Aktualisiert: 2026-07-17
Das Jahr 2002 war ein reines Wasserjahr: 1061,7 Millimeter Niederschlag prasselten auf die Stadt – das ist so viel, wie sonst in anderthalb Jahren fällt. Doch noch bemerkenswerter ist die Intensität: 5,3 Millimeter pro Regentag. Das bedeutet, dass jeder Tag mit Regen im Schnitt gut fünf Liter pro Quadratmeter brachte – ein Wert, der seit 1890 nur einmal erreicht wurde. Rekordintensität seit Aufzeichnungsbeginn.
Die mittlere Niederschlagsintensität pro Regentag (Millimeter pro Tag mit messbarem Niederschlag) ist ein feiner Indikator für die Regenart. Liegt sie dauerhaft unter 3,0 Millimetern, dominieren feine, häufige Nieselereignisse; steigt sie über 4,0 Millimeter, sind die meisten Regentage ergiebiger, oft mit kräftigen Schauern oder langanhaltendem Landregen. Für Bremen haben wir eine lückenlose Reihe von 1890 bis zum 15. Juli 2026 ausgewertet – die längste durchgehende Messreihe der Stadt.
Der DWD hat die Daten nach Jahrzehnten gebündelt, um langfristige Trends zu erkennen. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche Intensität pro Regentag für jede Dekade und die Gesamtniederschlagsmenge:
| Dekade | mm pro Regentag | Regentage gesamt | Gesamtniederschlag (mm) |
|---|---|---|---|
| 1890 | 3,4 | 1920 | 6579,4 |
| 1900 | 3,4 | 1942 | 6629,8 |
| 1910 | 3,4 | 1956 | 6624,1 |
| 1920 | 3,3 | 1900 | 6185,8 |
| 1930 | 3,5 | 1910 | 6686,1 |
| 1940 | 3,8 | 1619 | 6195,8 |
| 1950 | 3,7 | 1978 | 7415,7 |
| 1960 | 3,6 | 2059 | 7472,3 |
| 1970 | 3,4 | 1945 | 6589,4 |
| 1980 | 3,4 | 2003 | 6801,4 |
| 1990 | 3,8 | 1812 | 6871,7 |
| 2000 | 3,8 | 1920 | 7322,5 |
| 2010 | 3,3 | 1844 | 6101,4 |
| 2020 | 3,5 | 1232 | 4351,7 |
Die Dekaden 1940, 1950, 1990 und 2000 stechen mit einer Intensität von 3,8 Millimetern pro Regentag hervor – fast einen halben Millimeter mehr als das Jahrhundertmittel. Die 1960er Jahre waren mit 2059 Regentagen die niederschlagsreichste Dekade, wenn auch mit einer etwas geringeren Intensität von 3,6 Millimetern.
Nicht jede Episode ist gleich. Die Jahre, die am heftigsten pro Regentag ausfielen:
Am anderen Ende der Skala liegt das Jahr 1907 mit nur 2,2 Millimetern pro Regentag. Damals regnete es an 205 Tagen, aber die Gesamtmenge betrug nur 457,1 Millimeter – die Regenfälle waren also außergewöhnlich flach. Es folgen die Jahre 1904 (2,7 mm/Tag) und 1959 (2,8 mm/Tag), die ebenfalls sehr niederschlagsarm ausfielen.
Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr die Anzahl der Regentage, die Gesamtniederschlagsmenge und die mittlere Intensität pro Regentag. Die Daten stammen aus der offiziellen Station Bremen des DWD und decken den gesamten Zeitraum vom 1. Januar 1890 bis zum 15. Juli 2026 ab.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Regentage | Gesamtniederschlag (mm) | mm pro Regentag |
|---|---|---|---|
| 1907 | 205 | 457,1 | 2,2 |
| 1939 | 184 | 810,2 | 4,4 |
| 1961 | 203 | 884,5 | 4,4 |
| 1993 | 181 | 908,8 | 5,0 |
| 2002 | 202 | 1061,7 | 5,3 |
| 2023 | 216 | 991,7 | 4,6 |
| 2024 | 198 | 887,2 | 4,5 |
Der DWD hat auch die mittlere Regenintensität aller Bundesländer erhoben. Bremen liegt mit seinem langjährigen Mittel um 3,5 Millimetern pro Regentag unter dem Niveau der südlichen und westlichen Länder. Die höchste Intensität verzeichnen:
Niedersachsen, zu dem Bremen gehört, liegt mit 4,0 Millimetern im Mittelfeld, während Schleswig-Holstein und Thüringen ebenfalls 4,0 Millimeter erreichen. Die niedrigere Intensität in Bremen selbst (etwa 3,5 mm) erklärt sich durch den städtischen Wärmeinseleffekt und die küstennahe Lage, die häufig lockere, aber weniger ergiebige Niederschläge begünstigen.
Eine mittlere Intensität von 3,0 bis 3,5 Millimetern pro Regentag – wie in Bremen die meiste Zeit über – bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Regentag etwa drei Liter Wasser pro Quadratmeter fallen. Das entspricht einer leichten bis mäßigen Dusche, wie man sie im Herbst oder Frühling oft erlebt. Die Spitzenwerte von 5,0 oder 5,3 Millimetern pro Regentag hingegen deuten auf Jahre hin, in denen die Regenfälle kräftiger ausfielen – sei es durch langanhaltende Starkregenereignisse, wie sie im Sommer 2002 die Elbe und Weser ansteigen ließen, oder durch eine Häufung von Gewittern. Der Rekordwert von 2002 (1061,7 Millimeter Gesamtniederschlag) ist bis heute ungebrochen und zeigt, wie extrem ein einzelnes Jahr sein kann.
Betrachtet man die Dekaden, fällt auf, dass die 1960er Jahre mit 2059 Regentagen die niederschlagsreichste Dekade waren – das sind fast 206 Tage pro Jahr mit Regen, also mehr als jeder zweite Tag. Die Intensität lag damals bei 3,6 Millimetern pro Regentag, also im oberen Mittelfeld. Demgegenüber standen die 2010er Jahre mit nur 1844 Regentagen und einer Intensität von 3,3 Millimetern – die niedrigste Kombination seit den 1920er Jahren. In den 2020er Jahren (bisher 2020 bis 2026) liegen wir bei 3,5 Millimetern pro Regentag und 1232 Regentagen – eine Tendenz, die sich noch verfestigen muss. Auffällig ist, dass die letzten Jahre (2023, 2024) wieder deutlich höhere Intensitäten von 4,6 und 4,5 Millimetern aufweisen, was auf eine Zunahme von Starkregenereignissen hindeuten könnte. Die Serie ist aber noch zu kurz für eine belastbare Aussage.
Die Daten dieser Seite basieren auf den offiziellen Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes, Station Bremen (Kennung 00691). Die Messreihe reicht vom 1. Januar 1890 bis zum 15. Juli 2026 und wurde vom Climate Data Center des DWD bereitgestellt. Alle Werte sind auf eine Dezimalstelle gerundet und unterliegen den Qualitätsstandards der GeoNutzV-Lizenz.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Bremen (00691). Datenstand: 2026-07-17. Lizenz: GeoNutzV.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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