Aktualisiert: 2026-08-09
Wer im Hochsommer bei offenem Fenster schlafen möchte, sollte nach Thüringen schauen. Im Freistaat liegt die mittlere Tiefsttemperatur der Sommermonate Juni, Juli und August bei 11,1 Grad. Das ist der kühlste Wert aller Bundesländer in Deutschland – ein Ort, an dem die Nächte auch im tiefsten Sommer spürbar abkühlen.
Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), der die Messwerte seiner Stationen in ganz Deutschland zusammenführt. Für diesen Vergleich wurden die mittleren Tiefsttemperaturen von Juni bis August pro Bundesland berechnet – zuerst je Station, dann über alle Stationen eines Landes gemittelt. Heraus kommt ein Bild, das manche überraschen dürfte: Der kühlste Sommernacht-Platz liegt nicht im Norden, sondern im Osten und in der Höhe.
Die folgende Tabelle zeigt die 15 Bundesländer mit den niedrigsten mittleren Tiefsttemperaturen im Sommer. Je kleiner der Wert, desto bester schläft es sich – zumindest was die reine Temperatur angeht. Spitzenreiter ist Thüringen mit 11,1 Grad, dicht gefolgt von Sachsen mit 11,5 und Bayern mit 11,6 Grad. Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein teilen sich mit jeweils 11,9 Grad den vierten Platz. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit 12,0 und Nordrhein-Westfalen mit 12,1 Grad. Brandenburg liegt bei 12,2, während Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und das Saarland jeweils 12,3 Grad aufweisen. Berlin bildet mit 12,8 Grad das Schlusslicht dieser Auswertung – die Hauptstadt speichert die Sommerhitze am längsten.
| Bundesland | Mittlere Tiefsttemperatur Sommer (°C) |
|---|---|
| Thüringen | 11,1 |
| Sachsen | 11,5 |
| Bayern | 11,6 |
| Hessen | 11,9 |
| Niedersachsen | 11,9 |
| Sachsen-Anhalt | 11,9 |
| Schleswig-Holstein | 11,9 |
| Baden-Württemberg | 12,0 |
| Nordrhein-Westfalen | 12,1 |
| Brandenburg | 12,2 |
| Bremen | 12,3 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 12,3 |
| Rheinland-Pfalz | 12,3 |
| Saarland | 12,3 |
| Berlin | 12,8 |
Der Thüringer Wald mit seinen Mittelgebirgslagen sorgt dafür, dass die Luft in lauen Sommernächten schneller auskühlt. Der Effekt ist bekannt: In den Nächten fällt die Temperatur in höheren Lagen rascher und tiefer als im Flachland. Zusammen mit Sachsen und Bayern, die ebenfalls über ausgeprägte Mittelgebirgsregionen verfügen, bildet der Osten Deutschlands eine Art Kühle-Achse. Weniger überraschend ist das gute Abschneiden Schleswig-Holsteins: Die Nähe zur Ost- und Nordsee bremst über dem Wasser die Erwärmung, und nachts hält der Seewind die Temperaturen niedrig. Wer an der Küste schläft, profitiert also von maritime Kühle – wer im Thüringer Wald wohnt, von der Höhe.
Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt, dass die kühlen Nächte nicht selbstverständlich sind. Seit den 1960er-Jahren ist die mittlere Tiefsttemperatur im Sommer kontinuierlich gestiegen, was auch das Ranking unter Druck setzt. Die Tabelle unten – die Datenreihe des DWD nach Jahrzehnten – zeigt das Muster, das bei der Frage „Wo schläft man gut?" immer wichtiger wird.
| Jahr | Mittlere Tiefsttemperatur Sommer (°C) |
|---|---|
| 1960er | 11,1 |
| 1970er | 11,3 |
| 1980er | 11,6 |
| 1990er | 12,1 |
| 2000er | 12,3 |
| 2010er | 12,3 |
| 2020er | 12,6 |
Diese Entwicklung ist für alle relevant, die sich nach kühlen Nächten sehnen. Wer also in den kommenden Sommern gut schlafen möchte, sollte den Wert von Thüringen im Blick behalten – und sich bewusst sein, dass 11,1 Grad heute nicht mehr so selbstverständlich sind wie in den 1960er-Jahren, wo derselbe Wert noch für ganz Deutschland galt.
Eine mittlere Tiefsttemperatur von 11,1 Grad bedeutet, dass die Nächte im thüringischen Sommer – über die gesamte Saison gerechnet – deutlich abkühlen, auch wenn einzelne Nächte wärmer ausfallen. Zum Vergleich: In Berlin, dem Schlusslicht im Ranking, liegt dieser Wert mit 12,8 Grad um eineinhalb Grad höher – das mag wenig klingen, macht für den Schlafkomfort aber einen spürbaren Unterschied. Wer also in einer Mietwohnung ohne Klimaanlage lebt und die Hitze scheut, findet in Thüringen und Sachsen die besten Chancen auf erholsame Nächte.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Stationsdaten im Zeitraum von 1759 bis 2026. Die Auswertung basiert auf der mittleren Tiefsttemperatur der Sommermonate Juni bis August, berechnet pro Station und anschließend gemittelt über die Stationen jedes Bundeslandes.
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