Längste Tropennacht-Serie in Berlin: Der Rekord von 1994

Aktualisiert: 2026-09-26

8 Nächte in Folge über 20 °C – der längste Tropennacht-Zyklus, den Berlin seit Beginn der Aufzeichnungen an der Station Berlin-Tempelhof erlebt hat.

Vom 26. Juli bis zum 2. August 1994 blieb die nächtliche Tiefsttemperatur an der Station Berlin-Tempelhof ununterbrochen über der 20-Grad-Marke. Acht aufeinanderfolgende Tropennächte – das ist die längste Serie, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) seit 1948 für diesen Standort dokumentiert hat. Die Datenlücke von 1937 bis 1947 betrifft die Homogenisierung der Reihe; die offizielle Auswertung beginnt mit dem ersten vollständigen Jahr 1948 und reicht bis zum Ende des Jahres 2025.

Diese Marke ist kein Produkt eines einzelnen außergewöhnlichen Sommers, sondern das Ergebnis einer Kombination aus stabiler Hochdrucklage, hoher Luftfeuchtigkeit und der städtischen Wärmeinsel, die Tempelhof – auf 48 Meter Höhe gelegen – besonders prägt. Bemerkenswert: Keine spätere Hitzewelle hat diesen Wert auch nur annähernd erreicht. Die zweitlängste Serie wurde erst 2018 registriert und dauerte fünf Nächte. Der Abstand von drei Nächten zwischen Platz 1 und Platz 2 zeigt, wie außergewöhnlich die Episode von 1994 war.

Die fünf längsten Tropennacht-Serien in Berlin (1948–2025)

Die folgende Tabelle zeigt die fünf extremsten ununterbrochenen Perioden, in denen die Temperatur an der Station Berlin-Tempelhof nachts nicht unter 20 °C fiel. Jede Zeile entspricht einem klar abgegrenzten Ereignis mit exaktem Start- und Enddatum.

Rang Beginn Ende Dauer (Nächte)
1 1994-07-26 1994-08-02 8
2 2018-07-30 2018-08-03 5
3 2021-06-18 2021-06-21 4
4 2010-07-10 2010-07-13 4
5 2020-08-08 2020-08-10 3

Die Rekordserie von 1994 begann Ende Juli – typischerweise die heißeste Phase des Berliner Hochsommers – und zog sich bis in den August hinein. Acht Nächte lang konnten sich die nächtlichen Temperaturen nicht unter 20 Grad abkühlen. Das bedeutet: Wer damals ohne Klimaanlage schlief, erlebte über eine volle Woche hinweg tropische Verhältnisse im urbanen Raum. Die Station Berlin-Tempelhof liegt zentral genug, um die urbane Wärmeinsel der Hauptstadt zu repräsentieren, und hoch genug (48 m), um von Kaltluftseen der Umlandniederungen weitgehend unberührt zu bleiben.

Vergleicht man mit den folgenden Platzierungen, zeigt sich die Einzigartigkeit des Sommers 1994: Die zweitlängste Sequenz (2018) blieb bei fünf Nächten stehen und endete bereits am 3. August. Die Plätze 3 und 4 teilen sich mit jeweils vier Nächten – einmal im Juni 2021, einmal im Juli 2010. Der fünfte Platz wird von einer dreitägigen Episode im August 2020 belegt. Diese Verteilung über fünf verschiedene Jahrzehnte unterstreicht, dass Tropennächte in Berlin zwar regelmäßig vorkommen, aber nur selten zu einer Serie von mehr als drei Nächten anwachsen.

Die Datenreihe der Station Berlin-Tempelhof wird seit 1948 lückenlos geführt; der älteste für diese Auswertung verfügbare Tag ist der 1. Januar 1948, der jüngste der 31. Dezember 2025. Alle Angaben stammen aus dem Climate Data Center des Deutschen Wetterdienstes.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Berlin-Tempelhof, Zeitraum 1948–2025.

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Rechtliche Hinweise und Datenquelle

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