Aktualisiert: 2026-08-02
Zwischen dem 19. Dezember 1967 und dem 14. Januar 1968 hat es in München 27 Tage in Folge ununterbrochen geregnet. In dieser Zeit fielen insgesamt 115,0 mm Niederschlag. Kein anderes Datum in der Messgeschichte der Stadt kommt diesem Wert auch nur nahe – es ist die längste ununterbrochene Regenphase, die jemals an der offiziellen Wetterstation München-Stadt registriert wurde.
Das ist der Rekord: Die längste ununterbrochene Regenperiode in München seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen.Stellen Sie sich vor: Sie wachen am 19. Dezember auf und es regnet. Es regnet an Heiligabend. Es regnet zu Silvester. Es regnet am Dreikönigstag. Und es regnet noch immer, als am 14. Januar die Sonne zum ersten Mal wieder durchbricht. 27 Tage lang – der gesamte Jahreswechsel 1967/68 ging in München unter einer einzigen, ununterbrochenen Regenwolke unter. Das ist kein Gefühl, keine Anekdote, sondern ein präzise dokumentierter Wert aus den offiziellen Niederschlagsmessungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an der Station München-Stadt.
Für alle, die nach München ziehen möchten, eine Hochzeit im Freien planen oder einfach wissen wollen, wie grau es hier wirklich werden kann: Diese 27 Tage sind die absolute Obergrenze dessen, was die Stadt an Dauerregen zu bieten hat. Die Messreihe erstreckt sich über mehr als sieben Jahrzehnte und beginnt im Juni 1954, die letzten vollständigen Daten stammen vom Juli 2026. Innerhalb dieses langen Beobachtungszeitraums bleibt der Winter 1967/68 unerreicht.
Der gesamte Zeitraum, für den die Station München-Stadt Niederschlagsdaten liefert, umfasst mehr als 70 Jahre – vom 1. Juni 1954 bis zum 31. Juli 2026. In all diesen Jahren hat sich nie wieder eine so lange Regenperiode zusammengefügt wie im Winter 1967/68. Die Messtechnik hat sich in dieser Zeit grundlegend verändert, von einfachen Sammelgefäßen hin zu automatisierten Messgeräten. Doch der Rekord aus der späten Adenauer-Ära ist bis heute ungebrochen geblieben – ein Beleg dafür, wie außergewöhnlich dieser Witterungsabschnitt war.
Die Meteorologen sprechen von einer „Regenperiode", wenn an aufeinanderfolgenden Tagen jeweils messbarer Niederschlag fällt – das heißt, die Niederschlagsmenge liegt über 0,0 mm. Ein Tag mit bloßem Nieselregen, der kaum eine Pfütze füllt, zählt genauso wie ein Tag mit Starkregen. Entscheidend ist allein: Es gibt keinen einzigen vollständig trockenen Tag dazwischen. Vom 19. Dezember 1967 bis zum 14. Januar 1968 war das in München durchgehend der Fall. Die Gesamtniederschlagsmenge dieser 27 Tage lag bei 115,0 mm – eine beträchtliche Menge für die kalte Jahreszeit, die normalerweise deutlich weniger Regen bringt als der Sommer.
Zum Vergleich: Im mediterranen Klima des Südens sind lange Regenperioden ohnehin seltener, aber auch in Mitteleuropa sind drei Wochen ununterbrochener Regen eine echte Seltenheit. Die 115,0 mm Niederschlag in dieser einen Phase entsprechen einem erheblichen Anteil des gesamten Niederschlags, den München im gesamten Winterhalbjahr üblicherweise erhält. Für die Landwirtschaft war diese nasskalte Phase eine Belastungsprobe – für die städtische Infrastruktur eine Herausforderung, die jedoch ohne größere Schäden bewältigt wurde.
Interessant ist auch die zeitliche Einordnung: Der Rekord liegt am Übergang vom meteorologischen Winter zum beginnenden Frühjahr. Normalerweise wäre im Januar mit gelegentlichem Frost und Schnee zu rechnen – in diesem Jahr fiel stattdessen ununterbrochen Regen. Das erklärt auch, warum die Temperaturen während dieser Phase mild geblieben sein müssen, denn bei Dauerfrost wäre der Niederschlag als Schnee gefallen. Genaue Temperaturdaten für diese Tage sind in der DWD-Datenbank hinterlegt, aber der Niederschlagsrekord steht für sich.
Die folgende Übersicht zeigt den gesamten Zeitraum, für den die Station München-Stadt Niederschlagsdaten bereitstellt – von den ersten Messungen bis zum aktuellen Stand. Die Grafik veranschaulicht, wie lang die Datenreihe ist, auf der dieser Rekord beruht.
| Beginn der Messreihe | Letzte verfügbare Daten |
|---|---|
| 1. Juni 1954 | 31. Juli 2026 |
Für alle, die München als Lebensmittelpunkt wählen, für Veranstaltungsplaner, Bauherren oder einfach Neugierige ist dieser Wert eine wichtige Referenz. Wenn Sie jemals hören, dass München „seit Wochen" ununterbrochen im Regen liegt, wissen Sie: Die maximale Dauer beträgt 27 Tage – und die wurde in über 70 Jahren Messgeschichte genau einmal erreicht. Die Wahrscheinlichkeit, diesen Rekord zu erleben, ist verschwindend gering, denn seit 1968 hat sich keine vergleichbare Phase eingestellt.
Und doch sollten Besucher und Neubürger den Münchner Winter nicht unterschätzen: Die deutsche Großstadt ist keine Wüste, ununterbrochener Regen über Wochen ist zwar extrem selten, aber der Winter 1967/68 zeigt, wie unerbittlich die Witterung hier sein kann. Wer im Dezember oder Januar nach München kommt, sollte eine Regenjacke einpacken – selbst wenn die Chance, genau wie damals 27 Tage lang nass zu werden, außerordentlich gering ist. Der Rekord vom 19. Dezember 1967 bis zum 14. Januar 1968 bleibt ein meteorologisches Kuriosum, ein Stück Münchner Wettergeschichte, das zeigt: In dieser Stadt kann es an Weihnachten und zu Silvester regnen – und am 14. Januar ist dann endlich Schluss.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center. Station München-Stadt, Messperiode 1954–2026.
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