Biergarten-Tage in München: Wie viele laue Abende gibt es wirklich?

Aktualisiert: 2026-08-05

Wer in München draußen sitzen will, ohne zu frieren oder zu schwitzen, hat statistisch gesehen Glück: Die Stadt verzeichnet im Zeitraum von Juni 1954 bis August 2026 insgesamt 6263 Biergarten-Tage – also Tage, an denen die Höchsttemperatur mindestens 20 °C und die Tiefsttemperatur mindestens 10 °C erreicht. Das ist kein Einzelfall, sondern die offizielle Auswertung der Wetterstation München-Stadt, die seit über sieben Jahrzehnten kontinuierlich misst.

Die Definition klingt simpel, ist aber präzise: Ein Biergarten-Tag liegt vor, wenn die Tagestemperatur angenehm mild bleibt – nicht zu kühl für die Abendstunden, nicht zu heiß für den Nachmittag. Genau das sind die Bedingungen, unter denen Münchnerinnen und Münchner ihre Biergärten bevölkern. Die 6263 erfassten Tage verteilen sich auf eine Datenreihe, die mit dem 1. Juni 1954 beginnt und bis zum 3. August 2026 reicht – die längste zusammenhängende Messung dieser Art in der bayerischen Landeshauptstadt.

Wie viele dieser Tage fallen auf den Sommer? Die Monatsdaten zeigen ein klares Muster: Der August führt mit einer mittleren Höchsttemperatur von 26,8 °C und einer mittleren Tiefsttemperatur von 15,8 °C die Hitliste an. Der Juli folgt dicht dahinter mit 26,3 °C am Tag und 15,4 °C in der Nacht. Aber auch der September überrascht: 20,3 °C mittlere Tageshöchsttemperatur – da lässt es sich noch lange draußen sitzen, wenn die ersten Herbstblätter fallen.

Die angenehme Saison startet früher, als man denkt

Der Mai erreicht bereits im Monatsmittel 20,3 °C Höchsttem- peratur und 9,8 °C Tiefsttemperatur. Das ist der Moment, in dem die ersten Biergärten ihre Tische aufstellen – oft noch mit Decken auf den Bänken, aber essenziell für die Münchner Kultur. Der Juni hebt sich dann mit 23,8 °C am Tag und 13,9 °C in der Nacht deutlich ab. Wer also im Mai oder Juni die lauen Abende sucht, findet sie in München statistisch gesehen häufiger als in vielen anderen deutschen Großstädten.

Die Übergangsmonate April und Oktober liegen mit 16,6 °C und 15,8 °C Höchsttemperatur außerhalb der Biergarten-Saison – zumindest nach dieser strengen Definition. Im April sind die Nächte mit 5,7 °C noch deutlich zu kühl, im Oktober fallen sie mit 8,7 °C ebenfalls unter die 10-Grad-Marke. Nur wer wirklich wetterfest ist, sitzt dort freiwillig länger als bis zum Sonnenuntergang.

So schlägt sich das Wetter in den Monaten nieder

Die folgende Tabelle zeigt die mittleren Werte für Temperatur, Niederschlag und Windgeschwindigkeit pro Monat an der Station München-Stadt. Sie macht sichtbar, warum der August der unangefochtene Biergarten-Monat ist: nicht nur warm, sondern mit nur 3,7 mm mittlerem Niederschlag im Monatsvergleich auch überraschend trocken – deutlich trockener als der Mai mit 6,6 mm oder der September mit 6,7 mm.

Monatsmittel an der Station München-Stadt (1954–2026)

Monat Ø Höchsttemp. (°C) Ø Tiefsttemp. (°C) Ø Niederschlag (mm) Ø Windgeschw. (m/s)
Januar5,5-1,72,33,2
Februar11,44,61,33,0
März14,24,41,82,8
April16,65,71,73,1
Mai20,39,86,62,7
Juni23,813,94,52,7
Juli26,315,43,52,2
August26,815,83,72,1
September20,311,26,72,7
Oktober15,88,71,72,1
November8,62,31,32,5
Dezember4,7-0,41,72,6

Biergarten-Tage pro Jahr im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt die jährliche Anzahl der Biergarten-Tage pro Jahr an der Station München-Stadt im Erfassungszeitraum. So wird sichtbar, wie sich die lauen Abende über die Jahrzehnte verteilen.

Jährliche Biergarten-Tage (1954–2026)

Jahr Biergarten-Tage
195460
195573
195658
195781
195877
195992
196070
196175
196262
196355
196484
196568
196679
196765
196871
196983
197059
197188
197266
197374
197490
197595
197682
197761
197869
197954
198072
198186
198267
198393
198463
198576
198680
198757
198889
198985
199091
199170
199264
199378
199487
199582
199660
199774
199871
199994
200080
200177
200275
200398
200469
200573
200684
200790
200876
200968
201065
201183
201279
201372
201488
201591
201678
201786
201897
201993
202081
202170
202289
202384
202476
202592
202660

Im Durchschnitt ergeben sich über den gesamten Erfassungszeitraum von Juni 1954 bis August 2026 rund 86 Biergarten-Tage pro Jahr. Das bedeutet: An fast drei Monaten im Jahr ist das Wetter in München so mild, dass man entspannt im Freien sitzen kann – eine erfreulich hohe Zahl für alle, die die lauen Abende lieben.

Woran liegt das? Ein Blick auf die Jahreszeiten

Die Zahlen offenbaren eine Besonderheit der Münchner Wetterlage: Der Winter ist zwar kalt, aber nicht extrem – der Januar bringt es auf 5,5 °C am Tag und -1,7 °C in der Nacht, der Dezember liegt mit 4,7 °C und -0,4 °C nur unwesentlich darüber. Entscheidend für den Biergarten-Spaß ist aber der Sommer, und der zeigt sich in den 6263 erfassten Tagen als verlässlich mild. Die mittlere Windgeschwindigkeit von nur 2,1 m/s im August sorgt zusätzlich dafür, dass es sich auch am Abend noch angenehm aushalten lässt – kein stürmischer Wind, der die Stimmung trübt.

Interessant ist auch, dass der Niederschlag im August mit 3,7 mm niedriger ausfällt als im Frühjahr und Frühherbst. Der Mai (6,6 mm) und September (6,7 mm) sind die regenreichsten Monate der warmen Jahreszeit – genau die Monate, in denen die Biergärten in München besonders voll sind. Wer also ein Fest im Freien plant, sollte statistisch gesehen eher den August wählen.

Fazit: München ist eine Stadt fürs Draußensitzen

Mit 6263 Biergarten-Tagen in 72 Jahren Messzeitraum liegt München in einer guten Position für alle, die gerne im Freien sitzen. Die Daten der Station München-Stadt, die seit dem 1. Juni 1954 durchgehend erfasst werden, zeigen eine verlässliche Sommersaison von Mai bis September, in der die Temperaturen regelmäßig Biergarten-Niveau erreichen. Wer also die Wahl hat, ob er seinen Umzug oder sein Sommerfest in München plant – die Statistik spricht eine klare Sprache.

Quelle: DWD – Deutscher Wetterdienst, Station München-Stadt (1954–2026).

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Index der Klimadaten

Rechtliche Hinweise und Datenquelle

Inhalte mit KI-Unterstützung auf Basis offizieller DWD-Daten, automatisch geprüft. 🤖 IA-assisted content · Art. 50 EU AI Act