Aktualisiert: 2026-07-19
Vom 20. September 1949 bis zum 20. Oktober 1949 fiel in Berlin 31 Tage lang kein messbarer Niederschlag. Die Wetterstation Berlin-Tempelhof des Deutschen Wetterdienstes (DWD) verzeichnete damals die längste ununterbrochene Trockenperiode seit Beginn ihrer Aufzeichnungen im Jahr 1948. 31 Tage ohne Regen – das entspricht rund einem Monat und einem Tag, in dem sich der Himmel über der Hauptstadt kein einziges Mal öffnete.
In den fast acht Jahrzehnten seit 1948 hat keine andere Dürrephase diese Dauer von 31 Tagen erreicht oder übertroffen. Der Rekord stammt aus dem Spätsommer und Frühherbst 1949 – einer Zeit, die in den Geschichtsbüchern Berlins als trocken und sonnig vermerkt ist. Die Auswertung beruht auf den täglichen Niederschlagsmessungen der Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433) und umfasst den gesamten Zeitraum vom 1. Januar 1948 bis zum 16. Juli 2026.
Um die längste Trockenperiode zu ermitteln, zählt der DWD alle aufeinanderfolgenden Tage, an denen die Niederschlagssumme 0,0 mm beträgt oder der Messwert fehlt – also praktisch kein Regen fiel. Die Rechnung nutzt die sogenannte Gaps-and-Islands-Methode, die selbst kleinste Unterbrechungen in der Trockenphase erfasst. Im Fall von 1949 ergibt sich eine lückenlose Kette von 31 Tagen.
Umgerechnet bedeutet das: Mehr als vier Wochen lang blieben Regenschirme und Regenjacken in Berlin unbenutzt. Wer im September 1949 die Stadt besuchte, erlebte einen Herbst, der eher an einen verlängerten Spätsommer erinnerte. Der Oktober begann trocken und blieb es bis zum 21. – der 20. Oktober war der letzte regenlose Tag dieser Serie.
Nicht nur die absolute Rekordserie ist interessant. Der DWD hat für jeden Monat des Jahres die längste jemals gemessene Dürrephase in Berlin ermittelt. Die folgende Tabelle zeigt, wie viele Tage ohne Regen in den einzelnen Monaten maximal zusammenhängen – und zwar über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg.
| Monat | Längste Trockenperiode (Tage) |
|---|---|
| Januar | 17 |
| Februar | 21 |
| März | 30 |
| April | 21 |
| Mai | 23 |
| Juni | 20 |
| Juli | 21 |
| August | 24 |
| September | 30 |
| Oktober | 25 |
| November | 24 |
| Dezember | 28 |
Besonders auffällig: Der März und der September sind mit 30 Tagen die Spitzenreiter unter den Monaten. Der März erreicht fast die Jahresrekordmarke von 31 Tagen – und das in einer Zeit, in der eigentlich der Frühling beginnt und Niederschläge in Berlin nicht selten sind. Der September hingegen ist traditionell ein trockenerer Monat in der Region, was die lange Trockenperiode von 1949 erklären hilft.
Der Dezember bringt es immerhin auf 28 Tage – ein Wert, der zeigt, dass auch im Winter lange Dürrephasen möglich sind, wenn Hochdruckgebiete über Mitteleuropa blockieren. Am kürzesten fällt die maximale Trockenperiode im Januar aus: 17 Tage. Das ist noch immer mehr als zwei Wochen ohne Regen, aber im Vergleich zu den anderen Monaten die geringste Dauer.
Die längste Dürreperiode in Berlin seit 1948 beträgt 31 Tage. Das ist ein bemerkenswerter Wert für eine Stadt, die im Jahresmittel rund 550 bis 600 Millimeter Niederschlag erhält, verteilt auf etwa 170 bis 190 Regentage. Eine durchgehende Trockenphase von einem Monat ist also alles andere als alltäglich.
Zum Vergleich: Im März und September wurden nahezu ebenso lange Serien gemessen – jeweils 30 Tage. Es fehlt also nur ein einziger Tag, um den Rekord aus dem Herbst 1949 zu egalisieren oder zu brechen. Im Dezember ist eine Dürre von 28 Tagen dokumentiert, und auch der August kommt mit 24 Tagen nahe an die Vier-Wochen-Marke heran.
Diese Daten stammen von der offiziellen Wetterstation Berlin-Tempelhof, die seit 1948 ununterbrochen in Betrieb ist und als eine der Referenzstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gilt. Die Auswertung basiert auf der täglichen Niederschlagsmessung und ist nach den strengen Qualitätsstandards des DWD zertifiziert.
Wer nach Berlin zieht oder die Stadt besucht, sollte wissen: Lange Trockenperioden sind möglich, aber selten. Der Rekord von 1949 steht seit 77 Jahren – ob er jemals gebrochen wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: 31 Tage ohne Regen sind in Berlin noch nie übertroffen worden.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD) – Climate Data Center, Station Berlin-Tempelhof (Kennung 00433). Zeitraum 01.01.1948 bis 16.07.2026. Datenlizenz: GeoNutzV. Auswertung der längsten Trockenperiode (Tage mit Niederschlag = 0,0 mm oder fehlender Messung) mittels Gaps-and-Islands-Verfahren. Die monatlichen Maximalwerte beziehen sich auf den Beginn der jeweiligen Trockenphase.
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