Letzter Frost im Frühjahr in Köln: Wann ist die Gefahr vorüber?

Aktualisiert: 2026-08-07

Für alle, die in Köln draußen Pflanzen setzen, ist das die wichtigste meteorologische Frage des Frühjahrs. Die offiziellen Daten der DWD-Station Köln/Bonn (Referenzperiode 1957 bis 2026) geben eine klare, aber überraschende Antwort. Zwar liegt der durchschnittliche letzte Frosttag im April, doch wer ganz sichergehen will, muss den 1. Juni abwarten. An diesem Tag wurde im gesamten Messzeitraum die späteste Frühlingsfrost-Nacht registriert: Am 1. Juni 1975 fiel die Temperatur auf -0,4 °C – ein eisiger Gruß zum meteorologischen Sommeranfang, der in Köln bis heute unerreicht ist.

1. Juni ist das späteste Datum, an dem offiziell noch einmal Luftfrost (unter 0 °C) in Köln/Bonn gemessen wurde – und das geschah am 1. Juni 1975 mit -0,4 °C.

Diese eine Zahl fasst das ganze Risiko zusammen. Die jährliche Statistik der Station Köln/Bonn zeigt, dass sich die letzte Frostnacht sehr unterschiedlich einstellt: Mal ist sie Ende März überstanden, mal zieht sie sich bis in den Mai oder eben bis zum 1. Juni. Wer also empfindliche Kübelpflanzen wie Tomaten, Basilikum oder Begonien uneingeschränkt ins Freie stellen möchte, sollte sich an diesem extremen Spätfrost orientieren. Bis dahin bleibt ein Restrisiko, das sich mit einem einfachen Blick auf die Wettervorhersage für die Nacht aber gut eingenzen lässt.

Die Extreme: Der allerspäteste Frost

Betrachtet man die Messreihe seit 1957, sticht ein Jahr besonders heraus: 1975 mit seiner Frostnacht am 1. Juni. Aber auch der 3. Juni 1962 mit -0,5 °C gehört zu den ganz späten Ausreißern – eine ganze Woche nach dem kalendarischen Sommerbeginn. Diese beiden Termine sind keine Randnotizen, sondern die absoluten Grenzsteine für die Region. In der langen Reihe der Messwerte ist kein einziger Juni-Frost nach dem Jahr 1975 mehr aufgetreten, was die Spätfrostgefahr in Köln als moderat, aber nie als völlig ausgeschlossen charakterisiert.

Das typische Muster: Ein Blick auf die Monatsmittel

Viel anschaulicher als einzelne Extremjahre ist das durchschnittliche Auftreten von Frosttagen (Tiefstwerte unter 0 °C). Die DWD-Daten zeigen, wie sich die Kälte über das Jahr verteilt – und wann sie statistisch endet.

Monat Mittlere Anzahl an Frosttagen
Januar14,5
Februar13,5
März10,4
April4,9
Mai0,6
Juni0,0
September0,1
Oktober2,0
November6,6
Dezember12,7

Die Tabelle zeigt das ganze Jahr über, wo Frost überhaupt eine Rolle spielt. Im April sind es im Schnitt noch 4,9 Nächte mit Minusgraden – das ist deutlich. Im Mai sinkt der Wert auf 0,6 Tage, und der Juni ist mit 0,0 Frosttagen im Schnitt absolut frostfrei. Dieser Wert von null ist ein echtes Datum: Seit 1957 gab es im Juni an der Station Köln/Bonn nie einen durchschnittlichen Frosttag – die zwei oben genannten Extremereignisse Anfang Juni sind die einzigen Ausreisser in der gesamten Periode.

Die jährliche Serie: Ein Datum für jeden Jahrgang

Wie unterschiedlich die Jahre verlaufen, zeigt die folgende Liste aller Messjahre. Jede Zeile nennt das Jahr, das späteste Frostdatum zwischen Januar und Juni und die dazugehörige Tiefsttemperatur. Besonders auffällig sind die Jahre 1962 und 1975 mit ihrem Frost bis in den Juni hinein.

1958-1.01966-0.21974-0.41982-0.71990-0.21998-1.12006-2.72014-2.32022-0.72026-0.2Tiefstwert (°C)-0°C-3-6°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

Jahr Letzte Frostnacht Tiefstwert (°C)
196126. März-0,2
19712. Mai-0,1
197316. Mai-0,1
198613. April-5,7
19939. April-0,1
200011. April-0,1
200518. Mai-0,1

Was bedeutet das für Sie?

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, sind die Eisheiligen im Mai keine Garantie – die Daten zeigen Frostnächte noch bis zum 25. Mai (2020). Wer hingegen flexibel ist, kann sich an der Faustregel orientieren: Nach dem 1. Juni war in der gesamten Messreihe in Köln/Bonn nie wieder mit Luftfrost zu rechnen. Ein Blick auf die nächtliche Wettervorhersage bleibt dennoch der beste Begleiter – denn die Statistik kennt die eine Nacht im Juni 1975, in der die Temperaturen auf -0,4 °C fielen.

Für alle, die ihre Pflanzen bereits vor Anfang Juni ins Freie stellen möchten, lohnt sich ein Blick auf die kurzfristige Prognose: Gelegentlich reicht eine einzige klare Nacht, um empfindliche Gewächse zu gefährden. Die offiziellen Daten geben Ihnen aber die Sicherheit, dass die ganz große Kälte – wie der Tiefstwert von -23,4 °C am 14. Januar 1985 – ausschließlich den Wintermonaten vorbehalten ist.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Köln/Bonn. Datenreihe 1957–2026.

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