Aktualisiert: 2026-08-07
Der Winter 1962/63 bleibt der unangefochtene Maßstab: Vom 18. Dezember 1962 bis zum 10. März 1963 fiel die Temperatur an der Station Mallersdorf-Pfaffenberg-Oberlindhart an 83 aufeinanderfolgenden Tagen unter null Grad. Tage ununterbrochener Bodenfrost in Folge – eine Serie, die seitdem niemand mehr erreicht hat.
Wer in Niederbayern lebt, kennt die Geduld, die ein langer Winter verlangt. Doch was die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Mallersdorf-Pfaffenberg-Oberlindhart zeigen, sprengt jede alltägliche Vorstellung von einer „Kältewelle": 83 Tage lang blieb das Thermometer jeden Morgen unter dem Gefrierpunkt. Anfang bis Mitte der 1960er Jahre häuften sich die extremen Frostperioden, und die Messreihe von 1953 bis 2026 dokumentiert diese Ausreißer präzise.
Die Werte stammen aus der offiziellen Klimareferenz-Station des DWD, deren Datenreihe am 1. Januar 1953 beginnt und bis zum 5. August 2026 reicht. Für alle, die planen – sei es die Gartensaison, ein Bauvorhaben oder eine Veranstaltung im Freien –, ist die Frage nach der längsten möglichen Frostserie nicht akademisch. Sie entscheidet darüber, wie robust die eigenen Vorbereitungen sein müssen.
Die folgenden fünf Episoden zeigen die extremsten ununterbrochenen Kältephasen seit Beginn der Messungen. Die Auswertung zählt dabei nur Tage, an denen die Tiefsttemperatur tatsächlich unter null Grad blieb – ein einziger milder Tag hätte die Serie unterbrochen.
| Beginn | Ende | Tage in Folge |
|---|---|---|
| 18.12.1962 | 10.03.1963 | 83 |
| 25.11.1969 | 03.02.1970 | 71 |
| 30.11.1963 | 31.01.1964 | 63 |
| 15.12.2025 | 06.02.2026 | 54 |
| 21.12.1996 | 10.02.1997 | 52 |
Die Zahlen offenbaren ein interessantes Muster: Der Rekord aus dem Winter 1962/63 steht bis heute unangefochten, und auch die zweitlängste Serie aus dem Winter 1969/70 liegt mit 71 Tagen deutlich darüber hinaus. Bemerkenswert ist jedoch der jüngste Eintrag: Zwischen dem 15. Dezember 2025 und dem 6. Februar 2026 erlebte die Region eine Frostphase von 54 Tagen – die vierte längste seit Beginn der Aufzeichnungen. Diese Episode zeigt, dass extreme Frostperioden keine bloße Erinnerung vergangener Jahrzehnte sind, sondern auch in der jüngsten Vergangenheit auftreten können.
Ein Zeitraum von 83 Tagen mit Dauerfrost hat handfeste Konsequenzen. Der Boden gefriert in der Tiefe, Wasserleitungen in ungeschützten Bereichen müssen entleert werden, und die Vegetation steht vollständig still. Wer eine frostempfindliche Pflanze über einen solchen Winter bringen will, braucht mehr als eine einfache Abdeckung. Und bei der Planung von Freiluftveranstaltungen zeigt die Serie von 1962/63, wie weit die Spannweite des mitteleuropäischen Winters reichen kann – von Mitte Dezember bis weit in den März hinein.
Die Daten legen nahe, dass die Planung für den Winter in dieser Region besser mit einem großzügigen Puffer arbeitet: Der späteste Frost der Rekordserie endete erst am 10. März. Gartenbesitzer und Landwirte, die auf diese langen Zeiträume vorbereitet sind, haben die besseren Karten.
Die Länge dieser Frostperioden ist freilich nur ein Aspekt niederbayerischer Winter. In Kombination mit der Schneebedeckung, der Dauer der Sonnenstunden und den jeweiligen Tiefsttemperaturen entsteht das Gesamtbild eines extremen Winters. Der DWD erfasst diese Kenntage systematisch für die Station 03147 in Mallersdorf-Pfaffenberg-Oberlindhart, deren Datenreihe nun über mehr als sieben Jahrzehnte hinweg reicht.
Für die Einordnung der Werte von 2025/26 ist die Perspektive wichtig: 54 aufeinanderfolgende Frosttage stellen eine beachtliche Serie dar, die nur in die Nähe der Rekordjahre 1962/63 und 1969/70 rückt – diese Ereignisse bleiben in ihrer Außergewöhnlichkeit weiterhin unerreicht. Die Serie aus dem jüngsten Winter zeigt jedoch, dass auch moderne Winter strenge Frostphasen hervorbringen können, die das historische Mittel deutlich überschreiten.
Alle Angaben basieren auf den offiziellen Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Station in Mallersdorf-Pfaffenberg-Oberlindhart ist Teil des nationalen Messnetzes und liefert seit dem Jahr 1953 kontinuierlich Daten. Die Auswertung der Frosttage folgt dabei einer klaren Definition: Gezählt wird jeder Tag, an dem die gemessene Tiefsttemperatur unter 0°C fällt. Für die Serienlänge werden ausschließlich direkt aufeinanderfolgende Tage berücksichtigt – eine auch nur eintägige Unterbrechung beendet die Serie. Diese Methodik gewährleistet, dass die Ergebnisse aus 1953 bis 2026 vergleichbar und nachvollziehbar bleiben.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Referenzstation Mallersdorf-Pfaffenberg-Oberlindhart, Messperiode 1953–2026.
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