Frostsaison in Hamburg: Beginn, Ende und die kältesten Nächte seit 1936

Aktualisiert: 2026-08-07

Der tiefste je gemessene Wert an der Hamburger Wetterstation Fuhlsbüttel stammt aus dem Kriegswinter 1940: Am 13. Februar 1940 fiel das Thermometer auf -29,1 °C — die absolute Minimumtemperatur der Messreihe. Diese Zahl markiert das absolute Kälte-Ende der Frostsaison, wie es seitdem nicht wieder erreicht wurde.

Wann beginnt und wann endet die Frostsaison?

Für Landwirtschaft und Gartenbau ist die Frage nach dem ersten und letzten Frost entscheidend. An der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel zeigt die Klimatologie der Jahre 1936 bis 2026 ein klares Muster: Erste Bodenfröste treten im Mittel ab Oktober auf, letzte Nachtfröste sind bis in den Mai hinein möglich. Der Monat mit den meisten Frosttagen ist der Januar mit durchschnittlich 16,9 Tagen unter 0 °C. Im Mai bleiben nur noch 0,6 Frosttage pro Jahr übrig — endgültig frostfrei wird es im Hamburger Raum also erst im späten Frühling.

Die gesamte Messreihe der Station deckt den Zeitraum vom 1. Januar 1936 bis zum 5. August 2026 ab. Wer sich auf den Gemüseanbau oder die Obstblüte verlassen will, muss in Hamburg also mit einer Frostsaison rechnen, die sich von September bis Mai erstreckt — wobei der September mit 0,1 Frosttagen im Mittel kaum ins Gewicht fällt.

Der Winter 1940 war nicht nur wegen seiner Tagesrekorde außergewöhnlich, sondern auch wegen seiner geschlossenen Kälteperiode: Gleich vier der fünf kältesten Nächte der gesamten Messgeschichte fielen in den Februar 1940. Innerhalb von nur elf Tagen sank das Thermometer viermal unter -23 °C.

Die kältesten Nächte seit 1936

Diese fünf Daten sind die absoluten Tiefpunkte der Hamburger Frostsaison — jeder einzelne markiert eine Nacht, in der selbst winterharte Gehölze an ihre Grenzen kamen:

Datum Tiefsttemperatur
13. Februar 1940-29,1 °C
12. Februar 1940-28,1 °C
10. Februar 1940-24,6 °C
20. Februar 1940-23,8 °C
22. Januar 1940-22,8 °C

Frosttage Monat für Monat

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich Frosttage (Minimum unter 0 °C) und sogenannte "harte" Frosttage (Minimum unter -3 °C) über das Jahr verteilen. Alle Werte sind langjährige Mittel der Station Hamburg-Fuhlsbüttel:

Monat Tage mit Frost Tage mit starkem Frost
Januar16,910,1
Februar15,59,3
März12,74,8
April5,00,9
Mai0,60,1
September0,10,0
Oktober2,20,3
November7,22,4
Dezember14,07,4

Besonders auffällig: Die Frostsaison in Hamburg hat ihr Zentrum klar im Winterhalbjahr. Zwischen November (7,2 Frosttage) und März (12,7 Frosttage) liegen die Monate mit der höchsten Frostaktivität. Die Monate Juni, Juli und August erscheinen in der Tabelle nicht, weil dort im langjährigen Mittel kein einziger Frosttag registriert wird.

Die fünf kältesten Winter

Nicht jedes Jahr ist gleich extrem. Die folgende Auflistung zeigt die fünf Winter mit der niedrigsten jemals gemessenen Jahrestemperatur sowie die fünf mildesten Winter — ablesbar an der jeweils tiefsten Temperatur des Jahres und der Anzahl der Frosttage:

Die fünf kältesten Jahre

Der kälteste Winter der Messreihe war 1940: Mit einer Tiefsttemperatur von -29,1 °C und 111 Frosttagen gehört er zu den markantesten der Hamburger Klimageschichte. Am zweitkältesten war 1956 mit -22,4 °C und 97 Frosttagen, gefolgt von 1942 mit -21,9 °C und 114 Frosttagen. Auch 1979 (-20,8 °C, 92 Frosttage) und 1997 (-19,3 °C, 79 Frosttage) zählen zu den eisigen Jahren.

Die fünf mildesten Jahre

Ganz anders die milden Winter: 2019 kam mit -7,5 °C und nur 50 Frosttagen davon. Noch milder war 2015 mit -6,4 °C und 43 Frosttagen. 1974 erreichte -5,4 °C bei 35 Frosttagen. Die beiden mildesten Winter der Messreihe waren 1990 und 2020, beide mit einer Tiefsttemperatur von -5,1 °C — ersterer mit 33, letzterer mit 37 Frosttagen.

Was bedeutet das für die Landwirtschaft?

Für Hamburger Gärtner und Landwirte bedeutet diese Klimatologie eine klare Empfehlung: Mit ersten Bodenfrösten ist ab Ende September zu rechnen, mit den letzten Nachtfrösten bis Anfang Mai. Besonders tückisch ist der April mit seinen durchschnittlichen 5,0 Frosttagen — mitten in der Obstblüte. Wer empfindliche Pflanzen ins Freie setzt, sollte die Eisheiligen im Mai abwarten oder zumindest die Vorhersage der DWD-Station Fuhlsbüttel im Blick behalten.

Quelle: DWD (Deutscher Wetterdienst), Station Hamburg-Fuhlsbüttel, Messreihe 1936–2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

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