Wie lange dauert der richtig heiße Sommer in Dresden?

Aktualisiert: 2026-08-09

176 Monate mit mindestens einem Tag über 30 °C seit 1934

Diese Zahl ist die Antwort auf eine präzise Frage: Seit Beginn der Messungen an der Station Dresden-Klotzsche im Jahr 1934 gab es insgesamt 176 verschiedene Monate, in denen die Quecksilbersäule mindestens einmal über die 30-Grad-Marke kletterte. Verteilt über mehr als neun Jahrzehnte bedeutet das: Der heiße Sommer ist in Dresden keine Seltenheit, sondern ein wiederkehrendes Phänomen.

Wenn wir vom „richtig heißen Sommer" sprechen, meinen wir Tage, an denen die Höchsttemperatur die 30-Grad-Marke überschreitet – die sogenannten heißen Tage. Für Dresden zeigt die Auswertung der DWD-Daten ein klares Bild: Die Monate mit solchen Extremtemperaturen verteilen sich über das gesamte Messzeitfenster von 1934 bis 2026. Die Messreihe beginnt am 1. Januar 1934 und reicht bis zum 7. August 2026 – fast ein Jahrhundert Wettergeschichte der sächsischen Landeshauptstadt.

Das Jahr mit den meisten heißen Monaten sticht deutlich hervor: 1973 schaffte es gleich viermal, dass die 30 Grad überschritten wurden. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet dieses Jahr – oft als durchschnittlich in Erinnerung – die Spitzenposition einnimmt? Es zeigt: Die Verteilung der Hitzemonate in Dresden folgt keiner simplen Linie, sondern hat ihre eigenen Überraschungen.

Was bedeuten 176 heiße Monate für den Alltag?

Stellen Sie sich vor: Über 90 Sommer hinweg gab es immer wieder Monate, in denen die Stadt aufheizte. Mal war es der Juni, mal der Juli oder August – manchmal sogar der September. Diese 176 Monate sind nicht gleichmäßig über die Jahrzehnte verteilt. Es gibt Jahrgänge mit mehreren heißen Monaten am Stück und andere, in denen sich die Hitze kaum zeigte. Genau diese Schwankungen machen den Klimawandel in Dresden so spannend zu beobachten.

Wichtig ist, zwischen der Anzahl heißer Monate und der Dauer des heißen Sommers zu unterscheiden. Die 176 Monate geben an, wie oft seit 1934 mindestens ein heißer Tag vorkam – nicht, wie lange die heiße Jahreszeit andauert. Betrachtet man den typischen Verlauf der Tagestemperaturen, zeigt sich: Der Zeitraum mit den heißesten Tagen ist deutlich kürzer als drei Monate. Im Durchschnitt konzentrieren sich die Tage mit über 30 °C auf die Zeit zwischen Mitte Juni und Mitte August. Der Juli führt die Rangliste mit einer mittleren Tageshöchsttemperatur von 23,9 °C an, dicht gefolgt vom August mit 23,7 °C. Der Juni bringt es auf 22,1 °C – auch das ist bereits spürbar warm. Wer also die Frage stellt, wann der Sommer in Dresden wirklich heiß wird, bekommt hier die Antwort: Die wärmste Zeit ist die Hochsommermitte.

Die mittlere Höchsttemperatur im Jahresverlauf

Um die Dauer des heißen Sommers besser einordnen zu können, hilft ein Blick auf die normalen Höchsttemperaturen jedes Monats. Diese Werte zeigen den typischen Temperaturverlauf über das Jahr – die Basis, auf der die heißen Tage aufbauen.

Monat Mittlere Tageshöchsttemperatur (°C)
Januar2,2
Februar4,0
März8,2
April13,4
Mai18,4
Juni22,1
Juli23,9
August23,7
September19,3
Oktober13,7
November7,4
Dezember3,6

Die Tabelle zeigt deutlich: Die Temperaturen steigen ab Mai spürbar an. Der Mai bringt es auf 18,4 °C im Tagesmittel, der Juni auf 22,1 °C. Der Höhepunkt wird im Juli erreicht, der mit 23,9 °C der wärmste Monat des Jahres ist. Ab August geht es langsam bergab – aber mit 23,7 °C bleibt es fast auf dem Juliniveau. Erst der September fällt mit 19,3 °C deutlich ab.

Der heiße Sommer als Teil der Dresdner Klimageschichte

Diese Daten zeichnen das Bild einer Stadt, die den Sommer in all seinen Facetten kennt – von gemäßigten Tagen bis zu den 30-Grad-Momenten, die in den 176 Monaten immer wieder auftraten. Die Station Dresden-Klotzsche dokumentiert dieses Klima bereits seit 1934 und liefert damit eine der längsten durchgehenden Wetteraufzeichnungen Ostdeutschlands. Jeder einzelne heiße Tag ist dort festgehalten, jeder Monat gezählt.

Wer wissen möchte, wie lange der Sommer in Dresden wirklich heiß bleibt, findet in diesen Zahlen eine klare Antwort: Es sind nicht einzelne Tage, sondern Monate mit einzelnen Hitzetagen, die über die Jahrzehnte hinweg die 30-Grad-Marke knacken. Die eigentliche Phase mit heißem Wetter ist jedoch meist auf wenige Wochen begrenzt. Und das Jahr 1973 zeigt mit seinen 4 heißen Monaten, dass auch vermeintlich unauffällige Jahrzehnte extreme Sommer hervorbringen können.

Für alle, die Dresden besuchen oder dorthin ziehen möchten: Planen Sie heiße Tage vor allem für Juli und August ein – im Schnitt die wärmsten Monate mit den meisten Sonnenstunden. Und wenn Sie auf einen richtig heißen Sommer hoffen, haben die 176 Monate seit 1934 gezeigt: Die Chancen stehen gut, dass die 30 Grad auch im nächsten Jahr wieder fallen.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Dresden-Klotzsche, Zeitraum 1934–2026

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Index der Klimadaten

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