Aktualisiert: 2026-07-17
Im Sommer 1994 erlebte Berlin eine außergewöhnliche Hitzewelle, die eine ununterbrochene Kette tropischer Nächte hervorbrachte – das Thermometer fiel auch nach Sonnenuntergang nie unter 20 Grad. Vom 26. Juli bis 2. August 1994 blieb es jede Nacht tropisch warm. Die Rekordserie hält seitdem an: 8Tage hintereinander mit Tiefsttemperaturen von mindestens 20 °C. Das sind mehr als eine ganze Woche ohne nächtliche Abkühlung – ein einsamer Rekord, der bis heute (Stand 2026) nicht übertroffen wurde.
Seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen an der DWD-Station Berlin-Tempelhof im Jahr 1948 gab es nur eine Handvoll längerer Serien. Diese fünf sind die längsten:
| Beginn | Ende | Tage |
|---|---|---|
| 26. Juli 1994 | 2. August 1994 | 8 |
| 30. Juli 2018 | 3. August 2018 | 5 |
| 18. Juni 2021 | 21. Juni 2021 | 4 |
| 10. Juli 2010 | 13. Juli 2010 | 4 |
| 8. August 2020 | 10. August 2020 | 3 |
Auffällig: Der Rekord aus dem Jahr 1994 liegt mit 8 Tagen fast doppelt so hoch wie die zweitlängste Serie (5 Tage im Sommer 2018). Und er stammt aus einer Zeit, die viele noch als „gemäßigt“ in Erinnerung haben – die Daten zeigen, dass extreme Wärmeperioden auch vor der jüngsten Erwärmung möglich waren. Die Serie von 2018 bestätigt den Trend der letzten Jahre: Drei der fünf längsten Serien fielen in die 2010er und 2020er Jahre.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert eine tropische Nacht (auch Kenntag genannt) als eine Nacht, in der die Tiefsttemperatur 20 °C oder mehr beträgt. Solche Nächte treten in Berlin vor allem während längerer Hitzewellen im Hochsommer auf. Sie sind nicht nur unangenehm für den Schlaf, sondern können auch gesundheitliche Belastungen darstellen, da der Körper sich nachts nicht ausreichend abkühlen kann.
Alle hier gezeigten Daten stammen von der DWD-Station Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433). Die Aufzeichnungen reichen zurück bis zum 1. Januar 1948 – das ist der älteste in dieser Analyse verwendete Datenpunkt. Die jüngsten Daten stammen vom 15. Juli 2026. Die Station liegt im ehemaligen Flughafengelände im Süden Berlins und liefert eine der längsten ununterbrochenen Temperaturzeitreihen der Hauptstadt.
Eine Serie von 8 aufeinanderfolgenden tropischen Nächten bedeutet, dass die Temperatur in Berlin über mehr als eine Woche nie unter 20 °C fiel – selbst in den frühen Morgenstunden nicht. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Berliner Sommer gibt es insgesamt etwa 3 bis 7 tropische Nächte pro Jahr, oft verteilt über den Juli und August. Eine kompakte Serie von 8 Nächten ist daher außergewöhnlich und zeigt, wie stabil eine Hitzewelle sein kann.
Die zweitplatzierte Serie von 2018 mit 5 Nächten fiel in den extrem heißen und trockenen Sommer jenes Jahres, der auch in anderen Teilen Europas Rekorde brach. Die Serien von 2021 und 2010 mit je 4 Nächten zeigen, dass solche Phasen in den letzten Jahrzehnten häufiger geworden sind – die Daten von 1948 bis 2026 belegen dies.
Trotz einiger heißer Sommer in den Jahren 2022, 2023 und 2024 konnte keine der Serien an die Länge der Top-5 heranreichen. Der Rekord von 1994 bleibt also seit nunmehr 32 Jahren ungebrochen. Ob dies in den nächsten Jahren gelingt, hängt von der weiteren Klimaentwicklung ab – die Daten werden es zeigen.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Berlin-Tempelhof (Indikativ 00433). Datenstand: 15. Juli 2026. Lizenz GeoNutzV. Die Analyse umfasst den Zeitraum 1. Januar 1948 bis 15. Juli 2026.
Rechtliche Hinweise und Datenquelle
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