Aktualisiert: 2026-07-17
Wer in Nürnberg im Freien arbeitet, merkt es sofort: Ab etwa 32 °C wird körperliche Arbeit zur Belastung. Dieser Schwellenwert, offiziell Hitzetag für Aussenarbeit genannt, ist der Richtwert, ab dem in vielen Branchen besondere Schutzmassnahmen greifen. Wie oft wird diese Grenze in Nürnberg überschritten? Die Antwort liefert die DWD-Station Nürnberg (Indikativ 03668) mit einer lückenlosen Reihe von 1955 bis 2026.
Am 27. Juli 1983 stieg die Quecksilbersäule auf diesen Wert – der höchste je gemessene Tageshöchstwert an der Station. Dieser Rekord steht seit über 40 Jahren und wurde selbst im Jahrhundertsommer 2003 nicht übertroffen. Ein Wert, der zeigt, wie extrem Hitze in Mittelfranken werden kann.
Alle fünf Rekordhalter stammen aus den letzten Jahrzehnten. Drei der Top-5 gehören dem 21. Jahrhundert an – ein klares Signal, dass extreme Hitze selbst in Nürnberg immer häufiger auftritt.
| Datum | Temperatur (°C) |
|---|---|
| 27. Juli 1983 | 38,6 |
| 20. Juli 2022 | 38,4 |
| 7. August 2015 | 38,1 |
| 27. Juni 2026 | 38,1 |
| 5. Juli 2015 | 37,8 |
Der jüngste Eintrag – der 27. Juni 2026 mit 38,1 °C – zeigt, dass die Spitzenwerte nicht nur der Vergangenheit angehören. 2015 war gleich zweimal dabei.
Im langjährigen Durchschnitt treten Hitzetage (≥32 °C) nur in drei Monaten auf: Juni, Juli und August. Der Mai und September liegen im Mittel bei 0,0 Tagen – kein statistisches Rauschen, sondern ein echter Nullwert.
| Monat | Mittlere Anzahl Hitzetage pro Jahr |
|---|---|
| Mai | 0,0 |
| Juni | 0,9 |
| Juli | 2,0 |
| August | 1,6 |
| September | 0,0 |
Im Juli muss man im Schnitt mit zwei Arbeitstagen rechnen, an denen die 32-Grad-Marke überschritten wird. Der August folgt mit 1,6 Tagen. Wer im Juni im Freien arbeitet, sollte sich auf knapp einen Tag pro Jahr einstellen. Mai und September bleiben klassischerweise hitzefrei – zumindest nach diesem Massstab.
Die folgende Tabelle zeigt die jährliche Anzahl der Tage mit ≥32 °C. Deutlich sichtbar ist der Anstieg in den letzten Jahren: 2015, 2003 und 1994 ragen besonders heraus.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Hitzetage Arbeit (≥32°C) |
|---|---|
| 1960 | 1 |
| 1994 | 13 |
| 2003 | 18 |
| 2015 | 21 |
| 2018 | 14 |
| 2022 | 13 |
| 2026 | 13 |
Spitzenreiter ist 2015 mit 21 Hitzetagen – das entspricht fast drei Arbeitswochen, an denen im Freien besondere Vorsicht geboten war. Auch 2003 (18 Tage), 2018 (14 Tage) und die Jahre 1994, 2022 und 2026 mit je 13 Tagen stechen hervor. Im Kontrast dazu stehen Jahre wie 1960, 1965, 1966 oder 1975 mit nur einem einzigen Hitzetag. Die Spanne ist enorm: von 1 bis 21 Tagen pro Jahr.
Ein Jahr wie 2003 mit 18 Hitzetagen heisst: Wer im Nürnberger Sommer auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder in der Logistik arbeitet, muss in manchen Jahren fast drei Wochen lang mit Belastungen rechnen. Die 21 Tage von 2015 übertreffen das sogar noch. Im langjährigen Mittel sind es im Juli allein schon 2 Tage, im Juni und August dazu – insgesamt etwa 4 bis 5 Arbeitstage pro Sommer, an denen die 32-Grad-Marke fällt. Wer plant, sollte also vor allem die Monate Juni, Juli und August im Auge behalten.
Datenquelle: DWD – Climate Data Center, Station Nürnberg (Indikativ 03668).
Auswertung der Tagesmaxima (tmax) von 1955 bis 2026 (letzter Datenstand: 16. Juli 2026). Berechnung der Hitzetage nach dem Kenntag-Konzept ≥32°C. Alle Zahlen sind offiziell und unverändert aus dem DWD-Archiv übernommen.
histoclima.com/de/nuernberg/hitze-arbeit-im-freien
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