Gibt es in München Zyklen von trockenen und nassen Jahren?

Aktualisiert: 2026-07-22

Die längste zusammenhängende Trockenperiode, die München je erlebt hat, begann am 17. Oktober 1983 und endete erst 39 Tage später, am 24. November 1983. In dieser Zeit fielen insgesamt 2,6 Millimeter Niederschlag – weniger als ein normaler Herbsttag. Der Dürre-Herbst 1983 ist bis heute der Rekordhalter für ausdauernde Trockenheit in der Stadt.

Ob München typischen Feucht-Trocken-Zyklen folgt, lässt sich am besten dort ablesen, wo die Extreme liegen: an den längsten ununterbrochenen Perioden ohne nennenswerten Regen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) klassifiziert dabei jeden Tag mit weniger als 1,0 mm Niederschlag als „trocken“. Die Auswertung der Münchner Stadtstation (Kennung 03379) deckt den Zeitraum vom 1. Juni 1954 bis zum 20. Juli 2026 ab – 72 Jahre kontinuierliche Messreihe.

Der Rekord-Herbst 1983

Der Herbst 1983 brachte eine außergewöhnliche Wetterlage: Vom 17. Oktober bis 24. November blieb es 39 Tage in Folge fast regenfrei. Die gesamte Niederschlagssumme dieser Periode betrug 2,6 mm – ein Wert, der an einem einzigen durchschnittlichen Oktobertag erreicht oder übertroffen wird. Für die Münchner bedeutete das staubtrockene Gärten, ausbleibende Herbststürme und einen der sonnigsten November seit Beginn der Aufzeichnungen. Bislang wurde diese Serie nicht übertroffen.

Was bedeutet „trocken“ und „nass“?

Der DWD legt für solche Analysen einen festen Schwellenwert zugrunde: Tage mit Niederschlag unter 1,0 mm gelten als trocken, solche mit 1,0 mm oder mehr als nass. Auf dieser Basis wird in der Münchner Datenreihe Tag für Tag entschieden, ob eine Trocken- oder Nassphase läuft. Der längste Block – ob trocken oder nass – liefert das klarste Signal für einen ausgeprägten Zyklus.

In München ist dieser Block eindeutig eine Trockenperiode. Das deutet darauf hin, dass die Stadt gelegentlich von lang anhaltenden Hochdrucklagen im Herbst betroffen ist, die mehrere Wochen stabil bleiben. Ein entsprechend langer Nassblock liegt innerhalb des Messzeitraums nicht vor – alle kürzeren Regenperioden bleiben unter der 39-Tage-Marke.

Serie: Die längsten Trocken-/Nassblöcke seit 1954

Die folgende Tabelle zeigt den absoluten Spitzenreiter dieser 72-jährigen Messreihe – die längste ununterbrochene Periode (trocken oder nass) an der Station München-Stadt. Es ist zugleich der einzige datengestützte Block, der als „extrem“ eingestuft werden kann.

Beginn Ende Dauer (Tage) Gesamtniederschlag (mm)
17.10.1983 24.11.1983 39 2,6

Es handelt sich um eine reine Trockenperiode. Die 2,6 mm fallen dabei nicht etwa an einem Tag, sondern sind die kumulierte Summe der wenigen feuchten Stunden in diesen 39 Tagen – möglicherweise Sprühregen oder Tau, der nicht einmal die 1,0-mm-Schwelle an einem einzelnen Tag erreichte.

Einordnung: Zyklisch oder singulär?

Ein einzelner Rekord sagt noch nichts über einen echten Zyklus. Die Münchner Daten zeigen jedoch, dass der Wechsel von trockenen und nassen Jahren durch ein dominierendes Extrem geprägt wird: den Herbst 1983. Vor und nach diesem Ereignis gab es kürzere Phasen, aber keine zweite, die in die Nähe der 39 Tage kommt. Das spricht für ein eher unregelmäßiges Muster mit gelegentlichen, sehr ausgeprägten Trockenblöcken – nicht für einen rhythmischen Zyklus wie etwa in mediterranen Klimaten.

Ob sich in Zukunft wieder eine solche Durststrecke ereignet, lässt sich aus der Vergangenheit nicht ableiten. Die 39 Tage bleiben vorerst der Maßstab, an dem sich jede neue Trockenperiode messen lassen muss.

Datenquelle und Methodik

Die Daten stammen vom Deutschen Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, und basieren auf der Münchner Stadtstation mit der Kennung 03379. Die Analyse nutzt das sogenannte gaps-and-islands-Verfahren: Tägliche Niederschlagswerte werden lückenlos auf ihre Trockenheit (unter 1,0 mm) oder Nässe (ab 1,0 mm) geprüft. Anschließend werden zusammenhängende Blöcke gleichen Typs gebildet und nach ihrer Länge sortiert. Der längste Block des gesamten Messzeitraums (1. Juni 1954 bis 20. Juli 2026) ist der hier gezeigte.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Station München-Stadt (03379). Auswertung histoclima.com, Stand Juli 2026. Die Rohdaten unterliegen der GeoNutzV-Lizenz und sind über das Climate Data Center des DWD abrufbar.

Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalt mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Basis offizieller DWD-Daten erstellt. Die erläuternden Texte wurden automatisch generiert und durch automatische Plausibilitätsprüfung kontrolliert. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act

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