Aktualisiert: 2026-09-21
Die längste Trockenphase, die die DWD-Station München-Stadt seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1954 registriert hat, zog sich über den Jahreswechsel 1972/73: Vom 10. Dezember 1972 bis zum 14. Januar 1973 fiel kein messbarer Niederschlag.
36
Tage ohne Niederschlag – die längste Dürreperiode in München im Zeitraum 1954–2026
Diese Marke hat bis heute Bestand. Wer in München über Trockenheit spricht, kommt an dieser Zahl nicht vorbei: 36 Tage am Stück ohne Niederschlag, mitten im Winter, über Weihnachten und Silvester hinweg. Ein Ereignis, das sich in der gesamten Beobachtungsreihe der Station München-Stadt kein zweites Mal in dieser Länge wiederholt hat.
Neben dem Rekord von 36 Tagen finden sich in der Auswertung mehrere weitere markante Trockenperioden, die jeweils komplett in ein anderes Jahr und eine andere Jahreszeit fallen. Das zeigt: Längere Dürren in München sind kein reines Sommerphänomen.
| Rang | Beginn | Ende | Tage ohne Niederschlag |
|---|---|---|---|
| 1 | 1972-12-10 | 1973-01-14 | 36 |
| 2 | 1976-02-17 | 1976-03-16 | 29 |
| 3 | 1959-08-19 | 1959-09-15 | 28 |
| 4 | 1962-09-30 | 1962-10-26 | 27 |
| 5 | 1959-09-28 | 1959-10-21 | 24 |
Der Blick auf diese Liste ist aufschlussreich: Drei der fünf trockensten Phasen der Münchner Reihe liegen im Spätsommer oder Frühherbst – Ende September 1962 begann eine 27 Tage währende trockene Phase, und im Jahr 1959 reihte sich mit einer 28-tägigen sowie einer 24-tägigen Phase eine auffällige Häufung ein. Der absolute Spitzenwert aber stammt aus dem tiefsten Winter.
Interessant ist auch die Verteilung: Ordnet man die jeweils längste Trockenphase danach ein, in welchem Monat sie endet, ergibt sich ein deutliches Muster mit Schwerpunkten im Winter und im Herbst.
| Monat | Längste Trockenphase, die in diesem Monat endet (Tage) |
|---|---|
| Januar | 36 |
| Februar | 21 |
| März | 29 |
| April | 19 |
| Mai | 15 |
| Juni | 16 |
| Juli | 21 |
| August | 13 |
| September | 28 |
| Oktober | 27 |
| November | 23 |
| Dezember | 21 |
Der Januar steht mit 36 Tagen an der Spitze – das ist die besagte Rekordphase, die über den Jahreswechsel lief und erst Mitte Januar endete. Auffällig stark ist auch der Herbst: Endet eine Trockenphase im September, kann sie bis zu 28 Tage erreichen, im Oktober bis zu 27 Tage. Die geringsten Werte zeigen sich dagegen im Spätfrühling und Hochsommer – im August endet die längste Trockenphase mit 13 Tagen, im Mai mit 15 Tagen. Das klingt zunächst paradox, denn der Sommer gilt als trockenste Jahreszeit. Der Grund liegt in der Witterung selbst: Im Sommer sind Gewitter und kurze, aber ergiebige Niederschläge häufiger, während stabile Hochdrucklagen im Winter und Herbst über Wochen hinweg keine Niederschläge zulassen.
36 Tage ohne Niederschlag mitten im Winter bedeuten für München mehr als nur eine Zahl. Normalerweise bringt der Winter in der bayerischen Landeshauptstadt regelmäßig Regen, Schneeregen oder Schneeschauer. Fällt dieser Niederschlag über einen so langen Zeitraum aus, fehlt die natürliche Wasserzufuhr für die Böden komplett – sie frieren bei Kahlfrost durch, ohne von einer schützenden Schneedecke bedeckt zu sein. Für Landwirtschaft, Garten und Stadtökologie ist eine solche Phase spürbar.
Der Rekord von 1972/73 steht dabei nicht isoliert. Die Jahre 1959, 1962 und 1976 tauchen mehrfach in der Liste der längsten Trockenphasen auf, ebenso die Übergänge zwischen Sommer und Herbst. Die längste Dürre der Münchner Messreihe bleibt jedoch der Winter 1972/73: 36 Tage, in denen die Stadt trocken blieb.
Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst (Climate Data Center), Station München-Stadt, Zeitraum 1954–2026.
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