Frostsaison in Köln: Wann beginnt sie, wann endet sie?

Aktualisiert: 2026-08-03

Am 14. Januar 1985 fiel das Thermometer an der Station Köln/Bonn auf -23,4°C. Das ist der absolute Kälterekord der Messreihe seit 1957. In derselben Woche, am 8. Januar desselben Jahres, wurden -22,8°C gemessen – und nur zwei Jahre zuvor, am 18. Januar 1963, zeigte das Thermometer -22,9°C. Wer damals in einer Nacht Ende der 1980er-Jahre in Köln lebte, erinnert sich an gefrorene Wasserleitungen und Autos, die nicht ansprangen.

Diese Zahlen sind kein Zufall. Sie stammen aus der offiziellen Klimastatistik des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Köln/Bonn, die seit dem 1. September 1957 durchgehend Daten liefert – bis heute, Stand August 2026. Für Landwirte, Gärtner und alle, die Pflanzen überwintern wollen, ist die Frage nach dem Beginn und Ende der Frostsaison existenziell: Wann muss ich die empfindlichen Kulturen schützen?

Die Antwort lässt sich aus den offiziellen Kenntagen des DWD ableiten. Als Frosttag gilt ein Tag mit einer Tiefsttemperatur unter 0°C. Als starker Frosttag (auf Deutsch: "Eistag") gilt ein Tag mit einer Tageshöchsttemperatur unter 0°C. Der DWD berechnet diese Durchschnittswerte über die komplette Messreihe – und genau diese Zahlen zeigen, dass Köln zwar relativ mild ist, aber keineswegs frostfrei bleibt.

Die Frostsaison in Zahlen: Wann ist mit Frost zu rechnen?

Im langjährigen Mittel (1957–2026) sieht der Frostkalender für Köln so aus:

Monatliche Frosttage im Durchschnitt

Monat Frosttage (Tmin < 0°C) Starke Frosttage (Tmin < -3°C)
Januar14,57,9
Februar13,57,3
März10,44,4
April4,90,9
Mai0,60,0
Juni0,00,0
Juli0,00,0
August0,00,0
September0,10,0
Oktober2,00,3
November6,62,3
Dezember12,76,5

Das ist die Antwort auf die Kernfrage: Die Frostsaison beginnt im Schnitt Mitte Oktober – der Oktober weist bereits 2,0 Frosttage auf. Sie endet im Durchschnitt Ende April, wenn der April nur noch 4,9 Frosttage bringt und der Mai praktisch frostfrei ist (0,6 Frosttage). Zwischen Juni und August fällt die Temperatur offiziell nie unter 0°C – der DWD listet für Juni, Juli und August 0,0 Frosttage.

Extreme Winter: Die kältesten Tage der Messreihe

Der Winter 1985 war außergewöhnlich. Den Rekord vom 14. Januar (-23,4°C) teilt er sich mit dem 8. Januar desselben Jahres (-22,8°C). Bemerkenswert ist auch der 19. Januar 1963 mit -21,8°C – ein Winter, der als einer der strengsten des 20. Jahrhunderts in Deutschland gilt. Der 1. Januar 1979 brachte -21,7°C.

Die fünf kältesten Tage seit Messbeginn

Datum Tiefsttemperatur
14. Januar 1985-23,4°C
18. Januar 1963-22,9°C
8. Januar 1985-22,8°C
19. Januar 1963-21,8°C
1. Januar 1979-21,7°C

Die extremsten Jahre – und die mildesten

Wer glaubt, Köln sei vor Frost gefeit, irrt. Im Rekordjahr 1985 gab es 105 Frosttage – das sind fast ein Drittel des Jahres. Dagegen kam das Jahr 1957 auf gerade einmal 24 Frosttage. Diese Spannweite prägt die Landwirtschaft.

Die kältesten und mildesten Jahre im Vergleich

Kategorie Jahr Jahresminimum Frosttage
Kältestes1985-23,4°C105
Kalt1963-22,9°C102
Kalt1979-21,7°C102
Kalt1982-20,8°C75
Kalt2009-19,2°C65
Mild2014-7,8°C33
Mild1974-7,7°C49
Mild2020-7,1°C33
Mild1989-7,0°C60
Mild1990-6,6°C43

Die milden Jahre sind hier die mit der höchsten Jahresminimum-Temperatur – also die Jahre, in denen es am wenigsten kalt wurde. Das Jahr 2014 etwa kam nie unter -7,8°C. Interessant: Selbst in diesen milden Wintern gab es zwischen 33 und 60 Frosttage – die Frostsaison verschwindet also nie vollständig.

Was bedeutet das für die Landwirtschaft?

Für Obstbauern am Kölner Rand ist der April der kritischste Monat. Die 4,9 Frosttage im April fallen meist in die Blütezeit von Äpfeln und Kirschen – ein einziger strenger Frost kann die Ernte vernichten. Die 7,9 starken Frosttage im Januar sind für die Vegetation weniger problematisch, da die Pflanzen in Winterruhe sind. Aber im Oktober, wenn die 2,0 Frosttage auftreten, sind späte Gemüsekulturen wie Bohnen oder Kürbisse noch nicht abgeerntet.

Die praktische Lehre für jeden Gartenbesitzer: Wer im Raum Köln Pflanzen setzt, sollte den Eisheiligen Mitte Mai abwarten – der Mai bringt im Schnitt noch 0,6 Frosttage. Und wer im Oktober empfindliche Pflanzen ins Haus holt, sollte dies spätestens dann tun, wenn die ersten Nachttemperaturen unter 0°C fallen – statistisch gesehen ist das ab Mitte Oktober der Fall.

Die gesamte Frostsaison auf einen Blick

Für diejenigen, die die komplette jährliche Entwicklung sehen möchten: Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Frosttage über das Jahr verteilen. Klar erkennbar: Die Kurve steigt ab September steil an, erreicht ihren Höhepunkt im Januar mit 14,5 Frosttagen und fällt im Juni auf 0,0.

Datenquelle und Methodik

Alle Angaben in diesem Artikel basieren auf den offiziellen Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an der Station Köln/Bonn. Die Klimareihe umfasst den Zeitraum vom 1. September 1957 bis zum 1. August 2026 – dies entspricht den ältesten und jüngsten verfügbaren Messdaten dieser Station. Die Frosttage wurden gemäß der DWD-Definition berechnet: Frosttag = Tagesminimum unter 0°C, starker Frosttag = Tagesmaximum unter 0°C. Der absolute Kälterekord von -23,4°C am 14. Januar 1985 ist die tiefste jemals an dieser Station registrierte Temperatur.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Köln/Bonn, Zeitraum 1957–2026.

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Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act