Feucht-Trocken-Zyklus in Frankfurt: Die längste Trockenperiode seit 1935

Aktualisiert: 2026-08-08

Die längste Trockenperiode in Frankfurt seit Beginn der Aufzeichnungen im Juli 1935 dauerte 40 Tage ohne einen einzigen Tropfen Niederschlag. Sie begann im März und markiert den absoluten Rekord der Messreihe. Über diesen gesamten Zeitraum summierte sich der Niederschlag auf exakt 0,0 mm – eine komplette meteorologische Durststrecke im zeitigen Frühjahr, die bis heute unerreicht geblieben ist.

Was bedeutet ein Feucht-Trocken-Zyklus in Frankfurt?

Frankfurt am Main liegt in der gemäßigten Klimazone, wo der Wechsel zwischen feuchten und trockenen Phasen den Rhythmus des Jahres bestimmt. Nicht der einzelne Regentag prägt das Klima, sondern die Abfolge längerer Trockenphasen und ergiebiger Regenperioden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erfasst für die Station Frankfurt/Main tägliche Niederschlagsdaten, die bis zum 1. Juli 1935 zurückreichen. Die jüngsten verfügbaren Daten stammen vom 6. August 2026 – ein Zeitraum von über 91 Jahren kontinuierlicher Messungen.

Ein Trockentag ist definiert als ein Tag mit einem Niederschlag von exakt 0,0 mm. Mithilfe der historischen Serie lässt sich für jeden Monat des Jahres berechnen, wie lange die längste Serie aufeinanderfolgender Trockentage in Frankfurt jeweils gedauert hat. Daraus entsteht ein klares Bild: Der Feucht-Trocken-Zyklus der Mainmetropole hat eine eigene innere Logik, die sich von den benachbarten Mittelgebirgen deutlich unterscheidet.

Die längste Trockenperiode im Detail

Der Rekord-abschnitt im März fällt in eine Zeit, die vielen älteren Frankfurtern noch als bedeutender Trockenfrühling in Erinnerung ist. Über mehrere Wochen blieb der Himmel über Frankfurt fast durchgehend wolkenlos – ohne messbaren Regen. Diese Zeitspanne markiert nicht nur den längsten trockenen Abschnitt der gesamten Messreihe, sondern zeigt auch, wie empfindlich das städtische Klima auf ausbleibenden Niederschlag reagiert: Die Mainufer lagen frei, der Stadtwald wurde zur Staublandschaft und die Landwirtschaft kämpfte mit ausgetrockneten Böden.

Solche langen Trockenphasen sind in Frankfurt selten. Der Feucht-Trocken-Zyklus folgt eher einem Muster kürzerer Schwankungen: Auf ein feuchtes Jahr folgt oft ein durchschnittliches, dann wieder ein trockenes. Extreme wie die 40 aufeinanderfolgenden Trockentage im März bleiben die Ausnahme – sie treten vielleicht einmal pro Menschengeneration auf.

Trockenperioden im Monatsvergleich

Die monatliche Auswertung zeigt, in welchen Jahreszeiten die längsten Trockenserien überhaupt möglich sind. Auffällig ist, dass der Frühling die längsten Durststrecken hervorbringt – ein Phänomen, das man in Frankfurt eher mit dem Hochsommer verbinden würde. Die folgende Tabelle listet für jeden Monat die maximale Anzahl aufeinanderfolgender Trockentage, die jemals in Frankfurt gemessen wurde, seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1935:

Monat Längste Trockenserie (Tage)
Januar26
Februar21
März40
April32
Mai22
Juni25
Juli26
August32
September35
Oktober29
November33
Dezember27

Der März als Rekordmonat

Die längste jemals in Frankfurt gemessene Trockenserie begann demnach im März: 40 aufeinanderfolgende Tage ohne Niederschlag. Das ist bemerkenswert, denn der März gilt klimatologisch noch als Übergangsmonat mit wechselhafter Witterung. Doch die Frankfurter Messreihe zeigt: Gerade im zeitigen Frühjahr, wenn die Vegetation erwacht und der Wasserbedarf der Natur steigt, können sich Hochdrucklagen besonders hartnäckig halten und jede Regenfront ostwärts abdrängen.

Herbst und Spätsommer als zweite Trockenfront

Die Herbstmonate September mit 35 Tagen und November mit 33 Tagen zählen ebenfalls zu den trockenheitsanfälligsten Abschnitten des Frankfurter Jahres. Dies erklärt sich durch die stabile Wetterlage, die sich nach dem Ende der Gewittersaison einstellt. Der August folgt mit 32 Tagen. Ironischerweise ist der Hochsommer – die Zeit, in der man landläufig die größte Trockenheit erwartet – mit maximal 26 Trockentagen im Juli keineswegs die trockenste Phase. Der Grund: Gewitterzellen, die sich über den wärmespeichernden Flächen des Rhein-Main-Gebiets bilden, bringen auch in sonst trockenen Sommerperioden immer wieder lokale Niederschläge.

Der Winter: Kürzere Trockenserien

Im Gegensatz zur warmen Jahreshälfte weisen die Wintermonate kürzere Trockenserien auf. Der Februar bleibt mit 21 aufeinanderfolgenden Tagen der Monat mit der kürzesten maximalen Trockenserie – ein Zeichen dafür, dass atlantische Tiefausläufer im Winter häufiger durchgreifen und für beständigere Niederschlagsperioden sorgen. Im Januar beträgt die längste Serie 26 Tage, im Dezember 27 Tage. Diese Daten belegen, dass der Feucht-Trocken-Zyklus in Frankfurt einen klaren Jahresgang hat: kürzere Trockenphasen im Winter, deutlich längere im Frühjahr und Herbst.

Was bedeutet das für Frankfurt?

Der Wechsel von trockenen und feuchten Jahren prägt nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die städtische Infrastruktur. Wenn im März 40 Tage lang kein Regen fällt, sinken die Grundwasserspiegel, die Böden trocknen aus und die Waldbrandgefahr steigt. Wenn im September 35 Tage ohne Niederschlag vergehen, wird die Bewässerung öffentlicher Grünanlagen zur Herausforderung. Die Daten des DWD helfen Stadtplanern, Landwirten und Wasserversorgern, sich auf diese Zyklen einzustellen – denn sie sind ein Naturgesetz des Klimas am Main.

Wer den Feucht-Trocken-Zyklus von Frankfurt verstehen will, muss also nicht auf die kalten Winter schauen, sondern auf die Übergangsjahreszeiten. Der März mit seiner 40-tägigen Rekordtrockenheit bleibt dabei der unangefochtene Spitzenreiter – ein Wert, der die gesamte meteorologische Laufbahn seit 1935 überdauert hat und Stand heute unerreicht ist.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Frankfurt/Main (1935–2026). Die Daten wurden über die historische Messreihe der Station ausgewertet und aufbereitet.

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act

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