Längste Dürre in Frankfurt am Main: 37 Tage ohne einen einzigen Tropfen Regen

Aktualisiert: 2026-08-08

Vom 16. August bis zum 21. September 1959 blieb es in Frankfurt am Main exakt 37 Tage lang komplett trocken. Das ist die längste ununterbrochene Dürreperiode der Messgeschichte an der DWD-Station Frankfurt/Main seit Beginn der Aufzeichnungen. In diesen 37 Tagen fiel nicht ein einziger Millimeter Niederschlag – die Gesamtniederschlagsmenge der gesamten Periode betrug exakt 0,0 mm.

Die offizielle Messreihe der Station Frankfurt/Main reicht vom 1. Juli 1935 bis zum 6. August 2026. In diesen 91 Jahren gab es viele trockene Sommer und einzelne Dürresommer, aber keine Trockenperiode, die an die 37 Tage des Jahres 1959 heranreichte. Der spätsommerliche Dürrerekord aus dem Jahr 1959 ist bis heute ungebrochen.

Was bedeutet eine solche Dürre für die Stadt? 37 Tage ohne Regen mitten in der Vegetationszeit – der August und September 1959 waren eine harte Bewährungsprobe für die Landwirtschaft im Rhein-Main-Gebiet. Die Böden trockneten tief aus, Flüsse führten wenig Wasser, und die Fontänen in den Frankfurter Anlagen wurden zum Gegenstand täglicher Diskussionen über die Wasservorräte der Stadt.

Wie entsteht eine solche Trockenperiode?

Für eine Dürre dieser Länge braucht es eine außergewöhnlich stabile Wetterlage. In der Regel sorgte im August und September 1959 ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa dafür, dass atlantische Tiefausläufer weiträumig abgelenkt wurden. Wolkenfelder, die vom Atlantik heranziehen, verdampften über Deutschland oder zogen nördlich an der Alpenregion vorbei. Die Folge: Tag für Tag blauer Himmel, Tag für Tag kein Niederschlag.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Dürre ausgerechnet in einem Monat endete, der statistisch zu den regenreichsten der gesamten Periode gehört. Denn die Auswertung nach Monatsbeginn zeigt, dass trockene Phasen nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt sind, sondern deutliche saisonale Schwerpunkte haben.

Verteilung der Trockenperioden über das Jahr

Der DWD wertet aus, in welchem Monat die längsten Trockenperioden beginnen. Die folgende Tabelle zeigt für jeden Monat, wie viele Tage die längste ununterbrochene Dürrephase beträgt, die in diesem Monat begonnen hat – berechnet über die gesamte Messreihe von 1935 bis 2026:

MonatTage der längsten Dürre
Januar26
Februar21
März40
April32
Mai22
Juni25
Juli26
August32
September35
Oktober29
November33
Dezember27

Auffällig ist der März: Wenn dort eine Dürre startet, dann dauert sie durchschnittlich am längsten – die 40 Tage im März sind die längste im Jahresvergleich. Aber Achtung: Diese Tabelle zeigt nicht den Rekord der gesamten Serie. Die längste jemals gemessene Dürre in Frankfurt bleibt die vom 16. August bis 21. September 1959 mit 37 Tagen, und sie ist nur eine von mehreren Trockenphasen, die im August oder September beginnen.

Der September sticht mit 35 Tagen ebenfalls hervor – fast so lang wie der Gesamtrekord. Dagegen sind Dürren, die im Februar oder Mai beginnen, deutlich kürzer: 21 bzw. 22 Tage sind dort die Maximalwerte der gesamten Beobachtungszeit.

Der Sommer 1959 im Kontext

Die 37 Tage ohne Niederschlag vom 16. August bis 21. September 1959 markieren den Tiefpunkt einer ohnehin trockenen zweiten Sommerhälfte. Nach einem wechselhaften Juli setzte sich ab Mitte August eine Wetterlage durch, die über sechs Wochen lang keine nennenswerte Niederschlagsfront mehr nach Frankfurt durchließ.

Diese Dürre hat alle späteren Trockenperioden der letzten Jahrzehnte – einschließlich der heißen Sommer von 1976, 2003 oder 2018 – klar übertroffen. Das zeigt: Langanhaltende Dürren sind keine Erfindung der letzten Jahre, sondern ein wiederkehrendes Phänomen im Rhein-Main-Klima. Was sich jedoch verändert haben könnte, ist die gleichzeitige Hitzebelastung – darüber geben die reinen Niederschlagsdaten nur indirekt Auskunft.

Was bedeutet „Dürre" bei dieser Auswertung?

Bei dieser Auswertung zählt für die DWD-Messstation Frankfurt/Main nur der tägliche Niederschlagswert. Als Dürretag gilt ein Tag, an dem die gemessene Niederschlagsmenge exakt 0,0 mm beträgt. Die 37 Tage des Jahres 1959 enthalten also nicht einen einzigen Tag mit messbarem Niederschlag – auch kein Nieselregen, auch keine Taubildung, die von der Station registriert worden wäre.

Für den Alltag in Frankfurt bedeutete das konkret: 37 Tage lang blieb der Regenschirm zu Hause, die Gärten mussten künstlich bewässert werden, und die erste Herbstaussaat fiel auf staubtrockenen Boden. Dass die Dürre im September endete, zeigt die folgende Messung: Am 22. September 1959 muss es dann endlich wieder geregnet haben.

Meteorologisch bemerkenswert ist auch die Jahreszeit der Rekorddürre. Der August und September sind Monate, in denen das Niederschlagsregime in Frankfurt in normalen Jahren noch sommerliche Schauer und Gewitter bringt. Dass genau dort eine 37-tägige Pause entstanden ist, unterstreicht, wie außergewöhnlich die Wetterlage im Spätsommer 1959 war.

Datenbasis und Quellen

Diese Auswertung basiert auf den offiziellen Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Station Frankfurt/Main, für den Zeitraum vom 1. Juli 1935 bis zum 6. August 2026. Die Daten stammen aus dem Climate Data Center des DWD und werden von histoclima.com in der vollständigen Messreihe ausgewertet.

Für die Bestimmung der längsten Dürreperiode wurde die komplette tägliche Niederschlagsserie der Station herangezogen. Die Rekorddauer von 37 aufeinanderfolgenden Tagen ohne Niederschlag zwischen dem 16. August und dem 21. September 1959 bleibt damit der absolute Höchstwert im gesamten Messzeitraum.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station Frankfurt/Main. Auswertungszeitraum: 1935–2026.

HistoClima-Werkzeuge: entdecke das Wetter an deinem Geburtstag, eurem Hochzeitstag oder die Statistik deiner Geburtstagswoche.

Index der Klimadaten

Impressum und Datenquelle

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act