Hitzetage in Hamburg-Bergedorf: Wie gefährlich wird die Hitze wirklich?

Aktualisiert: 2026-08-04

Am 14. Juli 1923 wurde in Hamburg-Bergedorf der absolute Hitzerekord der Messreihe aufgestellt: 38,8 °C. Das ist die höchste jemals an dieser Station gemessene Temperatur. Und das ist kein Einzelfall – in den Jahren 1923, 1947 und anderen gab es Tage mit gesundheitskritischen Werten, die wir hier für Sie auswerten.

In Hamburg-Bergedorf, einer Station des Deutschen Wetterdienstes (DWD), wurde zwischen 1912 und 1962 an bis zu 3 Tagen pro Jahr die 35-Grad-Marke überschritten. Das klingt wenig, aber genau diese Tage sind es, die für den menschlichen Körper zur Belastungsprobe werden – besonders wenn die Nächte kaum Abkühlung bringen. An solchen Tagen steigt das Gesundheitsrisiko für ältere Menschen, Kleinkinder und alle mit Herz-Kreislauf-Belastungen.

Drei Tage im Jahr, an denen der Körper Alarm schlägt

Die offizielle Definition spricht von einem Hitzetag, wenn die Tageshöchsttemperatur mindestens 30 °C erreicht. Gefährlich wird es aber erst darüber hinaus: Medizinisch wird ab 35 °C von einer extremen Wärmebelastung gesprochen, wenn der Körper die Kernwärme nicht mehr zuverlässig abgeben kann. In Hamburg-Bergedorf gab es im betrachteten Zeitraum maximal 3 solcher Tage pro Jahr. Genau diese Tage zeigen wir hier.

Die fünf heißesten Tage seit 1912

Der Blick auf die fünf extremsten Tage der gesamten Messperiode zeigt, wie hitzig es in Bergedorf werden kann – mitten im Norden Deutschlands:

Datum Höchsttemperatur Tiefsttemperatur
14.07.1923 38,8 °C 20,2 °C
23.05.1922 36,6 °C 17,7 °C
29.06.1947 36,5 °C 21,5 °C
30.06.1947 36,5 °C 19,4 °C
09.06.1915 36,2 °C 18,0 °C

Besonders auffällig: Die beiden Juni-Tage im Jahr 1947 liegen nur einen Tag auseinander – zwei Nächte in Folge mit mehr als 19 °C, was dem Körper kaum Erholung gönnt. Und der 14. Juli 1923 sticht mit 38,8 °C klar heraus: ein Wert, der selbst für süddeutsche Verhältnisse extrem wäre.

Gefährliche Hitze im Monatsverlauf

Die monatliche Verteilung zeigt, wann solche extremen Tage vorkommen. Für die Jahre 1912 bis 1962 ergibt sich folgendes Bild (Mittelwert der Tage mit mindestens 35 °C bzw. 40 °C pro Jahr):

Monat Ø Tage mit ≥35 °C Ø Tage mit ≥40 °C
Mai0,00,0
Juni0,10,0
Juli0,20,0
August0,10,0
September0,00,0

Der Juli führt – keine Überraschung – mit im Schnitt 0,2 Tagen über 35 Grad pro Jahr. Rechnet man das auf die gesamte Messperiode um, sind das also nur wenige, aber regelmäßige Extremtage. Der Wert 0,0 für 40 Grad bedeutet: In der gesamten Zeit von 1912 bis 1962 wurde die 40-Grad-Marke in Hamburg-Bergedorf nie erreicht. Das ist der einzige Monatswert, der wirklich beruhigt.

Jahr für Jahr: Wann war es gefährlich?

Die jährliche Aufstellung zeigt, wie unregelmäßig diese Hitzetage auftreten. In manchen Jahren bleibt es komplett unter der 35-Grad-Schwelle, in anderen häufen sich die Ereignisse. Hier die komplette Tabelle von 1912 bis 1962:

191230.3191831.1192434.4193034.0193631.2194232.4194834.2195432.3196030.2196228.8Höchsttemperatur (°C)39°C3429°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

Jahr Tage mit ≥35 °C Höchsttemperatur (°C)
1915136,2
1916028,8
1922236,6
1923338,8
1932135,8
1946136,2
1947336,5

Was das für die Gesundheit bedeutet

Ein Tag mit 38,8 °C ist kein normaler Sommertag. Bei solchen Werten muss der Körper pro Stunde deutlich mehr Flüssigkeit und Energie aufwenden, um die Körpertemperatur zu stabilisieren. In Hamburg-Bergedorf erleben wir solche Tage aber selten – im Schnitt bleibt es bei 0,2 Tagen pro Jahr im heißesten Monat Juli. Wer also nach Bergedorf zieht oder dort eine Veranstaltung plant, muss nicht mit extremer Hitze rechnen, sollte aber die heißen Tage im Blick haben.

Die Datenlage ist eindeutig: Die 40-Grad-Marke wurde in der gesamten Messperiode nie erreicht. Selbst die höchste gemessene Temperatur bleibt mit 38,8 °C spürbar darunter. Das Gesundheitsrisiko durch Hitze ist in Hamburg-Bergedorf also real, aber überschaubar – im Vergleich zu südlichen Regionen Deutschlands.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Hamburg-Bergedorf, Messperiode 1912–1962.

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