Feucht-Trocken-Zyklus Verlauf in Köln: Die längsten Serien seit 1945

Aktualisiert: 2026-08-17

Wer in Köln auf einen Dauerregen wartet, muss Geduld mitbringen – aber nicht so viel wie 2007. Zwischen dem 4. April und dem 5. Mai 2007 fiel an der Station Köln-Stammheim 32 Tage lang kein einziger Tropfen Regen. Die längste Trockenperiode der Messreihe seit 1945 endete mit einer Gesamtniederschlagsmenge von exakt 0,0 mm. Während dieser Zeit blieb der Himmel über der Domstadt komplett trocken – eine Serie, die seither nicht wieder erreicht wurde.

Der Wechsel zwischen nassen und trockenen Phasen prägt das Klima am Rhein stärker, als man meinen möchte. Die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Köln-Stammheim zeigen für den Zeitraum vom 1. Januar 1945 bis zum 31. August 2024, wie extrem diese Zyklen ausfallen können. Die längste zusammenhängende Nassphase der gesamten Messreihe dauerte 35 Tage: Sie begann im November, und in diesem Zeitraum fiel an jedem einzelnen Tag messbarer Niederschlag. Betrachtet man die Serie nach Monatsbeginn, ist die längste Nassphase des gesamten Zeitraums jedoch die im Mai 1987 begonnene: 29 Tage lang, vom 30. Mai bis zum 27. Juni 1987, fielen dabei insgesamt 124,1 mm Niederschlag. Diese beiden Extreme markieren die Pole eines Klimas, das zwischen ausgedörrten Böden und wochenlangem Landregen schwankt.

Die 32 trockenen Tage im Frühjahr 2007 sind besonders bemerkenswert, weil sie genau in die Zeit fielen, in der die Natur in Köln normalerweise ihre höchste Wachstumsdynamik entfaltet. Eine Trockenperiode von über einem Monat mitten im April und Mai setzte den Pflanzen massiv zu. Dass diese Serie bis heute ungeschlagen ist, obwohl die Messreihe seit 1945 läuft, zeigt: So etwas ist selbst für den trockener werdenden Westen Deutschlands eine Seltenheit. Auch die 29-tägige Nassphase von 1987 ist ein Sonderfall – fast ein ganzer Monat lang gab es an jedem einzelnen Tag messbaren Niederschlag.

Interessant ist der Blick auf den Verlauf über das Jahr: Die längsten Trockenserien des gesamten Zeitraums konzentrieren sich nicht etwa auf den Hochsommer, sondern ballen sich im April mit 32 Tagen und im August mit 31 Tagen. Die längste Nassserie überhaupt begann dagegen im November: 35 Tage am Stück – so lange war es zwischen dem ersten und dem letzten Tag der Serie nie wieder durchgehend nass. Die folgende Tabelle zeigt für jeden Monat die maximale Dauer der längsten Nass- und Trockenserien, basierend auf dem Monat, in dem die jeweilige Serie begann.

Monatliche Extreme: Wann drohen lange Serien?

Monat Längste Nassserie (Tage) Längste Trockenserie (Tage)
Januar2516
Februar2117
März2224
April2332
Mai2924
Juni2221
Juli2220
August2031
September1823
Oktober2117
November3518
Dezember2919

Was bedeuten diese Zahlen für Köln?

Die Daten machen deutlich: Köln hat keinen starren Klimarhythmus, sondern extreme Ausschläge nach beiden Seiten. Der November sticht mit seiner 35-tägigen Nassserie hervor – dies ist die längste zusammenhängende Regenphase, die in der Messreihe überhaupt erfasst wurde. Im Dezember gab es ebenfalls eine beachtliche Serie von 29 nassen Tagen, und auch der Mai erreichte mit 29 nassen Tagen das gleiche Niveau. Die Trockenserien fallen im April (32 Tage) und August (31 Tage) am längsten aus. Zwei verschiedene Jahreszeiten, zwei gegensätzliche Extreme – und dazwischen ein Klima, das in seiner Variabilität kaum zu übertreffen ist.

Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen April und Mai: Im März schaffte es eine Trockenphase auf 24 Tage, im April sogar auf 32. Doch schon im Mai ist mit 29 Tagen wieder die längste Nassserie des Monats möglich. Der Wechsel zwischen Feucht- und Trockenphasen ist in Köln also nicht nur von Jahr zu Jahr unterschiedlich, sondern kann auch innerhalb weniger Wochen das komplette Gegenteil bringen. Für Landwirtschaft, Gärtnereien und alle, die ihr Leben nach dem Wetter ausrichten, bedeutet das: Planungssicherheit sieht anders aus.

Bemerkenswert ist auch der Januar mit 25 nassen Tagen – kein einziger trockener Tag durchbrach damals die Serie. Dass eine Trockenperiode im Januar nur auf 16 Tage kam, zeigt, wie selten längere Trockenheit gerade im tiefsten Winter ist. Ähnlich ausgeglichen ist der Oktober mit 21 nassen und 17 trockenen Tagen – ein Monat, der oft als Übergangszeit mit wechselhaften Phasen daherkommt.

Die grössten Gegensätze auf einen Blick

Wer die fünf markantesten Werte der monatlichen Auswertung sucht, stösst auf folgende Daten:

Diese fünf Werte zeigen, dass die extremen Serien sich nicht auf eine Jahreszeit beschränken. Ob im Winter, Frühling oder Herbst – eine Serie von über drei Wochen ist in Köln jederzeit möglich, in beide Richtungen.

Der Zyklus aus der Vogelperspektive

Wer den gesamten Verlauf seit 1945 betrachtet, erkennt: Die beiden grossen Rekordserien liegen zeitlich weit auseinander – die Trockenperiode von 2007 und die Nassphase von 1987. Zwischen ihnen lagen 20 Jahre, in denen das Wetter in Köln immer wieder zwischen diesen Extremen hin- und herpendelte. Dass der April mit seiner 32-tägigen Trockenserie den Rekord von 2007 trägt und der November mit seinen 35 nassen Tagen den Rekord schlechthin, unterstreicht die Unberechenbarkeit des Rheinlandklimas. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Der November-Rekord von 35 Tagen ist die längste Serie im gesamten Datenbestand, gemessen an ihrem Beginn. Der Mai-Rekord von 29 Tagen ist die längste Serie, die in einem Mai begonnen hat – beide Aussagen ergänzen sich, statt sich zu widersprechen.

Die langen Trockenserien im April und August haben dabei eine gemeinsame Eigenschaft: Sie treten in Monaten auf, die für die Vegetation besonders kritisch sind. Im April entscheidet sich, ob die Böden genug Feuchtigkeit für den Sommer speichern; im August geht es um die Reife der Ernte. Dass ausgerechnet in diesen Monaten die längsten Durststrecken auftraten, macht die Trockenheit für Köln zu einer ernsten klimatischen Grösse.

Auf der anderen Seite steht der November mit seiner extremen Nassphase von 35 Tagen – ein Monat, der normalerweise für seinen grauen Himmel und anhaltenden Nieselregen bekannt ist, aber nicht unbedingt für eine so extreme Serie. Auch der Dezember (29 nasse Tage) und der Mai (29 nasse Tage) zeigen: Wenn das Wetter in Köln auf nass schaltet, dann gründlich.

Ein Klima der Extreme – und der Geduld

Für alle, die in Köln leben oder dorthin ziehen möchten, ist die Botschaft der Messreihe klar: Die Stadt bietet keinen gemässigten Mittelweg, sondern ein Wechselbad. Die längste Trockenperiode dauerte 32 Tage mit 0,0 mm Niederschlag, die längste Nassperiode 29 Tage mit 124,1 mm. Wer sich darauf einstellt, dass das Wetter am Rhein gerne übertreibt, ist besser vorbereitet als jemand, der mit einem grauen Mittelwert rechnet.

Die Datenreihe des Deutschen Wetterdienstes für Köln-Stammheim ist die offizielle Grundlage für diese Auswertung. Sie umfasst den gesamten Zeitraum vom 1. Januar 1945 bis zum 31. August 2024 und liefert damit eine fast 80-jährige Perspektive auf den Wechsel zwischen trockenen und nassen Jahren. Auch wenn einzelne Jahre wie 2007 oder 1987 herausragen, ist der Zyklus selbst ein konstantes Merkmal des Kölner Klimas – man muss nur wissen, wann die nächste Serie beginnt.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Köln-Stammheim, Zeitraum 1945–2024.

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Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

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