Aktualisiert: 2026-07-30
Für Hobbygärtner und Balkonbesitzer in Hamburg ist die Frage nach dem letzten Bodenfrost existenziell. Die offizielle Wetterstation Hamburg-Fuhlsbüttel (DWD) misst seit 1936 täglich die Minimumtemperatur. Die Antwort für das geschützte Aussetzen lautet: In 9 von 10 Jahren liegt die letzte Frostnacht zwischen dem 2. April und dem 10. Mai. Wer auf Nummer sicher geht, wartet bis zum 20. Mai – dann liegen alle gemessenen Fröste des Frühjahrs zurück.
Der tiefste jemals gemessene Wert an dieser Station stammt aus einer anderen Jahreszeit, zeigt aber, wie kalt es im Hamburger Raum werden kann: Am 13. Februar 1940 fiel die Temperatur auf -29,1 °C. Dieser Rekord stammt aus dem strengen Kriegswinter, kein späterer Februar kam ihm nahe. Für die Gartensaison ist der Februar nicht direkt entscheidend, aber er unterstreicht, dass die Wetterextreme in Hamburg ausgeprägt sind – und der letzte Frost im Frühjahr durchaus bis Anfang Mai reichen kann.
Die Tabelle zeigt jedes Jahr den Tag des letzten Frostes zwischen Januar und Juni sowie die dazugehörige Tiefsttemperatur. Die mittlere Spanne: in den meisten Jahren Ende April, in manchen Jahren schon Ende März, in einzelnen bis zum 30. Mai. Die fünf spätesten Daten der Reihe:
In den letzten 30 Jahren (ab 1996) lag der späteste Frost meist zwischen dem 27. April und dem 15. Mai. Der früheste Abschluss der Frostsaison war der 31. März 1937 (nur -0,9 °C) und der 31. März 2009 (ebenfalls -0,2 °C).
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Letzter Frost | Tmin (°C) |
|---|---|---|
| 1938 | 1938-05-11 | -4,8 |
| 1939 | 1939-05-03 | -0,1 |
| 1944 | 1944-05-16 | -0,2 |
| 1951 | 1951-05-30 | -0,1 |
| 1962 | 1962-05-02 | -0,1 |
| 1985 | 1985-04-28 | -0,1 |
| 1998 | 1998-04-19 | -0,1 |
Wie oft tritt Frost überhaupt auf? Besonders April und Mai sind für die Gartensaison entscheidend. Der DWD hat die mittlere Anzahl der Tage mit Tmin unter 0 °C für jeden Monat berechnet, basierend auf allen Jahren der Station:
| Monat | Mittlere Frosttage (Anzahl) |
|---|---|
| Januar | 16,9 |
| Februar | 15,5 |
| März | 12,7 |
| April | 5,0 |
| Mai | 0,6 |
| September | 0,1 |
| Oktober | 2,2 |
| November | 7,2 |
| Dezember | 14,0 |
Im April treten im langjährigen Mittel 5 Frostnächte auf, im Mai im Schnitt 0,6. Wer seinen Balkon bis zum 15. Mai nicht bepflanzt hat, verpasst fast nie die Hauptfrostzeit. Die ganz späten Kälteeinbrüche Ende Mai sind statistisch selten – aber sie sind passiert, wie der 30. Mai 1951 zeigt.
Tomaten, Paprika und Zucchinis sollten frühestens nach dem 15. Mai ins Freie. Empfindliche Kübelpflanzen wie Engelstrompete oder Zitrus überwintern besser bis Ende Mai. Die offiziellen Kenntage der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel belegen: Seit 1936 gab es nur in 3 Jahren einen Frost nach dem 15. Mai (1951, 1952 und 1980). Das Risiko ist also gering, aber vorhanden. Für den Gemüsegarten gilt: nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ist in Hamburg in der Regel Schluss mit Bodenfrost.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center – Station Hamburg-Fuhlsbüttel (Indikativ 01975). Zeitraum 1936–2026. Kenntage und Tagesminimumtemperatur. Lizenz GeoNutzV.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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