Aktualisiert: 2026-08-10
Im Rekordsommer 2018 wurde die 30-Grad-Marke an der Elbe an 33 Tagen überschritten. Das ist der höchste Wert in der kontinuierlichen Messreihe seit 1949. Zum Vergleich: In vielen Jahren bleibt die Zahl einstellig – etwa im kühlen Sommer 1987 mit nur 1 heißem Tag.
Die Frage „Wie viele heiße Tage gibt es pro Jahr in Dresden?" lässt sich mit den offiziellen Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) präzise beantworten. Als heißer Tag gilt dabei ein Tag, an dem die Tageshöchsttemperatur mindestens 30 Grad Celsius erreicht. Die Auswertung für die Station Dresden-Hosterwitz zeigt die komplette Reihe von 1949 bis 2026 – also mehr als sieben Jahrzehnte Klimageschichte der sächsischen Landeshauptstadt.
Das Jahr mit den wenigsten heißen Tagen in diesem Zeitraum war 1980 mit nur 1 Tag über 30 Grad. Auch 1987 blieb es bei 1 Tag. Der Durchschnitt der Jahre liegt deutlich niedriger als der Rekord von 2018: Werte um die 13 bis 15 heißen Tage pro Jahr (etwa 1969, 2010 oder 2025) sind typisch für Dresden. Die wärmere jüngere Vergangenheit zeigt sich in den hohen Zahlen der letzten Jahre: 2024 brachte es auf 31 heiße Tage, 2019 auf 28 und 2015 auf 29.
Die folgende Tabelle zeigt die heißen Tage für jedes Jahr der Messreihe. Auffällig ist die Häufung hoher Werte nach der Jahrtausendwende – insbesondere die Jahre 2003 mit 32 Tagen, 2018 mit 33 und 2024 mit 31 Tagen stechen heraus. In den 1950er- und 1960er-Jahren waren dagegen Jahre mit nur 2 oder 3 heißen Tagen keine Seltenheit.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält alle Jahre von 1949 bis 2026 mit den heißen Tagen pro Jahr.
| Jahr | Heiße Tage (≥ 30 °C) | Jahr | Heiße Tage (≥ 30 °C) |
|---|---|---|---|
| 1949 | 14 | 1988 | 8 |
| 1950 | 7 | 1989 | 12 |
| 1951 | 6 | 1990 | 15 |
| 1952 | 5 | 1991 | 6 |
| 1953 | 10 | 1992 | 14 |
| 1954 | 4 | 1993 | 13 |
| 1955 | 2 | 1994 | 27 |
| 1956 | 3 | 1995 | 14 |
| 1957 | 8 | 1996 | 5 |
| 1958 | 5 | 1997 | 14 |
| 1959 | 6 | 1998 | 10 |
| 1960 | 3 | 1999 | 15 |
| 1961 | 5 | 2000 | 11 |
| 1962 | 6 | 2001 | 12 |
| 1963 | 12 | 2002 | 8 |
| 1964 | 10 | 2003 | 32 |
| 1965 | 6 | 2004 | 7 |
| 1966 | 4 | 2005 | 12 |
| 1967 | 11 | 2006 | 18 |
| 1968 | 8 | 2007 | 11 |
| 1969 | 13 | 2008 | 9 |
| 1970 | 9 | 2009 | 13 |
| 1971 | 6 | 2010 | 13 |
| 1972 | 12 | 2011 | 13 |
| 1973 | 10 | 2012 | 15 |
| 1974 | 7 | 2013 | 18 |
| 1975 | 12 | 2014 | 13 |
| 1976 | 14 | 2015 | 29 |
| 1977 | 3 | 2016 | 16 |
| 1978 | 5 | 2017 | 11 |
| 1979 | 9 | 2018 | 33 |
| 1980 | 1 | 2019 | 28 |
| 1981 | 7 | 2020 | 19 |
| 1982 | 13 | 2021 | 12 |
| 1983 | 15 | 2022 | 26 |
| 1984 | 5 | 2023 | 19 |
| 1985 | 2 | 2024 | 31 |
| 1986 | 9 | 2025 | 13 |
| 1987 | 1 | 2026 | 20 |
Die monatliche Auswertung der Höchsttemperaturen zeigt, dass heiße Tage in Dresden fast ausschließlich zwischen Mai und September vorkommen. Der höchste je gemessene Monatswert wurde im Juni mit 40,1 Grad registriert. Der August folgt dicht dahinter mit 39,8 Grad als absolutem Spitzenwert. Auch der Juli erreicht mit 37,8 Grad extreme Werte. In den Monaten von Oktober bis April wurden an der Station Dresden-Hosterwitz dagegen keine nennenswerten 30-Grad-Tage verzeichnet – die höchsten Monatswerte im Winterhalbjahr liegen zwischen 18,5 (Januar) und 20,9 Grad (November).
Die Tabelle zeigt für jeden Monat den höchsten jemals an der Station Dresden-Hosterwitz gemessenen Tageshöchstwert im Zeitraum 1949–2026. Sie macht deutlich, dass die größte Hitze meist im Juni und August auftritt – der Frühsommer kann also durchaus extrem werden, während der September mit 33,7 Grad auch noch markante Spitzen liefert.
| Monat | Höchste gemessene Temperatur (°C) |
|---|---|
| Januar | 18,5 |
| Februar | 20,2 |
| März | 26,0 |
| April | 31,7 |
| Mai | 32,4 |
| Juni | 40,1 |
| Juli | 37,8 |
| August | 39,8 |
| September | 33,7 |
| Oktober | 28,4 |
| November | 20,9 |
| Dezember | 19,4 |
Betrachtet man die gesamte Messreihe, zeigen sich einige besonders markante Jahre. Das Jahr 2018 führt mit 33 heißen Tagen deutlich vor 2003 mit 32 Tagen und 2024 mit 31 Tagen. Auch 2015 mit 29 Tagen und 2019 mit 28 Tagen zählen zu den extremen Sommern. Diese Jahre stehen in auffälligem Kontrast zu den 1980er-Jahren, als die Zahl der heißen Tage oft nur einstellig war – etwa 1980 mit 1 Tag oder 1987 mit 1 Tag.
Die Zunahme der heißen Tage in den letzten Jahrzehnten ist unübersehbar. Während in den 1950er- bis 1980er-Jahren Jahre mit weniger als 10 heißen Tagen häufig waren (etwa 1955 mit 2, 1960 mit 3 oder 1985 mit 2 Tagen), liegen die Werte seit 2015 fast durchgängig über der 10-Tage-Marke. Das Jahr 2026 verzeichnet bis August bereits 20 heiße Tage, was den Trend der jüngeren Jahre bestätigt.
Dresden liegt im trocken-warmen Osten Deutschlands, wo heiße Tage häufiger auftreten als etwa im Nordwesten. Die Station Dresden-Hosterwitz an der Elbe verzeichnet im langjährigen Schnitt deutlich mehr als 10 heiße Tage pro Jahr – ein Wert, der in den letzten Jahren regelmäßig überschritten wird. Die Sommer 2018, 2019 und 2024 haben gezeigt, dass extreme Hitzeperioden mit anhaltenden 30-Grad-Tagen inzwischen fester Bestandteil des sächsischen Klimas sind.
Für Alltagsplanung und Gesundheit ist diese Zahl relevant: An heißen Tagen steigt die Hitzebelastung, besonders in dicht bebauten Stadtteilen. Wer in Dresden lebt oder einen Sommerurlaub plant, kann sich seit den 1990er-Jahren auf mehr heiße Tage einstellen als die Generationen davor. Die Messreihe des DWD dokumentiert diese Veränderung mit präzisen Daten – Jahr für Jahr, von 1949 bis heute.
Für das laufende Jahr 2026 stehen bis zum August bereits 20 heiße Tage zu Buche. Ob die 33-Tage-Marke von 2018 noch erreicht wird, hängt vom Spätsommer ab – der September hat es mit Höchstwerten bis 33,7 Grad in der Vergangenheit durchaus in sich.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Messstation Dresden-Hosterwitz (Kennung 01050). Datenreihe 1949 bis 2026. Stand: 10. August 2026.
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