Fensterlüften in Hamburg: 164,9 Tage im Jahr ohne Heizen und ohne Kühlen

Aktualisiert: 2026-09-29

Es gibt einen Temperaturbereich, in dem ein Wohnraum weder Wärme braucht noch Kühlung verträgt: zwischen 10 und 22 °C Tagesmittel. Für Hamburg-Fuhlsbüttel summiert sich das auf 14837 Tage seit Beginn der Aufzeichnungen – im Durchschnitt 164,9 Tage pro Jahr. An diesen Tagen reicht es, das Fenster zu öffnen, um frische Luft hereinzulassen, ohne dass die Heizung anspringt oder der Ventilator laufen muss.

Tage mit Tagesmitteltemperatur zwischen 10 und 22 °C an der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel

Die Zahl 164,9 Tage pro Jahr beantwortet eine sehr praktische Frage: An wie vielen Tagen im Jahr kann man in Hamburg bei offenen Fenstern lüften, ohne zu heizen oder zu kühlen? Es sind nicht ganz fünf Monate im Jahresverlauf, verteilt über Frühjahr, Sommer und Herbst. Wer in Hamburg wohnt, kennt das Gefühl, dass die Übergangszeiten hier besonders lang sind – die Daten des Deutschen Wetterdienstes bestätigen es.

Grundlage ist die Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Der ausgewertete Zeitraum reicht vom 1. Januar 1936 bis zum 31. Dezember 2025 – also 90 vollständige Jahre. In dieser Zeit wurden 14837 Tage erfasst, an denen das Tagesmittel der Lufttemperatur zwischen 10 und 22 °C lag. Das entspricht dem Bereich, in dem ein offenes Fenster angenehm ist und weder die Heizung noch eine Klimaanlage gebraucht wird.

Wie sich die Lüfttage über das Jahr verteilen

Der Monatsverlauf zeigt, warum Hamburg als Stadt der langen Übergänge gilt. Im Januar liegt die mittlere Temperatur bei 0,9 °C, im Februar bei 1,4 °C. Damit fallen die klassischen Wintermonate für das angenehme Lüftwetter weitgehend aus. Ab Mai wird es interessant: Die mittlere Temperatur steigt auf 12,5 °C, im Juni auf 15,8 °C, im Juli auf 17,5 °C und im August auf 17,2 °C. Das sind die Kernmonate des Lüftwetters, in denen bei offenem Fenster weder gefroren noch geschwitzt wird.

Im September liegt die mittlere Temperatur bei 13,9 °C, im Oktober bei 9,7 °C – der Oktober rutscht mit seinem Mittel knapp unter die 10-Grad-Schwelle, einzelne Tage bleiben aber im Lüftbereich. Der November bringt 5,3 °C, der Dezember 2,3 °C. Die Übergangsmonate April (8,1 °C) und Oktober (9,7 °C) liegen im Monatsmittel knapp unter der Schwelle, liefern aber erfahrungsgemäß viele einzelne Lüfttage.

Monatsmittel der Temperatur und des Niederschlags sowie Anzahl der erfassten Tage, Station Hamburg-Fuhlsbüttel, 1936–2025
MonatMittlere Temperatur (°C)Mittlerer Niederschlag (mm)Anzahl Tage
Januar0,92,02757
Februar1,41,72515
März4,11,62759
April8,11,62670
Mai12,51,82759
Juni15,82,42670
Juli17,52,62759
August17,22,52759
September13,92,22670
Oktober9,72,02759
November5,32,22670
Dezember2,32,22759

Was der Monatsverlauf verrät

Die mittleren Temperaturen zeigen eine klare Staffelung: Der Juli ist mit 17,5 °C der wärmste Monat, knapp gefolgt vom August mit 17,2 °C. Der Januar ist mit 0,9 °C der kälteste. Zwischen diesen beiden Polen liegt der Bereich, in dem das Fensterlüften ohne Heizen und ohne Kühlen funktioniert. Besonders angenehm sind für viele Hamburger der Juni (15,8 °C) und der September (13,9 °C) – Monate, in denen die mittlere Temperatur mitten im Lüftbereich liegt.

Der Niederschlag spielt für die reine Temperaturfrage keine Rolle, ist aber für die Praxis des Lüftens nicht unwichtig. Die mittleren Niederschlagswerte der Station Hamburg-Fuhlsbüttel liegen zwischen 1,6 mm im März und April und 2,6 mm im Juli. Der Juli ist damit sowohl der wärmste als auch der niederschlagsreichste Monat im langjährigen Mittel.

Lüftwetter in Hamburg über neun Jahrzehnte

Die Aufzeichnungen der Station Hamburg-Fuhlsbüttel beginnen am 1. Januar 1936 und reichen bis zum 31. Dezember 2025. In diesen 90 Jahren wurden 14837 Tage gezählt, die als Lüftwetter ohne Heizen und Kühlen gelten. Das sind im Schnitt 164,9 Tage pro Jahr – also ein gutes Drittel jedes Kalenderjahres. Wer wissen will, ob ein bestimmter Tag in diese Kategorie fällt, kann sich an der Faustregel orientieren: Tagesmittel zwischen 10 und 22 °C.

Für die praktische Lebensplanung in Hamburg bedeutet das: Die meisten Tage, an denen man das Fenster weit öffnen kann, ohne dass es unangenehm wird, fallen in die Monate Mai bis September. Der Juli und der August sind die zuverlässigsten Kandidaten. Aber auch der milde Herbst liefert regelmäßig Tage, an denen die Heizung ausbleiben kann.

Was 164,9 Lüfttage praktisch bedeuten

Die Zahl 164,9 Tage pro Jahr ist ein langjähriger Durchschnitt. Sie schwankt von Jahr zu Jahr, je nachdem, wie früh der Frühling beginnt und wie lange der Herbst mild bleibt. Fest steht: In Hamburg gibt es keinen Monat ohne Lüftmöglichkeit, aber der Winter liefert die wenigsten Tage im angenehmen Bereich. Der Februar hat mit 2515 die niedrigste Anzahl erfasster Tage, der März, Mai, Juli, August und Oktober mit jeweils 2759 die höchste. Diese Unterschiede ergeben sich aus der Länge der Monate und der Anzahl vollständiger Beobachtungstage.

Wer nach Hamburg zieht oder dort ein Fenster renoviert, sollte die Zahl im Kopf behalten: Rund 164,9 Tage im Jahr lässt sich lüften, ohne die Heizung anzustellen oder eine Klimaanlage zu benötigen.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Climate Data Center, Station Hamburg-Fuhlsbüttel (11 m Höhe). Zeitraum: 1936–2025.

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