Aktualisiert: 2026-08-07
Die längste ununterbrochene Serie von Tropennächten an Berlin-Alexanderplatz dauerte 11 Tage in Folge. Diese Rekordphase begann am 19. Juli 2006 und endete am 29. Juli 2006: Elf Nächte hintereinander blieb die Temperatur an der Station oberhalb der 20-Grad-Marke. Für Berlin ein außergewöhnliches Ereignis, das in der Messreihe seit 1975 keinen Vergleich findet.
Das ist die längste dokumentierte Tropennacht-Serie an dieser Station im gesamten untersuchten Zeitraum.
Eine Tropennacht (auch „heißer Nachttag“) liegt vor, wenn die Tiefsttemperatur eines Tages den Wert von 20 Grad Celsius nicht unterschreitet – die Nacht wird also zum tropischen Ereignis. An der DWD-Station Berlin-Alexanderplatz wurden solche Nächte seit 1975 erfasst. Die hier vorgestellten Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und dokumentieren die gesamte verfügbare Messperiode vom 1. Januar 1975 bis zum 31. Juli 2011.
In dieser Zeitspanne von 36 Jahren, die vollständig erfasst ist, gab es mehrere bemerkenswerte Wärmephasen. Die längste davon, jene 11 Nächte im Juli 2006, bleibt bis zum Ende der Datenreihe unerreicht. Es folgen zwei Serien mit 7 beziehungsweise 6 aufeinanderfolgenden Nächten, die sich die Plätze zwei und drei teilen.
Die folgende Rangliste zeigt die fünf längsten ununterbrochenen Phasen mit Tiefsttemperaturen ab 20 Grad an der Station Berlin-Alexanderplatz. Die Angaben umfassen jeweils den ersten und letzten Tag der Serie sowie die Dauer in Tagen, exakt wie vom DWD berechnet.
| Beginn | Ende | Tage |
|---|---|---|
| 2006-07-19 | 2006-07-29 | 11 |
| 2010-07-10 | 2010-07-16 | 7 |
| 1976-07-15 | 1976-07-20 | 6 |
| 1975-08-07 | 1975-08-12 | 6 |
| 1982-08-04 | 1982-08-08 | 5 |
Die beiden sechstägigen Serien von 1976 und 1975 zeigen, dass intensive Wärmephasen mit tropischen Nächten in Berlin keine Erscheinung der jüngsten Vergangenheit sind – sie begleiten die Stadt seit Beginn der Aufzeichnungen an dieser Station. Besonders der Sommer 1976 bringt es in der Rangliste auf Platz drei, nur ein Jahr nach dem Messbeginn. Die 5 Nächte im August 1982 runden die Top 5 ab.
Der Spitzenreiter von 2006 sticht deutlich heraus: Mit 11 Nächten in Folge übertrifft er die nächstlange Serie, jene von 2010 mit 7 Tagen, um vier weitere Nächte. Sieben Nächte tropischer Wärme sind bereits eine bemerkenswerte Belastungsprobe; elf Nächte sind eine außergewöhnliche Wärmephase, wie sie im Berliner Stadtklima selten auftritt.
Ein Detail am Rande: Vier der fünf Rekordserien starten im Juli, nur die Serie von 1975 und jene von 1982 begannen im August. Der Juli ist der Monat, in dem die Wärmespeicherung der Stadt – der sogenannte Wärmeinseleffekt – besonders wirksam wird. Nächtliche Abkühlung bleibt dann aus, die Temperaturen fallen nicht mehr unter die 20-Grad-Schwelle.
Bei der Bewertung solcher Serien ist die Definition entscheidend: Gezählt werden die Tage am Stück, an denen die Tiefsttemperatur den genannten Schwellenwert erreicht oder überschreitet. Der Zeitraum des Datensatzes reicht dabei von Januar 1975 bis Juli 2011. Diese Zeitspanne ist nicht willkürlich gewählt: Sie enthält alle verfügbaren, konsistenten Messdaten der Station und damit alle Tropennacht-Serien, die der DWD für Berlin-Alexanderplatz berechnet hat.
Wer die nächtliche Wärmebelastung im Sommer verfolgt, hat in der Rangliste die zentrale Referenz: Keine andere Phase im erfassten Zeitraum hielt länger durch als jene elf Nächte im Juli 2006. Sie bleibt der Maßstab für künftige Hitzewellen in der Hauptstadt.
Die Messstation Berlin-Alexanderplatz ist eine städtische Station. Die dichte Bebauung und die versiegelten Flächen erhöhen die nächtlichen Temperaturen im Vergleich zum Umland. Das bedeutet, dass Tropennacht-Serien an diesem Standort tendenziell früher beginnen und länger andauern können als an ländlichen Stationen im Berliner Umland. Die Daten sind dennoch die offizielle Grundlage zur Beurteilung des Stadtklimas – sie spiegeln genau das, was ein Bewohner rund um den Alexanderplatz nachts erlebt.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Berlin-Alexanderplatz, Zeitraum 1975–2011.
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