Landwirtschaftliche Frosttage in Köln

Aktualisiert: 2026-07-19

Die kälteste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen der Station Köln/Bonn erlebte die Region am 14. Januar 1985. Das Thermometer fiel auf -23,4 °C – der absolute Tiefstwert der Messreihe. Dieser Rekord steht seit über vier Jahrzehnten ungebrochen. Zum Vergleich: An diesem einen Morgen lag die Temperatur fast 24 Grad unter dem Gefrierpunkt – eine extreme Belastung für Obstgehölze und Wintergetreide.

Für Landwirte und Gärtner ist das Wissen um die Frostgefahr im Jahresverlauf essenziell. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert einen Frosttag als Tag, an dem das Minimum der Lufttemperatur unter 0 °C sinkt. Liegt der Wert unter -3 °C, spricht man von einem starken Frosttag. Die folgende Auswertung basiert auf der offiziellen Station Köln/Bonn (Indikativ 02667) und deckt die Periode von September 1957 bis Juli 2026 ab – fast sieben Jahrzehnte.

Monatliche Frosthäufigkeit – der Jahreslauf

Januar und Dezember sind die frostintensivsten Monate: Im Durchschnitt zählt Köln im Januar 14,5 Frosttage, davon 7,9 mit starkem Frost. Ab Mai sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 0,6 Frosttage im Mittel – ein starker Frost (unter -3 °C) kommt im Mai statistisch nicht mehr vor. Zwischen Juni und August bleibt es praktisch frostfrei. Schon im September (0,1 Tage) und Oktober (2,0 Tage) kündigt sich die nächste Kälteperiode an.

Mittlere Frost- und Starkfrosttage pro Monat (1957–2026)

MonatØ Frosttage (Tmin < 0 °C)Ø starke Frosttage (Tmin < -3 °C)
Jan14,57,9
Feb13,57,3
Mär10,44,4
Apr4,90,9
Mai0,60,0
Jun0,00,0
Jul0,00,0
Aug0,00,0
Sep0,10,0
Okt2,00,3
Nov6,62,3
Dez12,76,5

Die Tabelle zeigt das typische Bild eines gemäßigten Winterklimas: Von Dezember bis März ist mit 10 bis 14 Frosttagen pro Monat zu rechnen. Der April bringt im Mittel noch knapp 5 Frosttage – ein Risiko für Obstblüten, da die Nächte noch empfindlich kalt werden können.

Die fünf kältesten Nächte seit 1957

Ein Blick auf die extremen Einzelereignisse der Messreihe:

DatumTemperaturminimum (°C)
14.01.1985-23,4
18.01.1963-22,9
08.01.1985-22,8
19.01.1963-21,8
01.01.1979-21,7

Fünf der sieben tiefsten Temperaturen entfallen auf den Monat Januar. Der Januar 1985 markiert mit zwei Ereignissen unter -22 °C eine außergewöhnliche Kältewelle. Auch der Winter 1962/63 – der berühmte „Jahrhundertwinter“ – ist mit zwei Extremwerten in den Top 5 vertreten.

Jährliche Frosttage – die Entwicklung seit 1957

Die folgende Tabelle zeigt die jährliche Anzahl der Frosttage und die jeweilige Jahrestiefsttemperatur. Das extremste Jahr war 1985 mit 105 Frosttagen – das entspricht mehr als drei Monaten mit Minusgraden. Im Kontrast dazu stehen milde Jahre wie 2024 mit nur 29 Frosttagen oder 2014 mit 33 Tagen. Die Jahrestiefsttemperatur schwankt stark: Von -6,6 °C (1990) bis zum Rekord von -23,4 °C (1985).

1957-8.91965-10.41973-18.01981-11.71989-7.01997-19.02005-12.12013-12.52021-12.62026-8.2Jahresminimum (°C)-7°C-15-23°C
Jahresreihe · Quelle: DWD

Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.

JahrFrosttageJahresminimum (°C)
197449-7,7
1985105-23,4
198960-7,0
199043-6,6
201433-7,8
202033-7,1
202346-8,0
Frosttage pro Jahr · 1957–2026 (70 anios) — pasa el raton sobre cada barra

Besonders auffällig: Die 1980er Jahre brachten eine Häufung extremer Winter. Seit der Jahrtausendwende gab es zwar noch einzelne kalte Jahre (2003 mit 85 Frosttagen, 2010 mit 100 Tagen), doch die Jahrestiefstwerte blieben in der Regel milder. Das Jahr 2026 verzeichnet mit 28 Frosttagen den niedrigsten Wert der gesamten Reihe – ein Hinweis auf die sich verändernde Winterhärte im Rheinland.

Für den Obst- und Weinbau in der Kölner Bucht ist vor allem der Spätfrost im April kritisch: Im Mittel gibt es 4,9 Frosttage, davon 0,9 mit starkem Frost. Die letzte Aprilhälfte gilt als sensible Phase für Apfel- und Birnenblüten. Wer den Boden früh genug abdeckt oder auf frostresistente Unterlagen setzt, kann Schäden begrenzen – die historischen Daten helfen, das Risiko einzuschätzen.

Einordnung und Grenzen der Daten

Die Daten stammen von der DWD-Station Köln/Bonn (Indikativ 02667). Die Messreihe beginnt am 1. September 1957 und reicht bis zum 18. Juli 2026. Die Station liegt im Flughafenbereich, was die Temperaturen gegenüber innerstädtischen Lagen leicht absenken kann – in Tallagen oder an der Kante zur Ville sind Abweichungen von 1 bis 2 °C möglich.

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Köln/Bonn (Indikativ 02667). Lizenz: GeoNutzV. Auswertung durch histoclima.com. Letzte Aktualisierung: 19. Juli 2026.

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act