Die längste Hitzewelle in Möckern-Drewitz: 4 Tage über 35 Grad im Juni 2026

Aktualisiert: 2026-08-03

4 Tage in Folge herrschte in Möckern-Drewitz die längste Hitzewelle der Messreihe: vom 25. bis 28. Juni 2026 kletterte das Thermometer jeden Tag auf mindestens 35 Grad Celsius. In einer Region, die sonst eher für gemäßigte Sommer bekannt ist, markiert diese Serie den bislang längsten zusammenhängenden Hitzeextrem seit Beginn der Aufzeichnungen an dieser Station im Jahr 1993.

Die Station Möckern-Drewitz, betrieben vom Deutschen Wetterdienst (DWD), misst seit dem 1. Mai 1993 kontinuierlich Temperaturdaten. Der gesamte verfügbare Datenbestand reicht bis zum 1. August 2026. In diesem Zeitraum wurde die 35-Grad-Marke immer wieder erreicht, aber nur selten mehrere Tage am Stück. Die längste Serie – jene vier Tage Ende Juni 2026 – sticht dabei deutlich heraus, denn keine andere Hitzewelle in der Messgeschichte hielt auch nur annähernd so lange an.

Für alle, die sich mit dem Klima in Sachsen-Anhalt beschäftigen, sind solche Hitzewellen mehr als nur eine statistische Kuriosität. Sie zeigen, wie sich extreme Wetterlagen in den letzten Jahrzehnten verändern. Die Daten sprechen hier eine klare Sprache: Nur eine einzige andere Hitzewelle in der gesamten Messreihe erreichte drei aufeinanderfolgende Tage über 35 Grad, und das geschah gleich zweimal – im Sommer 2015 und im Sommer 2010.

Die fünf längsten Hitzewellen seit 1993

Die folgende Tabelle zeigt die längsten zusammenhängenden Perioden mit Tageshöchsttemperaturen von mindestens 35 Grad Celsius an der Station Möckern-Drewitz. Aufgeführt sind die fünf längsten Serien, die der DWD in seiner Auswertung ermittelt hat:

Beginn Ende Tage in Folge
25.06.2026 28.06.2026 4 Tage
03.07.2015 05.07.2015 3 Tage
10.07.2010 12.07.2010 3 Tage
19.07.2022 20.07.2022 2 Tage
08.08.2020 09.08.2020 2 Tage

Die Liste macht deutlich, wie selten echte Hitzewellen in Möckern-Drewitz sind. Während südlichere Regionen Deutschlands im Sommer regelmäßig mehrere Tage hintereinander die 35-Grad-Marke knacken, bleibt das hier die Ausnahme. Die mit Abstand längste Serie ist die vom Juni 2026 – vier Tage am Stück, die alle anderen Hitzewellen um mindestens einen Tag übertreffen.

Einordnung der Hitzewelle von 2026

Die Serie vom 25. bis 28. Juni 2026 fiel zeitlich ungewöhnlich früh im Jahr. Die anderen nennenswerten Hitzewellen in der Messreihe – etwa die dreitägigen Serien im Juli 2015 und Juli 2010 – konzentrierten sich auf den Hochsommer. Dass bereits Ende Juni vier Tage in Folge die 35-Grad-Marke überschritten wurde, verdeutlicht, wie intensiv die Hitzeperiode in jenem Jahr war.

Der Sommer 2015 brachte übrigens die einzige Hitzewelle, die ebenfalls drei Tage dauerte, aber im Juli auftrat. Die Serie startete am 3. Juli und endete am 5. Juli 2015. Ähnlich war die Lage im Juli 2010, als drei aufeinanderfolgende Tage (10.–12. Juli) über 35 Grad gemessen wurden. Beide Male reichte es nicht für vier Tage, dennoch zählen sie zu den markantesten Hitzephasen der Messgeschichte an dieser Station.

Interessant ist auch der Blick auf zweitägige Hitzewellen. Sie kamen in der Messreihe häufiger vor, erreichten aber nie die Länge der Serie von 2026. Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind der 19.–20. Juli 2022 und der 8.–9. August 2020. Diese beiden Serien zeigen, dass kurze Hitzestöße von zwei Tagen zwar vorkommen, eine echte mehrtägige Hitzewelle aber die Ausnahme bleibt.

Was bedeutet das für die Region?

Für Einheimische und Zugezogene ist diese Auswertung eine Orientierung: Wer in Möckern-Drewitz wohnt oder eine Reise plant, darf im Sommer mit einzelnen heißen Tagen rechnen – aber nur selten mit langen Hitzephasen. Die längste jemals gemessene Serie von vier Tagen über 35 Grad ist ein Extremwert, der die Region bisher nur einmal getroffen hat.

Die Datenlage ist dabei eindeutig und durch das Climate Data Center des Deutschen Wetterdienstes abgesichert. Die Station Möckern-Drewitz hat seit dem 1. Mai 1993 praktisch lückenlos gemessen, was die Auswertung über den gesamten Zeitraum besonders zuverlässig macht. Wer sich für die Entwicklung der Hitzewellen in dieser Region interessiert, findet hier eine belastbare Grundlage.

Eine letzte Beobachtung: Seit dem Jahr 2020 gibt es eine auffällige Häufung von Hitzewellen mit mindestens zwei Tagen Dauer. Von den fünf längsten Serien der Messgeschichte fallen drei in die Jahre 2020, 2022 und 2026. Ob dies einen Trend hin zu längeren Hitzephasen in Sachsen-Anhalt markiert, lässt sich allein aus diesen Daten nicht abschließend beantworten – dafür ist die Messreihe zu kurz. Fest steht jedoch, dass die längste Hitzewelle ausgerechnet im bislang jüngsten vollständig erfassten Jahr stammt: 2026.

Quelle: DWD – Climate Data Center, Station Möckern-Drewitz (01052), Zeitraum 1993–2026.

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