Aktualisiert: 2026-08-07
Die Antwort auf die Frage nach der letzten Hitzewelle in Berlin ist eindeutig: Am 28. Juni 2026 wurde an der Station Berlin Brandenburg mit 40,3 °C die höchste jemals gemessene Temperatur der gesamten Messreihe registriert. Diese Marke markiert nicht nur den Höhepunkt der jüngsten Hitzewelle, sondern übertrifft alle bisherigen Extremwerte der Station seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1957. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) führt die offizielle Statistik.
Die Hitzewelle im Juni 2026 war außergewöhnlich intensiv. Bereits am Vortag, dem 27. Juni 2026, wurde mit 39,5 °C die zweithöchste jemals gemessene Tageshöchsttemperatur verzeichnet. Die nächtliche Abkühlung fiel dabei mit einer Tiefsttemperatur von 19,4 °C nur minimal aus – ein klassisches Merkmal einer stark ausgeprägten Hitzewelle, die keine Erholung über Nacht zulässt.
Die Rekordwerte des Juni 2026 sind das Ergebnis einer stabilen Hochdrucklage, die heiße Subtropenluft nach Berlin führte. Die Temperaturen stiegen kontinuierlich an: Am 27. Juni wurden 39,5 °C erreicht, bevor am Folgetag mit 40,3 °C der absolute Höhepunkt folgte. Was die jüngste Hitzewelle besonders bemerkenswert macht, ist ihre zeitliche Einordnung: Die vorherigen Rekordmarken stammten aus den Jahren 2019 und 1959, wie die folgende Tabelle der zehn heißesten Tage zeigt.
Die folgende Übersicht listet die höchsten gemessenen Tageshöchsttemperaturen seit Beginn der Messreihe im Jahr 1957. Die Tiefsttemperaturen der jeweiligen Tage zeigen, ob die Nächte Abkühlung brachten oder tropisch blieben.
| Datum | Höchsttemperatur (°C) | Tiefsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| 2026-06-28 | 40,3 | 23,5 |
| 2026-06-27 | 39,5 | 19,4 |
| 2019-06-30 | 38,4 | 15,1 |
| 1959-07-11 | 38,3 | 18,6 |
| 2022-07-20 | 38,1 | 18,8 |
| 2018-08-08 | 38,0 | 21,3 |
| 2015-08-07 | 37,8 | 19,0 |
| 2019-06-26 | 37,8 | 20,3 |
| 2022-06-19 | 37,6 | 14,0 |
| 1994-08-01 | 37,5 | 18,6 |
Bemerkenswert an dieser Liste ist die Häufung extremer Werte in den letzten Jahren. Sechs der zehn heißesten Tage der gesamten Messreihe stammen aus dem Zeitraum ab 2018. Der Rekord vom 11. Juli 1959 mit 38,3 °C zeigt jedoch, dass solche Extreme auch in früheren Jahrzehnten möglich waren – auch wenn die Intensität der jüngsten Ereignisse deutlich höher liegt.
Eine Hitzewelle wird in der Meteorologie unter anderem daran gemessen, wie viele Tage die Marke von 35 °C überschreiten. Der Deutsche Wetterdienst hat für jeden einzelnen Jahres seit 1957 die Anzahl der Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 35 °C dokumentiert. Das Jahr 2022 sticht mit 6 solcher Tage deutlich hervor, gefolgt von 2015 mit 5 Tagen. Das aktuelle Jahr 2026 weist bis zum Stand der Daten vom 5. August bereits 4 Hitzetage auf – darunter die beiden Rekordtage Ende Juni.
Die folgende Tabelle zeigt die vollständige Jahresübersicht seit 1957. Besonders auffällig ist die Verteilung über die Jahrzehnte: In den 1960er- und 1970er-Jahren gab es häufig gar keinen einzigen Tag mit 35 °C oder mehr – etwa in den Jahren 1960, 1961, 1962, 1964 und weiteren. Die Häufung der jüngsten Jahre ist dagegen unübersehbar.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe der Hitzetage (Tage mit mindestens 35 °C). Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage mit ≥ 35 °C | Jahreshöchsttemperatur (°C) |
|---|---|---|
| 1959 | 3 | 38,3 |
| 1993 | 0 | 29,8 |
| 2015 | 5 | 37,8 |
| 2018 | 3 | 38,0 |
| 2019 | 2 | 38,4 |
| 2022 | 6 | 38,1 |
| 2026 | 4 | 40,3 |
Die Entwicklung der Hitzetage zeigt über die Jahrzehnte einen klaren Trend: In den 1960er-Jahren blieb die Zahl der Tage mit 35 °C und mehr fast durchgehend bei null, in den 1990er-Jahren tauchten vereinzelt Jahre mit zwei oder drei Hitzetagen auf, und seit 2015 sind Jahre mit mehreren solcher Tage die Regel. Das Jahr 2022 markierte mit sechs Hitzetagen den bisherigen Höhepunkt – übertroffen wurde diese Intensität erst im Jahr 2026 durch die Kombination aus vier Hitzetagen und der absoluten Rekordtemperatur von 40,3 °C.
Die Hitzewelle vom Juni 2026 hat die Messgeschichte der Station Berlin Brandenburg neu geschrieben. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2019 mit 38,4 °C wurde gleich zweimal übertroffen – und der neue Spitzenwert von 40,3 °C liegt deutlich außerhalb alles bisher Dagewesenen. Es war auch die jüngste Hitzewelle in der Messreihe: Seit dem 28. Juni 2026 wurde an der Station keine Temperatur von 35 °C oder mehr mehr gemessen (Stand der Daten: 5. August 2026).
Für Berlin, eine Stadt mit hoher Wärmespeicherung und dicht bebauten Bezirken, sind solche Extreme eine Belastungsprobe für die Infrastruktur und die Gesundheit der Bevölkerung. Wer sich über die klimatische Entwicklung informieren möchte, findet in den Daten des DWD eine lückenlose Dokumentation seit 1957 – mit einem klaren Trend zu mehr Hitzetagen in den letzten Jahren.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Berlin Brandenburg, Messreihe 1957–2026.
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