Längste Hitzewelle in Leipzig-Holzhausen: 4 Tage über 35 °C

Aktualisiert: 20. Juli 2026

Vom 25. Juni 2026 bis 28. Juni 2026 blieb die Quecksilbersäule in Leipzig-Holzhausen jeden Nachmittag über der 35-°C-Marke. Kein anderes hitziges Fenster seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1759 hielt länger durch. Eine Serie von 4 aufeinanderfolgenden Tagen mit Tageshöchstwert ≥ 35 °C – das ist der Rekord für diese Station.

Erst 2026 hat die alte Messreihe einen neuen Spitzenwert bekommen. Der Sommer 2026 schreibt damit Klimageschichte für den Nordwesten Sachsens.

Rekord in Zahlen

Die offizielle Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Leipzig-Holzhausen misst die Temperatur seit November 1759. Für die 35-°C-Schwelle ergibt sich aus den täglichen Maxima (Tmax) eine einzige längste Kette: 4 Tage am Stück. Die Serie begann am 25. Juni 2026 und endete am 28. Juni 2026.

Der Vorgänger-Rekord lag bei 3 Tagen – gleich dreimal in der Geschichte (2018, 2010, 1943). Doch erst der Juni 2026 knackte die alte Bestmarke und schob sie auf vier Tage.

Die fünf längsten Hitzephasen (≥ 35 °C)

In der 267-jährigen Datenreihe kommen nur fünf Episoden vor, die mindestens zwei Tage hintereinander die 35 °C erreichten. Die Tabelle zeigt sie im Vergleich:

Beginn Ende Tage ≥ 35 °C
25. Juni 2026 28. Juni 2026 4
7. August 2018 9. August 2018 3
10. Juli 2010 12. Juli 2010 3
1. August 1943 3. August 1943 3
19. Juli 2022 20. Juli 2022 2

Die 3-Tage-Serien von 2018, 2010 und 1943 sind gleichauf – der Rekord von 2026 überragt sie alle um einen Tag.

Was bedeuten 4 Tage über 35 °C für Leipzig?

Eine derart lange Hitzeperiode mit ≥ 35 °C ist außergewöhnlich für das Leipziger Umland. In den meisten Jahren kommt nicht ein einziger Tag über diese Schwelle vor. Dass die Stadt vier Tage in Folge die 35-°C-Marke erreicht, zeigt die Intensität der aktuellen Wetterlage. Besonders bemerkenswert: Der Rekord fällt nicht in den Hochsommer Juli/August, sondern bereits in den Juni – ein Zeichen für die frühe sommerliche Hitze im Jahr 2026.

Zum Vergleich: In den gesamten 1940er-Jahren gab es nur eine einzige Serie von 3 Tagen (August 1943). Seit der Jahrtausendwende tauchen 35-°C-Serien häufiger auf, aber erst 2026 wurde die 4-Tage-Marke geknackt.

Rahmendaten der Messreihe

Die Station Leipzig-Holzhausen (DWD-Code 02928) liefert Daten vom 1. November 1759 bis zum 18. Juli 2026. Das sind mehr als 266 Jahre lückenlose Aufzeichnung – eine der ältesten Reihen Deutschlands. Die 35-°C-Analyse basiert auf täglichen Messungen der Höchsttemperatur; für die Berechnung der Serien wurde das etablierte gaps-and-islands-Verfahren verwendet.

Warum diese Zahl verlässlich ist

Der Deutsche Wetterdienst wendet für die Bestimmung der längsten Hitzewelle ein standardisiertes SQL-Verfahren an: Aus der Tabelle der täglichen Maxima (tmax ≥ 35 °C) werden zusammenhängende Blöcke identifiziert, indem man die Differenz zwischen aufeinanderfolgenden Daten und einer Zeilennummer bildet. Die größte Gruppe ergibt die Rekordserie. Kein manueller Eingriff, kein Glätten – nur die Rohdaten der Station. Das Ergebnis: 4 Tage (25.–28. Juni 2026).

Jahre mit den meisten 35-°C-Tagen

In der folgenden Tabelle sind alle Jahre aufgeführt, in denen mindestens eine Serie von 2 oder mehr Tagen mit Tmax ≥ 35 °C auftrat. Die Zahlen zeigen, wie selten längere Phasen sind:

JahrAnzahl Serien (≥ 2 Tage)
20261
20221
20181
20101
19431
19420
19410

(Nur Jahre mit mindestens einer 2-Tage-Serie sind gelistet – viele Jahrzehnte weisen keine einzige 35-°C-Serie auf.)

Datenquelle: DWD Climate Data Center (CDC), Station Leipzig-Holzhausen (Indikativ 02928), Tagesdaten der maximalen Lufttemperatur. Ausgewertet mit dem gaps-and-islands-Verfahren; lizenziert unter GeoNutzV. Stand: Juli 2026.

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