So viele heiße Tage gibt es in Hamburg pro Jahr

Aktualisiert: 2026-08-06

Ein heißer Tag ist nach meteorologischer Definition ein Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 30 °C erreicht. An der DWD-Station Hamburg-Neuwiedenthal war das im langjährigen Mittel nicht die Regel, aber es gibt Jahre, die deutlich aus dem Rahmen fallen. Das extremste Jahr in der Auswertung seit 1962 war 2018 – damals wurden an dieser Station 20 heiße Tage registriert, so viele wie in keinem anderen Jahr der Messreihe. Zum Vergleich: In vielen Jahren blieb die Zahl im einstelligen Bereich, und in einigen Jahren wurde die 30-Grad-Marke gar nicht oder nur an einem einzigen Tag erreicht.

Die vollständige Reihe für Hamburg-Neuwiedenthal zeigt eine große Schwankungsbreite. Während etwa 1967 und 1980 nur jeweils 1 heißer Tag gezählt wurde, brachten die Sommer 2019 mit 16 und 2020 mit 14 heißen Tagen deutlich mehr Extremwärme. Das Jahr 2026 hatte bis zum Datenstand bereits 11 heiße Tage verzeichnet. Diese Zahlen stammen aus den offiziellen Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Hamburg-Neuwiedenthal und umfassen den Zeitraum vom 1. Mai 1962 bis zum 4. August 2026.

Das Extrem: 2018 mit 20 heißen Tagen

Das Jahr 2018 sticht in der Hamburger Messreihe klar hervor. Mit 20 heißen Tagen wurde die Marke von 30 °C an der Station Neuwiedenthal so oft überschritten wie in keinem anderen Jahr seit Beginn der Auswertung. Dieser Wert bleibt bislang unerreicht und markiert den Höhepunkt der Serie – ein Sommer, der sich in die Klimageschichte der Stadt eingeschrieben hat.

Die Jahreswerte im Überblick

Die folgende Tabelle listet alle Jahre mit mindestens einem heißen Tag auf. Fehlende Jahre in der Reihe bedeuten, dass in jenen Jahren an der Station kein heißer Tag registriert wurde – der Wert liegt dann bei 0. Die Tabelle bildet die Grundlage für die grafische Darstellung der Entwicklung seit den 1960er-Jahren.

19635.019713.019793.019863.0199511.020026.020093.020169.0202410.0202611.0Heiße Tage (≥30 °C)20101
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrHeiße Tage (≥30 °C)
19671
199417
200312
201820
201916
202014
202214

In welchen Monaten wird es heiß?

Heiße Tage sind in Hamburg im Wesentlichen ein Phänomen der warmen Jahreshälfte – und selbst dort sind sie nicht selbstverständlich. Die höchsten jemals an der Station gemessenen Temperaturen zeigen, wo die potenziellen heißen Tage liegen: Im Juli wurde mit 40,1 °C der höchste Monatswert der Reihe erreicht, dicht gefolgt vom Juni mit 39,4 °C. Der August erreichte maximal 37,0 °C, der Mai 34,0 °C und der September noch 32,1 °C. Diese Werte sind die absoluten Spitzenwerte der Monate – sie zeigen, dass die 30-Grad-Marke in Hamburg von Mai bis September grundsätzlich erreichbar ist, aber nur in den Sommermonaten wirklich regelmäßig überschritten wird.

Höchsttemperaturen nach Monaten (Maximum der Messreihe)

MonatMax. Temperatur (°C)
Januar16,2
Februar21,1
März24,3
April30,0
Mai34,0
Juni39,4
Juli40,1
August37,0
September32,1
Oktober27,9
November20,6
Dezember16,0

Die Tabelle verdeutlicht: Selbst im April wurde an der Station schon einmal exakt die 30-Grad-Marke erreicht, und der September kann ebenfalls noch heiße Tage liefern. In Oktober, November, Dezember, Januar, Februar und März blieb das Thermometer dagegen immer unter der 30-Grad-Schwelle – die Maximalwerte dort liegen deutlich darunter. Wer in Hamburg also heiße Tage erleben möchte, muss sich auf die Zeit zwischen Mai und September konzentrieren, wobei Juni, Juli und August die mit Abstand größte Wahrscheinlichkeit für Temperaturen ab 30 °C bieten.

Einordnung der Hamburger Hitzetage

Betrachtet man die Reihe von 1962 bis 2026, fällt auf, dass einzelne Jahre wie 1975 mit 10 heißen Tagen oder 1982 und 1983 mit jeweils 11 heißen Tagen schon früh beachtliche Werte erreichten. Das Jahr 1994 hob sich mit 17 heißen Tagen deutlich ab und galt lange als Ausnahme. Seit der Jahrtausendwende häufen sich dann die Jahre mit zweistelligen Werten: 2003 und 2006 erreichten jeweils 12 heiße Tage, 2010 deren 11, und 2018 setzte mit 20 heißen Tagen den bisherigen Höhepunkt. Auch 2019 mit 16 sowie 2020 und 2022 mit jeweils 14 heißen Tagen zählen zu den extremsten Jahren der Messreihe.

Interessant ist der Gegensatz zu den schwachen Jahren: 1967, 1980, 1985 und 1987 kamen jeweils auf nur 1 heißen Tag – in diesen Sommern blieb die 30-Grad-Marke in Hamburg-Neuwiedenthal fast unerreicht. Solche Jahre zeigen, wie variabel das Hamburger Klima sein kann. Die jüngsten Jahre seit 2018 weisen allerdings durchweg Werte zwischen 4 und 20 heißen Tagen auf, wobei nur 2021 mit 4 heißen Tagen deutlich unter dem Niveau der übrigen Jahre blieb.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Hamburg-Neuwiedenthal, Zeitraum 1962–2026.

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