Aktualisiert: 2026-08-10
Wer in Dresden-Hosterwitz lebt und denkt, die Sommer werden spürbar heißer, liegt mit dieser Beobachtung richtig. Doch wie extrem ist die Hitze tatsächlich? Entscheidend ist nicht der einzelne Spitzentag, sondern die Frage: Wie viele Tage pro Jahr überschreitet das Thermometer hier die Schwelle von 35 Grad Celsius? Das ist die offizielle Definition für extreme Hitze, und die Messreihe der Station Dresden-Hosterwitz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt seit 1949 eine klare Entwicklung.
Im laufenden Jahr 2026 erlebte die Station bereits 7 Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 35 Grad. Das ist bemerkenswert, denn im langjährigen Durchschnitt der 2020er-Jahre liegt die Zahl nur bei 2,6 solcher Tage pro Jahr. Der Sommer 2026 reiht sich damit in eine Serie außergewöhnlich heißer Jahre ein. Am 28. Juni 2026 wurde mit 40,1 Grad die höchste je an dieser Station gemessene Temperatur erreicht – ein Wert, der für sächsische Verhältnisse außergewöhnlich ist.
Die jüngsten Jahrzehnte stechen hervor. Das Jahr 2015 führte die Liste mit 8 Tagen über 35 Grad an, dicht gefolgt von 2026 mit 7 Tagen und 1994 mit 6 Tagen. Auch 2022 brachte es auf 5 solcher Tage, und 2018 waren es 4. Bemerkenswert ist, dass alle diese Jahre bis auf 1994 in die letzten zehn Jahre fallen. Die Spitzenwerte der Höchsttemperaturen lagen in diesen Jahren zwischen 36,4 und 40,1 Grad. Besonders der Wert von 40,1 Grad aus dem Jahr 2026 unterstreicht, wie intensiv die Hitze in jüngster Zeit ausfallen kann.
In den ersten fünf Jahren der Messreihe, von 1949 bis 1953, gab es in Dresden-Hosterwitz an keinem einzigen Tag eine Temperatur von 35 Grad oder mehr. Die höchsten gemessenen Temperaturen dieser Jahre lagen zwischen 31,7 Grad (1953) und 34,6 Grad (1949). Die 1940er-Jahre als Ganzes – genauer gesagt der Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1949 – zeigen einen Mittelwert von 0,0 Tagen über 35 Grad. Man musste also ganze Jahrzehnte warten, bis die Marke überhaupt erstmals geknackt wurde.
Betrachtet man die Mittelwerte der einzelnen Jahrzehnte, wird der Wandel deutlich sichtbar. In den 1950er-Jahren lag die durchschnittliche Anzahl der extrem heißen Tage pro Jahr bei 0,4. In den 1960ern waren es 0,3, in den 1970ern wieder 0,4 und in den 1980ern sogar nur 0,2 Tage. Ab den 1990ern nahm die Häufigkeit dann spürbar zu: auf 1,4 Tage pro Jahr in diesem Jahrzehnt. Die 2000er-Jahre brachten wieder einen Rückgang auf 0,5 Tage, doch seit den 2010ern steigt die Kurve steil an: auf 1,6 Tage in den 2010ern und schließlich auf 2,6 Tage in den 2020er-Jahren, also mehr als das Sechsfache des Werts aus den 1980er-Jahren.
| Jahr | Tage über 35 °C | Maximum des Jahres (°C) |
|---|---|---|
| 1949 | 0 | 34,6 |
| 1950 | 0 | 33,6 |
| 1951 | 0 | 32,4 |
| 1952 | 0 | 34,5 |
| 1953 | 0 | 31,7 |
| 1994 | 6 | 38,2 |
| 2015 | 8 | 38,5 |
| 2018 | 4 | 36,4 |
| 2022 | 5 | 38,9 |
| 2026 | 7 | 40,1 |
Für die Menschen in Dresden-Hosterwitz bedeutet die Zunahme dieser Tage eine wachsende körperliche Belastung. Ein Tag mit mehr als 35 Grad ist nicht nur ein statistisches Extrem, sondern ein Tag, an dem der Körper gefordert ist, das Herz-Kreislauf-System stärker arbeiten muss und die nächtliche Abkühlung oft ausbleibt. Dass in den 1980er-Jahren im Schnitt nicht einmal alle fünf Jahre ein solcher Tag vorkam und in den 2020er-Jahren fast dreimal jährlich, zeigt die spürbare Veränderung des lokalen Klimas.
Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Dresden-Hosterwitz (Kennung 01050), Messperiode 1949–2026. Datenlizenz: CC BY 4.0 / GeoNutzV. Historische Messwerte wurden maschinell aufbereitet.
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