Dauerfrost-Rekord in München: 33 Tage ohne Tauwetter

Aktualisiert: 2026-09-25

Es war der Winter, in dem München den Frost nicht mehr losließ. Vom 10. Januar bis zum 11. Februar 1963 blieb die Tageshöchsttemperatur an 33 Tagen in Folge unter dem Gefrierpunkt – kein einziges Tauwetter, kein milder Zwischentag. In diesen 33 Tagen fielen an der Station München-Stadt 22,1 Millimeter Niederschlag, und der kam praktisch ausschließlich als Schnee vom Himmel.

33
Tage Dauerfrost am Stück – 10. Januar bis 11. Februar 1963

Dauerfrost bedeutet: Die Tageshöchsttemperatur erreicht nicht mehr die Null-Grad-Marke. Es ist die strengste Form des Frosts, denn selbst mittags taut es nicht. Genau das ist der Maßstab, der in München über Jahrzehnte hinweg nur selten erreicht wird – und wenn, dann in zusammenhängenden Blöcken, wie sie der Deutsche Wetterdienst in seiner langen Messreihe dokumentiert.

Für die Station München-Stadt reicht die Reihe bis zum 1. Januar 1955 zurück; der jüngste vollständige Messwert stammt vom 31. Dezember 2025. In diesen 71 Jahren war ein Dauerfrost-Block über 33 Tage einzigartig: Der Wert von 1963 markiert die längste zusammenhängende Serie, die die Station in diesem Zeitraum zu verzeichnen hatte.

Warum der Januar 1963 in die Geschichte einging

Der Winter 1962/63 ist als einer der härtesten des 20. Jahrhunderts in Erinnerung – nicht wegen einzelner Kälte-Rekorde, sondern wegen seiner Zähigkeit. Ein stabiles Hoch über Skandinavien hielt die atlantischen Tiefs fern, und statt milder Westwinde strömte kontinentale Kaltluft nach Bayern. In München bedeutete das: Die Luft kühlte über dem verschneiten Boden immer weiter aus, und weil die Sonne zu schwach war, um die bodennahe Kälteschicht aufzulösen, blieb die Höchsttemperatur Tag für Tag unter null.

Der Niederschlag in diesen 33 Tagen war mit 22,1 Millimetern gering. Das passt zum Muster solcher Extremlagen: Es ist nicht der viele Schnee, der eine solche Serie erzeugt, sondern die beständige Wetterlage. Der wenige Schnee, der fiel, blieb liegen und verstärkte die Kälte zusätzlich, weil eine geschlossene Schneedecke die Sonnenstrahlung reflektiert und den Boden weiter auskühlen lässt.

Wann München am häufigsten im Dauerfrost steckt

Die Statistik zeigt ein klares Bild: Dauerfrost in München ist ein Phänomen des Hochwinters. Die längsten Serien beginnen im Januar, im November und im Dezember. Die folgende Tabelle listet für jeden Monat die längste Serie aufeinanderfolgender Tage mit einer Höchsttemperatur unter 0 Grad auf, zugeordnet zum Monat, in dem die Serie beginnt.

MonatLängste Serie (Tage)
Januar33
Februar17
März8
April1
Oktober1
November33
Dezember24

Zwei Zahlen fallen sofort ins Auge. Der Januar-Wert von 33 Tagen beschreibt die Serie von 1963, die bis tief in den Februar hineinreichte – deshalb tauchen ihre späten Tage auch im Februar auf. Der Wert von 33 Tagen im November überrascht dagegen auf den ersten Blick: Er zeigt, dass auch ein früher Wintereinbruch in München schon eine sehr lange Frostserie hervorbringen kann. Der Dezember kommt mit 24 Tagen knapp dahinter.

Der April und der Oktober erscheinen mit jeweils einem Tag in der Liste. Das ist kein Widerspruch zum Charakter dieser Übergangsmonate: Ein einzelner Eistag ist im April oder Oktober möglich, mehr als ein Tag Dauerfrost am Stück aber in München praktisch die Ausnahme.

Ein Tag Dauerfrost ist nicht selbstverständlich

Für ein Gefühl von der Größenordnung lohnt der Blick auf den späten Winter und das Frühjahr. Im März hält die längste zusammenhängende Frostserie 8 Tage – ein Monat, in dem die Spätwinterkälte noch einmal zuschlagen kann. Ab April ist die Serie auf 1 Tag am Stück zusammengeschmolzen.

Interessant ist auch die Jahreszeit am anderen Ende des Jahres. Der November taucht mit 33 Tagen in der Statistik auf, der Oktober nur mit einem einzigen Tag. Das beschreibt die Verschiebung des Wintereinbruchs: Der eigentliche Frostbetrieb der Station München-Stadt beginnt später im Jahr, im Herbst nur mit einzelnen Vorläufern.

Der Verlauf der Frostserien am Standort München-Stadt

Für jede Jahresreihe lassen sich die Serien aufeinanderfolgender Eistage ablesen. Die folgende Übersicht zeigt, welche längste Serie die Station in den einzelnen Monaten der Messreihe erreichte und wie sie sich über das Jahr verteilt.

Längste Dauerfrost-Serie pro Monat

MonatLängste Serie (Tage)
Januar33
Februar17
März8
April1
Oktober1
November33
Dezember24

Was der Rekord über München erzählt

33 Tage ohne Tauwetter sind für einen mitteleuropäischen Standort eine außerordentliche Größe. Was der Wert von 1963 zeigt, ist die Fähigkeit einer einmal eingestellten Wetterlage, sich über Wochen hinweg zu halten – und wie stark die Temperatur in einer Stadt dann dauerhaft unter der Schwelle bleibt. Wer heute in München wohnt und sich an einen strengen Winter erinnert, kommt dem Vergleich mit den dokumentierten 33 Tagen nicht ganz aus.

Die Zahlen stammen aus der Messreihe des DWD für die Station München-Stadt über den Zeitraum vom 1. Januar 1955 bis zum 31. Dezember 2025. Die längste zusammenhängende Serie mit einer Höchsttemperatur unter 0 Grad dauerte in diesem Zeitraum 33 Tage und erstreckte sich vom 10. Januar bis zum 11. Februar 1963.

Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station München-Stadt, Zeitraum 1. Januar 1955 bis 31. Dezember 2025.

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