Frostsaison in München: Wann beginnt und endet der landwirtschaftliche Frost?

Aktualisiert: 2026-08-03

-25,4 °C Das ist der kälteste jemals gemessene Wert an der Station München-Stadt – erreicht am 10. Februar 1956.

Die Frostsaison für die Landwirtschaft in München erstreckt sich über die Monate Oktober bis April. Im langjährigen Mittel zählt die Station München-Stadt im Monat Januar 21,0 Tage mit Bodenfrost, im Dezember 18,0 Tage und im Februar 17,2 Tage. Der Oktober bringt im Schnitt nur 1,2 Frosttage, während der November mit 8,8 Tagen den Übergang in die kalte Jahreszeit markiert. Im April sinkt die Zahl auf 2,4 Tage, im Mai tritt mit durchschnittlich 0,1 Tagen kaum noch Frost auf.

Für Landwirte beginnt die relevante Frostperiode also um den Novemberanfang und endet spätestens mit den letzten Apriltagen. Wer in der Landwirtschaft arbeitet oder einen Garten bewirtschaftet, sollte sich jedoch bewusst sein, dass die Eisheiligen im Mai zwar statistisch schwach ausgeprägt sind – der Wert von 0,1 Tagen im Mai zeigt aber, dass ein Restrisiko bleibt.

Die 5 kältesten Tage überhaupt

Die extremsten Frostereignisse an der Station München-Stadt seit der Aufzeichnung zeigen, wie tief die Quecksilbersäule in Ausnahmewintern fallen kann. Diese fünf Daten stechen aus der gesamten Klimareihe hervor:

DatumTiefsttemperatur
1956-02-10-25,4 °C
1987-01-13-22,2 °C
1956-02-21-22,0 °C
1956-02-02-21,9 °C
1985-01-08-21,0 °C

Besonders bemerkenswert ist der Februar 1956: Gleich drei der fünf kältesten Tage seit Beginn der Messungen fallen in diesen einen Monat. Das extreme Frostereignis vom 10. Februar 1956 mit -25,4 °C bleibt bis heute unübertroffen – ein Wert, der selbst für München, das an Kälte gewöhnt ist, außergewöhnlich tief liegt.

Frosttage je Monat im langjährigen Mittel

Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Tage pro Monat die Temperatur im Mittel unter null Grad Celsius fällt (Frosttage) und wie viele Tage mit strengem Frost (unter -3 °C) zu erwarten sind. Diese Werte bilden die Planungsgrundlage für jede landwirtschaftliche Tätigkeit:

MonatFrosttage (Mittel)Tage mit strengem Frost (Mittel)
Januar21,012,4
Februar17,29,3
März10,64,0
April2,40,2
Mai0,10,0
Oktober1,20,1
November8,82,4
Dezember18,09,2

Die Daten bestätigen, was erfahrene Gärtner wissen: Der Januar ist der frostreichste Monat, gefolgt von Dezember und Februar. Strenger Frost mit Temperaturen unter -3 °C konzentriert sich fast vollständig auf die Monate Dezember bis Februar – im Mai und im April ist er mit 0,0 bzw. 0,2 Tagen praktisch bedeutungslos.

Die 5 kältesten Jahre der Messreihe

Betrachtet man die Jahreswerte seit Beginn der Aufzeichnung, zeigen sich zwei besonders harte Episoden: die Jahre um 1956/1962/1963 und das Jahr 1985 mit extrem tiefen Minima. Die größte Zahl an Frosttagen innerhalb eines Jahres erreichte die Station im Jahr 1955 mit 116 Frosttagen. Dahinter folgen die ebenfalls extremen Winterjahre:

JahrKälteste TemperaturFrosttage
1956-25,4 °C110
1987-22,2 °C90
1985-21,0 °C106
1962-20,7 °C108
1963-20,4 °C102

Die 5 mildesten Winterjahre

Am anderen Ende der Skala zeigen sich die jüngeren Jahre – allerdings nicht ausschließlich. Das mit Abstand mildeste Jahr war 1954 mit nur 26 Frosttagen. Auch die Jahre 2014 mit 32 Tagen und 2024 mit 42 Tagen fallen durch ihre Milde auf. Die Tabelle zeigt die Jahre mit den wenigsten Frosttagen:

JahrKälteste TemperaturFrosttage
1954-7,2 °C26
2014-11,6 °C32
2024-8,6 °C42
1994-9,6 °C43
2026-11,0 °C43

Die komplette Jahresübersicht: Frosttage und Tiefstwerte

Die folgende Tabelle zeigt die vollständige Entwicklung der Frosttage und der jährlichen Tiefsttemperatur seit 1954. Deutlich zu erkennen ist die enorme Spannbreite: zwischen 26 Frosttagen im Jahr 1954 und 116 Tagen im Jahr 1955 liegen Welten – eine Schwankungsbreite, die für die Landwirtschaft eine echte Herausforderung bedeutet.

1954-7.21963-20.41972-10.21981-13.21990-11.31999-12.62008-7.92017-14.82026-11.0Tiefsttemperatur (°C)-5°C-15-25°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrFrosttageTiefsttemperatur (°C)
195426-7,2
1955116-18,0
1956110-25,4
195788-16,5
195879-14,2
195968-12,0
196074-15,6
196169-13,8
1962108-20,7
1963102-20,4
196471-14,5
196582-16,8
196677-15,2
196765-12,4
196885-17,1
196992-18,3
197080-15,9
197173-13,5
197251-10,2
197358-11,8
197451-6,5
197563-12,7
197671-14,9
197776-15,3
197889-17,6
197994-18,9
198072-14,1
198167-13,2
198278-15,7
198364-12,9
198481-16,2
1985106-21,0
198688-17,8
198790-22,2
198862-11,5
198955-9,8
199057-11,3
199170-13,6
199266-12,8
199375-14,4
199443-9,6
199560-11,9
199683-16,4
199769-13,0
199854-10,5
199964-12,6
200059-11,1
200167-13,4
200261-11,7
200372-14,3
200465-12,2
200577-15,1
200670-13,7
200752-9,2
200873-7,9
200968-12,5
201086-17,2
201158-10,8
201274-14,6
201371-13,9
201432-11,6
201548-8,4
201656-10,3
201766-14,8
201860-11,0
201963-8,0
202062-4,9
202169-12,1
202257-10,6
202353-9,4
202442-8,6
202575-8,0
202643-11,0

Was bedeutet das für die landwirtschaftliche Praxis?

Die Datenreihe zeigt eine enorme Schwankung von Jahr zu Jahr. Zwischen dem mildesten Jahr 1954 mit nur 26 Frosttagen und dem kältesten Jahr 1955 mit 116 Frosttagen liegen Faktor vier – das ist für Planungssicherheit in der Landwirtschaft eine herausfordernde Ausgangslage. Die jüngeren Jahre seit 2014 zeigen jedoch eine Tendenz zu milderen Wintern: 2014 blieb das Tiefstminimum bei -11,6 °C und die Zahl der Frosttage sank auf 32. Das Jahr 2020 war mit -4,9 °C das bisher mildeste Minimum der gesamten Aufzeichnungsperiode – ein Wert, der in der es bereits sehr lange Zeit keinen derart milden Winter gegeben hat.

Für die Praxis bedeutet das: Wer Frostschutzmaßnahmen plant, muss sich auf das gesamte Fenster von Oktober bis Ende April einstellen. Die Wahrscheinlichkeit, im Mai noch einmal Frost zu erleben, ist mit 0,1 Tagen im Monatsmittel minimal, aber nicht ausgeschlossen. Die absoluten Extremwerte der Jahre 1956, 1985 oder 1987 zeigen die Spannweite dessen, was möglich ist – auch wenn solche Winter in den letzten Jahrzehnten seltener geworden sind.

Datenquelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center. Station München-Stadt. Aufzeichnungszeitraum der ausgewerteten Daten: 1954 bis 2026.

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Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act