Heiße Tage in Leipzig: Wie oft klettert das Thermometer über 30 Grad?

Aktualisiert: 2026-08-10

In Leipzig werden pro Jahr im Durchschnitt nur wenige Tage mit mindestens 30 Grad Celsius gemessen, doch die Schwankungen zwischen den Jahren sind enorm. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) führt für die Station Leipzig-Holzhausen eine der längsten Temperaturreihen in Sachsen. Wer wissen will, ob der Klimawandel die Zahl der Hitzetage verändert hat, findet hier die offiziellen Zahlen – von 1865 bis ins laufende Jahr 2026.

38 heiße Tage gab es im Rekordjahr 2018 – so viele wie in keinem anderen Jahr der Messreihe seit 1865. Die bisherige Spitzenmarke lag bei 28 Tagen im Jahr 1947, wurde aber 2018 um 10 Tage übertroffen. Auch 2003, das Jahr des damaligen Jahrhundertsommers, bleibt mit 23 heißen Tagen weit hinter dem Wert von 2018 zurück. Die Messreihe der Station Leipzig-Holzhausen reicht bis 1759 zurück, doch für die heißen Tage liegen Werte ab 1865 vor.

Grafik: Entwicklung der heißen Tage seit 1865

Heiße Tage (≥30°C) pro Jahr in Leipzig, 1865–2026
Datenquelle: DWD, Station Leipzig-Holzhausen (Kennung 02928)
0 5 10 15 20 25 Heiße Tage (Anzahl) Jahr 1865 1890 1915 1940 1965 1990 2000 2010 2026 38 Jahreswert Rekordjahr 2018 (38 Tage) >20 Tage

Die wärmsten Jahre im Überblick

Betrachtet man die gesamte Zeitreihe, stechen einige Jahre deutlich heraus: 2018 mit 38 Tagen, gefolgt von 2019 und 2024 mit jeweils 26 Tagen, dann 2003 und 2015 mit 23 Tagen. 1994 war mit 22 Tagen fast so heiß wie das aktuelle Jahr 2026, das bisher 22 heiße Tage verzeichnet. Die Häufung extremer Sommer in den letzten beiden Jahrzehnten ist unübersehbar – allein in den Jahren 2015 bis 2024 gab es fünf Sommer mit mehr als 20 Hitzetagen.

Heiße Tage Pro Jahr: Die komplette Serie seit 1865

Die folgende Tabelle zeigt für jedes Jahr seit 1865 die Zahl der Tage, an denen die Höchsttemperatur mindestens 30 Grad erreichte oder überschritt. Jahre ohne Eintrag (wie 1878, 1890, 1907, 1910, 1913, 1916–1930, 1940, 1945, 1956) enthalten keine vollständigen Messdaten in der ausgewerteten Reihe der Station.

JahrHeiße Tage (≥30°C)
186510
186615
18675
186812
18692
18708
18714
187210
18732
18746
18754
187612
18775
1878
18798
18802
188111
188216
18834
18847
18852
18865
18879
18883
188912
1890
18916
189210
189314
18941
18958
18964
18972
18987
189911
19003
19015
190213
19030
190410
19052
19066
1907
19084
19098
1910
191112
19125
1913
19147
19153
1916
1917
1918
1919
1920
1921
1922
1923
1924
1925
1926
1927
1928
1929
1930
193113
19329
193318
193421
193517
193611
193714
19388
193920
1940
19417
194213
194310
19446
1945
19469
194728
194815
194912
195010
19518
195213
195311
19546
19551
1956
19578
195810
195914
196012
19615
19627
19634
196411
19651
19664
19678
196813
19695
19709
197116
197210
197314
19747
197511
197619
19778
197812
19796
19804
19819
198215
198317
19848
19855
19866
19874
198810
198914
199012
199115
199218
199311
199422
199519
19968
199713
199816
199920
200014
200112
200217
200323
20047
200511
200619
200714
20089
200916
201018
201112
201210
201321
201415
201523
201615
201710
201838
201926
202017
20216
202221
202313
202426
202516
202622

Der Monat mit der höchsten gemessenen Temperatur

Die höchste jemals gemessene Temperatur an der Station Leipzig-Holzhausen wurde im Juni mit 40,0 Grad registriert. Auch August (38,0 Grad), Juli (37,9 Grad) und September (34,9 Grad) zeigen, dass extreme Hitze in Leipzig bis in den Spätsommer möglich ist. Der Mai erreichte bereits 32,2 Grad, April 30,4 Grad – Sommertage im April sind selten, aber belegt. Selbst im März wurden 24,5 Grad gemessen.

MonatHöchsttemperatur (°C)
Januar16,1
Februar20,3
März24,5
April30,4
Mai32,2
Juni40,0
Juli37,9
August38,0
September34,9
Oktober28,3
November21,4
Dezember17,6

Warum die Zahl der heißen Tage wichtig ist

Die Anzahl der heißen Tage pro Jahr ist ein zentraler Indikator für den Klimawandel. In Leipzig zeigt sich: Waren es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts meist zwischen 1 und 10 heiße Tage pro Jahr, so sind es seit 2003 regelmäßig mehr als 20. Besonders auffällig ist, dass die Rekorde zuletzt immer häufiger gebrochen wurden: 2018 mit 38 Tagen, 2019 und 2024 mit jeweils 26 Tagen – Werte, die vor 1990 an dieser Station praktisch unbekannt waren. Betrachtet man die gesamte Reihe seit 1865, fällt auf, dass die Zahl der Jahre mit mehr als 20 heißen Tagen vor 1971 nur einmal vorkam (1947). Seit dem Jahr 2000 wurde diese Marke dagegen in 8 Jahren überschritten.

Für die Stadt Leipzig sind diese Entwicklungen nicht nur statistisch relevant. Heiße Tage mit über 30 Grad belasten den Körper, erhöhen die Waldbrandgefahr und beeinflussen die Wasserstände von Elster und Weißer Elster. Wer eine Wohnung oder ein Haus sucht, sollte die Lage in dicht bebauten Vierteln bedenken: Dort speichern Straßen und Gebäude die Wärme, und die Zahl der Tropennächte steigt ebenfalls. Wer wiederum Gäste aus südlichen Ländern erwartet, kann sie mit dem Hinweis beruhigen, dass Leipzig im Durchschnitt deutlich weniger heiße Tage hat als Rom oder Madrid – auch wenn die jüngsten Jahre zeigen: Die Schere zwischen einzelnen Jahren wird größer.

Die Daten verdeutlichen, wie sehr sich das Stadtklima von Leipzig in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Während die 1960er-Jahre noch regelmäßig Jahre mit nur einem heißen Tag hervorbrachten (1965, 1955), gehören solche extrem kühlen Sommer seit den 1990er-Jahren der Vergangenheit an. Selbst das kühlste Jahr im jüngsten Jahrzehnt verzeichnete mit 6 heißen Tagen (2021) immer noch mehr als viele Jahre zwischen 1950 und 1980.

Jährliche Entwicklung seit 2015

Ein kurzer Blick auf die letzten Jahre zeigt die sprunghafte Zunahme: 2015 verzeichnete 23 heiße Tage, 2016 15, 2017 10, 2018 38, 2019 26, 2020 17, 2021 6, 2022 21, 2023 13, 2024 26 und 2025 16. Das laufende Jahr 2026 liegt mit 22 heißen Tagen bereits jetzt auf dem Niveau von 1994 – und der Sommer ist noch nicht vorbei. Solche Zahlen waren bis in die 1990er-Jahre Ausnahmeerscheinungen; heute sind sie fast Regel.

Für den Zeitraum von 1759 bis 2026 – den kompletten Messzeitraum der Station Leipzig-Holzhausen – zeigen sich keine Anzeichen, dass die Hitzetage wieder abnehmen werden. Die offiziellen Daten des DWD sind die Grundlage für Klimaanalysen in Sachsen und werden auch von Stadtplanern genutzt, um Hitzeschutzmaßnahmen zu entwickeln. Wer sich also fragt, wie heiß es in Leipzig werden kann: Die Antwort liefern die Zahlen – und sie zeigen deutlich nach oben.

DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Leipzig-Holzhausen, Zeitraum 1759–2026.

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Index der Klimadaten

Impressum und Datenquelle

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