regentagen findet sich kein einziges Jahr aus dem 21. Jahrhundert.
| Jahr | Regentage |
|---|---|
| 1965 | 162 |
| 1970 | 154 |
| 1966 | 153 |
| 1988 | 148 |
| 1974 | 147 |
Betrachtet man die durchschnittliche Zahl der Regentage je Jahrzehnt, zeigt sich ein relativ stabiles Bild mit wellenförmigen Schwankungen – aber kein Rückgang. Die 1960er-Jahre waren mit einem Mittel von 131,6 Regentagen pro Jahr das niederschlagsreichste vollständige Jahrzehnt der Reihe. Die 1970er-Jahre gingen dagegen mit 121,6 Tagen pro Jahr als vergleichsweise trockenes Jahrzehnt durch. In den 2000er-Jahren stieg der Mittelwert wieder auf 128,2 Tage pro Jahr, in den 2010er-Jahren lag er bei 123,4 Tagen pro Jahr. Die 2020er-Jahre verzeichnen bislang einen Mittelwert von 124,0 Regentagen pro Jahr, gestützt auf sechs vollständige Jahre.
| Jahrzehnt | Regentage pro Jahr (Mittel) | Vollständige Jahre |
|---|---|---|
| 1950er | 125,0 | 5 |
| 1960er | 131,6 | 10 |
| 1970er | 121,6 | 10 |
| 1980er | 128,1 | 10 |
| 1990er | 126,8 | 10 |
| 2000er | 128,2 | 10 |
| 2010er | 123,4 | 10 |
| 2020er | 124,0 | 6 |
Wer genau hinsieht, erkennt das Muster: Der Münchener Regen verteilt sich über die Jahrzehnte hinweg auf ähnlich viele Tage. Mal sind es etwas mehr, mal etwas weniger, aber ein dauerhafter Trend zu weniger Regentagen lässt sich aus den Jahrzehnt-Mitteln nicht ablesen. Die 1960er-Jahre waren die nassesten, die 1970er- und 2010er-Jahre die trockensten – beide Extreme liegen weit auseinander und wechseln sich ab.
Die folgende Tabelle zeigt für jedes vollständige Jahr des Zeitraums die Zahl der Regentage sowie die Jahressumme des Niederschlags an der Station München-Stadt. Sie macht deutlich, wie stark einzelne Jahre voneinander abweichen – von 84 Regentagen im Jahr 1959 bis zu 162 Regentagen im Jahr 1965.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Regentage | Niederschlag (mm) |
|---|---|---|
| 1959 | 84 | 695,9 |
| 1965 | 162 | 1254,2 |
| 1966 | 153 | 1298,1 |
| 1970 | 154 | 946,1 |
| 1974 | 147 | 1080,7 |
| 1987 | 146 | 1038,8 |
| 1988 | 148 | 993,5 |
Wer sich in München niederlässt oder einen Termin unter freiem Himmel plant, sollte mit einer Größenordnung von etwa einem Drittel des Jahres rechnen, an dem es nennenswert regnet – das entspricht dem langjährigen Mittel von 126,3 Regentagen. Dabei fallen die Regentage keineswegs gleichmäßig: Auf ein Jahr wie 1959 mit nur 84 Regentagen folgen Jahre wie 1965 mit 162. Die Station München-Stadt liegt auf 515 Metern Höhe und steht stellvertretend für das Stadtklima, nicht für das der umliegenden Alpenregionen, wo andere Niederschlagsverhältnisse herrschen.
Die Daten der langen Münchner Reihe zeigen damit ein doppeltes Bild: Die Zahl der Regentage unterliegt von Jahr zu Jahr großen Schwankungen, ein klarer langfristiger Trend zu weniger Regentagen lässt sich aus der Station München-Stadt im Zeitraum 1955 bis 2025 jedoch nicht ableiten. Wer die konkreten Jahressummen betrachtet, stellt zudem fest, dass sich nassere und trockenere Jahre über die gesamte Reihe hinweg abwechseln, ohne dass eine Richtung dauerhaft dominiert.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Station München-Stadt, Zeitraum 1955–2025. Datenlizenz: GeoNutzV.
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