Aktualisiert: 2026-08-03
Am 25. Juli 2019 wurde in Köln-Stammheim die höchste jemals gemessene Temperatur der Station registriert: 41,1 °C. Dies ist der absolute Hitzerekord für die Messreihe, die sich von 1945 bis 2024 erstreckt. An diesem Tag wurde nicht nur ein neuer Stationsrekord aufgestellt, sondern auch die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2003 deutlich übertroffen – und bis heute hat kein späterer Tag diesen Wert auch nur annähernd erreicht.
Das ist die Antwort auf die Frage nach der letzten Hitzewelle: Die bislang letzte extreme Hitzewelle in Köln fand im Juli 2019 statt, mit dem Allzeitrekord von 41,1 °C am 25. Juli. Drei aufeinanderfolgende Tage mit Temperaturen über 39 °C markierten den Höhepunkt einer der intensivsten Hitzeperioden der letzten 80 Jahre.
Für die Einordnung: Der 25. Juli 2019 war nicht nur ein heißer Tag unter vielen. Die Tageshöchsttemperatur von 41,1 °C lag um mehr als 3 Grad über allem, was die Kölner Wetteraufzeichnungen seit 1945 zuvor gesehen hatten. Zur Verdeutlichung: Der zweitwärmste Tag der gesamten Messreihe war der 26. Juli 2019 mit 39,8 °C – also nur einen Tag später. Und der drittwärmste Tag, der 24. Juli 2019, erreichte bereits 39,2 °C. Innerhalb von nur drei Tagen im Juli 2019 erlebte Köln also die drei absolut höchsten Temperaturen seiner Messgeschichte.
Die offizielle Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes in Köln-Stammheim verzeichnete an diesem Donnerstag eine Tageshöchsttemperatur von 41,1 °C. Besonders bemerkenswert war auch die nächtliche Abkühlung: Die Tiefsttemperatur in der Nacht zum 25. Juli fiel nicht unter 22,6 °C. Das bedeutet, dass es auch nach Sonnenuntergang nicht wirklich abkühlte – eine klassische tropische Nacht, die den Körper kaum zur Erholung kommen ließ. Für Menschen ohne Klimaanlage und für ältere Personen war diese Kombination aus extremer Tageshitze und kaum abkühlender Nacht eine erhebliche gesundheitliche Belastung.
Die folgende Tabelle zeigt die zehn höchsten gemessenen Tageshöchsttemperaturen der Station Köln-Stammheim im Zeitraum von 1945 bis 2024. Bemerkenswert ist, dass sieben dieser zehn Rekordtage in den letzten zwei Jahrzehnten lagen – ein deutliches Signal für die Zunahme extremer Hitzeereignisse in der Region.
| Datum | Tageshöchsttemperatur (°C) | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| 25.07.2019 | 41,1 | 22,6 |
| 26.07.2019 | 39,8 | 22,3 |
| 24.07.2019 | 39,2 | 21,9 |
| 08.08.2003 | 38,3 | 22,6 |
| 07.08.2018 | 38,2 | 19,0 |
| 12.08.2003 | 38,1 | 22,1 |
| 07.08.2003 | 38,0 | 21,4 |
| 27.06.1947 | 37,9 | 18,5 |
| 19.07.2022 | 37,9 | 18,7 |
| 19.08.2012 | 37,6 | 19,8 |
Der Blick auf die weiteren Platzierungen zeigt, wie außergewöhnlich der Juli 2019 war: Platz sechs belegt der 12. August 2003 mit 38,1 °C, gefolgt vom 7. August 2003 mit 38,0 °C. Der 27. Juni 1947 erreichte 37,9 °C – ein Wert, der fast 75 Jahre lang zu den höchsten der Messgeschichte gehörte, bis 2019 alles übertraf. Auch der 19. Juli 2022 schaffte es mit 37,9 °C auf Rang acht, während der 19. August 2012 mit 37,6 °C die Liste der Top Ten abschließt.
Um die Frage nach der letzten Hitzewelle präzise zu beantworten, ist die Zahl der Tage mit mindestens 35 °C pro Jahr besonders aufschlussreich. Diese Schwelle markiert in der Meteorologie einen sogenannten heißen Tag – eine Temperatur, die der menschliche Organismus nur mit erhöhter Belastung verkraftet. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung dieser Hitzetage seit 1945. Deutlich zu erkennen ist die Häufung extremer Jahre in den letzten beiden Jahrzehnten: 2003 mit 6 Hitzetagen, 2018 mit 5 und 2007 sowie 2019, 2020 und 2022 mit jeweils 4 Hitzetagen pro Jahr.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage mit ≥ 35 °C | Höchsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1947 | 4 | 37,9 |
| 2003 | 6 | 38,3 |
| 2008 | 0 | 14,5 |
| 2012 | 1 | 37,6 |
| 2018 | 5 | 38,2 |
| 2019 | 4 | 41,1 |
| 2022 | 4 | 37,9 |
Die Daten lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Vor 2003 gab es in Köln nur wenige Jahre mit extremen Hitzetagen – die Jahre 1947 mit 4 Hitzetagen und 1959 mit 2 Hitzetagen stechen hervor. Doch seit der Jahrtausendwende hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Das Jahr 2003 markierte mit 6 Hitzetagen und einer Höchsttemperatur von 38,3 °C einen ersten Höhepunkt, der damals als Jahrhundert-Sommer galt. Doch der Juli 2019 übertraf alles: Innerhalb weniger Tage wurden drei Rekorde in Folge aufgestellt, und der absolute Höchstwert von 41,1 °C liegt bis heute unerreicht.
In den Jahren nach 2019 gab es immer wieder Hitzephasen – etwa 2020 mit 37,4 °C und 2022 mit 37,9 °C als Jahreshöchstwerten – aber keine davon erreichte die Intensität des Juli 2019. Die Hitzewelle von 2019 bleibt damit die letzte extreme Hitzewelle im Sinne einer Rekordhitze: Sie hat nicht nur die Messgeschichte der Station neu geschrieben, sondern auch den Maßstab dafür gesetzt, was in Köln meteorologisch möglich ist.
Für die Zukunft bedeutet dies: Der Rekord von 41,1 °C aus dem Jahr 2019 ist keineswegs ein Garant für Stabilität. Die Häufung der Hitzetage in den letzten 20 Jahren – mit 6, 5 und mehreren Jahren mit 4 Hitzetagen – zeigt einen klaren Trend. Ob und wann dieser Rekord fallen wird, lässt sich nicht vorhersagen. Dass er fällt, ist angesichts der Datenlage jedoch alles andere als unwahrscheinlich.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Köln-Stammheim, Messreihe 1945–2024.
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