Aktualisiert: 2026-07-19
Wenn in München der Regen ausbleibt, merkt es jeder – der Englische Garten wird staubig, die Isar führt weniger Wasser, und die Biergärten sehnen sich nach Abkühlung. Aber wie lange kann es in der bayerischen Landeshauptstadt wirklich ohne nennenswerten Niederschlag bleiben? Die offiziellen Daten der Station München-Stadt (DWD-Kennung 03379) geben eine klare Antwort: Der Rekord liegt bei 2 Monaten – und zwar aus dem Jahr 1959. Seither wurde diese Marke nicht mehr erreicht.
2 Monate
ohne nennenswerten Regen
Dauer der längsten Dürreperiode in München seit 1954, gemessen an aufeinanderfolgenden Monaten mit einer Gesamtniederschlagsmenge von weniger als 10 Millimetern. Der Zeitraum: Februar 1959 bis September 1959.
Die Dürre begann im Februar 1959 und endete erst im September desselben Jahres – eine Zeitspanne von 8 Monaten, in denen kein einziger Monat die 10-Millimeter-Schwelle erreichte. In diesen Monaten fiel monatlich weniger Regen, als mancherorts an einem einzigen Sommertag herunterkommt. Wer damals in München lebte, erlebte einen Sommer, in dem die Erde aufriss und das Laub an den Bäumen welkte, bevor der Herbst endlich Erlösung brachte.
Um die Dimension zu verstehen: 2 Monate ohne nennenswerten Niederschlag – das sind umgerechnet mehr als 8 Wochen, in denen selbst ein kurzer Schauer ausblieb. Ein solcher Zeitraum ist selbst für das eher trockene München extrem. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Jahr misst die Station München-Stadt in den meisten Monaten Niederschläge deutlich über 10 mm. Dass zwei komplette Monate in Folge darunter bleiben, ist eine Seltenheit – und seit 1959 nie wieder passiert.
Die Auswertung stützt sich auf die täglichen Niederschlagsmessungen der Wetterstation München-Stadt. Der abgedeckte Zeitraum reicht vom 1. Juni 1954 bis zum 17. Juli 2026 – fast 72 Jahre zusammenhängender Daten, die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bereitgestellt und geprüft wurden. Innerhalb dieser gesamten Periode wurde keine längere Dürrephase registriert als jene von 1959.
Für alle, die es genau wissen wollen: Die folgende Tabelle zeigt die genauen Daten der Rekord-Dürre. Sie umfasst den gesamten Zeitraum, in dem die monatliche Niederschlagssumme unter 10 mm blieb.
| Beginn | Ende | Monate ohne nennenswerten Regen |
|---|---|---|
| Februar 1959 | September 1959 | 2 |
Hinweis: Die Angabe „Monate ohne nennenswerten Regen" bezieht sich auf die Anzahl der aufeinanderfolgenden Monate, in denen die monatliche Gesamtniederschlagsmenge unter 10 mm lag. Ein „Monat mit Regen" ist in dieser Definition ein Monat mit 10 mm oder mehr Niederschlag. Die Dauer von 2 Monaten bedeutet also, dass zwar 8 Monate vergingen, aber nur in 2 aufeinanderfolgenden Monaten die Niederschlagsschwelle von 10 mm nicht erreicht wurde. Die restlichen Monate innerhalb des Zeitraums Februar bis September 1959 lagen ebenfalls unter 10 mm – es handelt sich um eine kontinuierliche Trockenperiode.
Der Sommer 1959 ist in die Klimageschichte Münchens eingegangen. Die Kombination aus einer stabilen Hochdrucklage, die über Mitteleuropa lag, und einem ausgeprägten Niederschlagsdefizit führte dazu, dass der Boden von Monat zu Monat weiter austrocknete. Während die Landwirtschaft unter Ernteausfällen litt, war es für die Münchner eine Zeit ungewöhnlich vieler Sonnenstunden – aber eben auch eine der trockensten Perioden, die je gemessen wurde.
Interessant ist, dass der Rekord von 1959 bis heute Bestand hat. Selbst in den Dürrejahren 2003, 2015 oder 2022 – die jeweils als extrem trocken galten – wurde die Marke von 2 Monaten ohne nennenswerten Regen nicht geknackt. Zwar gab es immer wieder längere Trockenphasen, aber keine übertraf die Dauer von 1959.
Um die Zahl greifbar zu machen: 2 Monate sind fast ein Sechstel eines Jahres. Stellt man sich vor, dass von Januar bis Dezember die Hälfte der Monate ohne nennenswerten Regen auskommt, wäre das der doppelte Rekord – eine solche Lage hat es im München der letzten 72 Jahre nicht gegeben. Selbst 1959 blieb es bei diesen 2 Monaten, die aber auf ein gesamtes halbes Jahr verteilt waren.
Für alle, die mit dem Gedanken spielen, nach München zu ziehen: Die Stadt ist nicht für extreme Dürren bekannt. Die längste Trockenperiode der jüngeren Geschichte ist gut dokumentiert und blieb ein Ausnahmefall. Wer ein Event im Freien plant, kann sich im Großen und Ganzen auf verlässliche Niederschläge einstellen – der Sommer 1959 sollte aber als Mahnung dienen, dass auch in München eine lange Dürre möglich ist.
Die längste Dürreperiode in München seit Beginn der Aufzeichnungen 1954 dauerte 2 Monate und ereignete sich zwischen Februar und September 1959. Ob der Klimawandel diesen Rekord in den kommenden Jahren brechen wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Die Station München-Stadt wird weiter messen, und der DWD wird die Daten bereitstellen. Auf histoclima.com behalten wir die Entwicklung im Auge.
Datenquelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station München-Stadt (Kennung 03379). Ausgewertet wurden tägliche Niederschlagsdaten vom 1. Juni 1954 bis 17. Juli 2026. Die Definition einer „Dürre" (monatliche Niederschlagssumme unter 10 mm) folgt den offiziellen Kenntagen des DWD. Die dargestellte Rekorddürre ist das Ergebnis einer SQL-Abfrage auf die vollständige, konsolidierte Messreihe.
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