Aktualisiert: 2026-08-17
132 Frosttage – das ist der höchste Wert, der je in Berlin gemessen wurde. Es geschah im Jahr 1996. Ein Winter, der sich tief ins Gedächtnis der Stadt gebrannt hat: Dauerfrost, glitzernde Straßen und eisige Nächte, die kein Ende nehmen wollten. Dieser Rekord stammt aus der offiziellen Statistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und markiert den absoluten Höhepunkt der Frosttage in der Hauptstadt seit Beginn der Aufzeichnungen an der Station Berlin-Brandenburg im Jahr 1957.
Doch wie sieht die Realität im Durchschnitt aus? Die Antwort der Klimaforschung ist eindeutig: Die Zahl der Frosttage in Berlin variiert von Jahr zu Jahr erheblich. In manchen Wintern bleibt das Thermometer über Wochen hinweg unter null, in anderen taut es fast täglich auf. Diese Seite liefert die exakten Daten für jeden einzelnen Winter von 1957 bis 2026 – erhoben von der offiziellen Messstation des DWD.
Wer die Tabelle der Jahreswerte betrachtet, erkennt schnell: Die Spanne ist gewaltig. Auf der einen Seite stehen kalte Jahre wie 1969 mit 124 Frosttagen oder 1996 mit 132 Frosttagen. Auf der anderen Seite finden sich milde Winter wie 1990 mit 52 Frosttagen oder 2020 mit ebenfalls 52 Frosttagen. Dieser Unterschied von 80 Frosttagen zwischen den Extremen zeigt, wie variabel das Berliner Winterklima sein kann.
Besonders auffällig ist das Jahr 1974 mit 55 Frosttagen – ein sehr milder Winter, der auch im Kontext der 70er Jahre eine Ausnahme darstellt. Aber auch die jüngste Vergangenheit kennt milde Jahre: 2014 und 2019 erreichten jeweils nur 55 Frosttage, was den aktuellen Trend zu wärmeren Wintern widerspiegelt. Die Daten des DWD zeigen also eine bemerkenswerte Bandbreite, die von Jahr zu Jahr für Überraschungen sorgt.
In der folgenden Übersicht sind alle Jahreswerte der Station Berlin-Brandenburg aufgelistet. Die Zahl gibt an, wie oft die Tagesminimum-Temperatur unter 0 °C gefallen ist – das ist die offizielle Definition eines Frosttages am DWD. Ein klarer Trend ist sichtbar: Die letzten vier Jahrzehnte enthalten mehr milde Jahre als die ersten drei, auch wenn es immer wieder kalte Ausreißer gibt.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Frosttage |
|---|---|
| 1969 | 124 |
| 1970 | 119 |
| 1980 | 119 |
| 1990 | 52 |
| 1996 | 132 |
| 1997 | 117 |
| 2003 | 119 |
Die kalten Nächte sind in Berlin nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt. Ein Blick auf die Monatsmittelwerte der letzten fünf Jahre zeigt die typische Verteilung. Im Januar liegt das nächtliche Minimum im Schnitt bei -0,2 °C – das ist der kälteste Monat. Der Februar folgt dicht dahinter mit 0,7 °C. Auch der Dezember bringt es auf 0,3 °C, was in vielen Wintern zu Frosttagen führt.
Ab April steigen die Werte deutlich an: Das Monatsmittel erreicht 3,4 °C im April und 8,1 °C im Mai. Frosttage sind dann nur noch seltene Ausnahmen. Im Juni, Juli und August liegen die Tiefstwerte zwischen 13,1 °C und 14,7 °C – hier ist Bodenfrost praktisch ausgeschlossen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich die Frostperiode in Berlin im Wesentlichen auf die Monate November bis März konzentriert, mit dem Schwerpunkt im Januar.
| Monat | Ø Tagesminimum (°C) |
|---|---|
| Januar | -0,2 |
| Februar | 0,7 |
| März | 0,8 |
| April | 3,4 |
| Mai | 8,1 |
| Juni | 13,1 |
| Juli | 13,9 |
| August | 14,7 |
| September | 10,9 |
| Oktober | 7,3 |
| November | 2,8 |
| Dezember | 0,3 |
Ein Jahr mit 90 Frosttagen bedeutet, dass an einem Viertel aller Nächte das Thermometer unter null fällt. Für Pflanzenliebhaber ist das wichtig, für die Verkehrsplanung ebenfalls. Die Daten zeigen jedoch auch eine klare Tendenz: Die jüngsten Jahre mit Werten um die 50 bis 70 Frosttage sind häufiger geworden. Winter wie 1969 mit 124 Frosttagen oder 1996 mit 132 Frosttagen wirken dagegen wie Relikte einer kälteren Epoche.
Besonders deutlich wird der Unterschied beim direkten Vergleich: Das Rekordjahr 1996 hatte 132 Frosttage, während das Jahr 2020 nur 52 aufweist. Diese Differenz von 80 Tagen zeigt, wie sehr Berlin von Jahr zu Jahr zwischen Kälte und Wärme schwanken kann. Für alle, die sich über das Klima informieren möchten, sind diese offiziellen Daten des DWD die verlässlichste Grundlage – sie dokumentieren den Wandel des Berliner Winters mit präzisen Zahlen.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Berlin-Brandenburg, Datenreihe 1957–2026.
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