Letzter großer Schneefall in Hamburg: Was die DWD-Daten verraten

Aktualisiert: 2026-08-11

Der letzte Tag mit messbarem Schnee an der Station Hamburg-Fuhlsbüttel war der 20. Februar 2026. Seit diesem Datum sind 172 Tage vergangen – ein Wert, der die winterliche Schneedecke der Hansestadt in eine klare zeitliche Perspektive rückt. Für all jene, die sich fragen, wann in Hamburg zuletzt wirklich Schnee lag: Die Antwort liefert der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit seinen offiziellen Stationsdaten.

Der letzte registrierte Schneefall liegt 172 Tage zurück.

Der Klimawandel verändert auch das winterliche Antlitz Hamburgs. Doch wer glaubt, der letzte große Schneefall läge Jahre zurück, irrt: Erst im Februar 2026 meldete die Station Hamburg-Fuhlsbüttel (01975) wieder eine geschlossene Schneedecke. Die offiziellen Aufzeichnungen des DWD reichen dabei weit zurück – die Datenbasis für Fuhlsbüttel beginnt am 01.01.1936 und läuft kontinuierlich bis zum 09.08.2026. Diese fast 90-jährige Messreihe ist ein Schatz für alle, die das Hamburger Winterklima verstehen wollen.

Für Meteorologen ist der Fall klar: Hamburg liegt in einer Übergangszone, in der Schneefälle häufig in Regen übergehen. Die Nähe zur Nordsee und die damit verbundene milde Meeresluft sorgen dafür, dass große Schneemengen hier seltener sind als im Binnenland. Umso bemerkenswerter ist jeder Tag, an dem die Station Fuhlsbüttel tatsächlich eine Schneedecke meldet – so wie jener 20. Februar 2026.

Der Februar im Fokus: Frost und Niederschlag in Hamburg

Um einzuordnen, wie winterlich der letzte Schneefall wirklich war, hilft ein Blick auf die monatlichen Durchschnittswerte der Station. Der Februar bringt in Fuhlsbüttel im langjährigen Mittel die tiefsten Minima des gesamten Jahres: Die mittlere Tiefsttemperatur liegt bei 1,1 °C – kälter als im Januar (2,5 °C) und deutlich kälter als im März (2,2 °C). Solche Temperaturen sind die Grundvoraussetzung für Schneefall, denn nur wenn es nachts unter den Gefrierpunkt sinkt, kann sich eine Schneedecke halten.

Interessant ist auch die Niederschlagsverteilung: Der Februar bringt es auf durchschnittlich 2,1 mm Niederschlag pro Messtag – weniger als im Januar (3,0 mm), aber mehr als in den trockenen Monaten Mai (0,5 mm) oder September (0,7 mm). Wer also wissen will, warum Hamburg im Februar schneefähig ist, findet hier die Antwort: Die Kombination aus Kälte und ausreichend Feuchtigkeit macht den Monat zum statistisch wahrscheinlichsten für weiße Landschaften.

Monatliche Klimawerte der Station Hamburg-Fuhlsbüttel

Die folgende Übersicht zeigt die mittleren Tiefsttemperaturen und die durchschnittlichen Niederschlagsmengen für jeden Monat des Jahres – berechnet über die verfügbare Datenreihe der DWD-Station:

Monat Mittlere Tiefsttemperatur (°C) Mittlere Niederschlagsmenge (mm)
Januar 2,5 3,0
Februar 1,1 2,1
März 2,2 3,1
April 3,0 1,4
Mai 6,9 0,5
Juni 11,3 1,9
Juli 13,1 4,6
August 13,0 2,6
September 11,7 0,7
Oktober 8,4 4,5
November 3,3 2,5
Dezember 2,4 4,4

Diese Tabelle fasst die langjährigen Mittelwerte der DWD-Station zusammen. Sie zeigt deutlich: Der Februar ist der kälteste Monat in Hamburg-Fuhlsbüttel, während der Juli die höchsten Tiefsttemperaturen aufweist. Die Niederschlagswerte schwanken im Jahresverlauf – ein typisches maritim geprägtes Klima.

Was bedeutet "großer Schneefall" für Hamburg?

Im meteorologischen Alltag spricht man von einer Schneedecke, wenn der Boden durchgehend weiß ist. In Hamburg-Fuhlsbüttel ist das kein alltägliches Ereignis. Die Messreihe seit 1936 zeigt: Es gibt Jahre ganz ohne nennenswerten Schnee, und dann wieder Winter, die die Stadt tage- oder wochenlang in Weiß hüllen. Der 20. Februar 2026 gehört zu den Tagen, an denen die weiße Pracht tatsächlich dokumentiert wurde – für viele Hamburger:innen sicherlich eine willkommene Abwechslung nach einem eher grauen Winterbeginn.

Die 172 Tage, die seit diesem Ereignis vergangen sind, entsprechen genau der Zeit zwischen dem letzten Schneetag im Februar und dem gegenwärtigen Hochsommer. Wer also plant, den nächsten Schnee zu erleben, muss sich in Hamburg gedulden – statistisch gesehen ist der nächste mögliche Zeitraum der kommende Winter. Die Daten des DWD geben dabei eine klare Orientierung: Die kälteste Zeit mit den niedrigsten Tiefsttemperaturen liegt im Februar, wo die mittlere Tiefsttemperatur von 1,1 °C die frostigsten Nächte des Jahres erwarten lässt.

Ein Blick in die Zukunft: Wann kommt der nächste Schnee?

Meteorologen können keine konkreten Vorhersagen für den kommenden Winter treffen – dazu sind die Entwicklungen zu dynamisch. Aber die Klimadaten der Vergangenheit zeigen eines ganz deutlich: Hamburgs Winter sind nicht schneefrei. Der Februar 2026 hat das eindrucksvoll bewiesen, und die langjährigen Mittelwerte der DWD-Station Fuhlsbüttel belegen, dass der Monat mit der niedrigsten mittleren Tiefsttemperatur (1,1 °C) das größte Potenzial für winterliche Bedingungen bietet. Auch der Dezember (2,4 °C) und der Januar (2,5 °C) liegen nahe am Gefrierpunkt, sodass Schneefälle in den Wintermonaten grundsätzlich möglich bleiben.

Die Niederschlagsdaten zeigen zudem, dass der Winter nicht trocken ist: Dezember (4,4 mm) und Januar (3,0 mm) bringen ausreichend Feuchtigkeit. Ob diese als Schnee oder Regen fällt, hängt letztlich von den Temperaturen ab – und die bleiben in Hamburg durch die Meeresnähe oft knapp über dem Gefrierpunkt. Genau das macht jeden dokumentierten Schneefall zu einem besonderen Ereignis, das in den DWD-Aufzeichnungen seinen festen Platz hat.

Für alle, die sich für die Klimageschichte Hamburgs interessieren, sind die Daten der Station Fuhlsbüttel eine verlässliche Quelle. Die Aufzeichnungen seit 1936 bieten eine beeindruckende Fülle an Informationen – von der Temperatur- bis zur Niederschlagsentwicklung. Dass der letzte große Schneefall erst wenige Monate zurückliegt, zeigt: Die Hansestadt bleibt auch im Zeitalter des Klimawandels eine Stadt, in der der Winter immer wieder überraschende Seiten zeigen kann.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Hamburg-Fuhlsbüttel (01975), Messperiode 1936–2026.

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