Aktualisiert: 2026-08-05
40,3 Grad Celsius – das ist die höchste je an der Station Berlin Brandenburg gemessene Temperatur.
Dieser rekordverdächtige Wert wurde am 28.06.2026 registriert. An diesem Tag kletterte das Thermometer auf 40,3 °C – ein Wert, der die gesamte Hitzewelle des Sommers 2026 krönt und selbst die historischen Hitzesommer 2019 und 2022 deutlich übertrifft. Kaum zu glauben, aber im Juni 2026 wurden am Flughafen Berlin Brandenburg gleich zwei der fünf heißesten Tage seit Messbeginn 1957 verzeichnet.
Die Frage, die uns im Sommer alle beschäftigt: Wie oft wird es in der Hauptstadtregion wirklich unerträglich? Die offizielle Definition spricht von „Extremhitze“ oder einem „Heißen Tag“ ab einer Tageshöchsttemperatur von 35 Grad Celsius. Die gute Nachricht: Solche Tage sind in Berlin Brandenburg weiterhin die absolute Ausnahme – im langjährigen Mittel bleiben sie meist zweistellig, oft sogar im einstelligen Bereich. Doch die jüngsten Jahre zeigen eine klare Tendenz: 2022 und 2026 stechen mit besonders vielen Hitzetagen hervor, und die 38-Grad-Marke, die früher nur alle Jahrzehnte einmal fiel, wurde in den letzten Jahren gleich mehrfach geknackt.
Laut den Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Station Berlin Brandenburg (Zeitraum 1957–2026) treten Tage mit über 35 °C nicht jeden Sommer auf. Von 1957 bis 2026 gab es Jahre mit 0 solcher Tage – so zum Beispiel 1965, 1980, 1987 oder 1993 –, aber auch Sommer wie 2018 mit 32 heißen Tagen und 2022 mit 21. Die Spannweite ist enorm. Im Durchschnitt der gesamten Messreihe verzeichnet die Station nur wenige heiße Tage pro Jahr, wobei die Werte in den letzten Jahren deutlich über diesem Mittel liegen. Der bisherige Höhepunkt der Messreihe liegt beim Sommer 2026: An 12 Tagen kletterte das Thermometer auf mindestens 35 °C, und an 2 Tagen sogar auf über 38 °C – mehr 38-Grad-Tage als in jedem anderen Jahr der gesamten Serie.
Besonders bemerkenswert: Der Sommer 2026 hat die Hitze extrem gebündelt. Während im Schnitt der beiden Monate Juni und Juli nur 1,5 bzw. 1,0 Tage mit über 38 °C auftreten, fielen die extremen Spitzenwerte der Station in den Juni 2026. Die zwei Tage mit 40,3 °C und 39,5 °C am 28. und 27. Juni 2026 markieren eine bis dahin unbekannte Dimension. Zum Vergleich: Der bisherige Spitzenreiter vor 2026 war der 30.06.2019 mit 38,4 °C – ein Wert, der in der Serie davor nur einmal erreicht wurde (11.07.1959 mit 38,3 °C).
Konzentrieren wir uns auf die absoluten Ausreißer – die fünf extremsten Tage, die der DWD für die Station Berlin Brandenburg seit 1957 verzeichnet hat. Diese Liste zeigt eindrucksvoll, wie sehr die jüngste Hitzewelle die bisherigen Rekorde übertroffen hat:
| Datum | Temperatur (°C) |
|---|---|
| 2026-06-28 | 40,3 |
| 2026-06-27 | 39,5 |
| 2019-06-30 | 38,4 |
| 1959-07-11 | 38,3 |
| 2022-07-20 | 38,1 |
Die Tabelle macht deutlich: Drei der fünf höchsten jemals gemessenen Temperaturen stammen aus den Jahren 2022, 2019 und 2026 – die letzten Jahre haben die historischen Rekorde komplett neu sortiert. Der Wert von 38,3 °C aus dem Juli 1959 war über sechs Jahrzehnte lang der unangefochtene Spitzenreiter, wurde dann aber 2019 und 2022 übertroffen und im Juni 2026 regelrecht pulverisiert.
Die folgende Tabelle zeigt, in welchen Monaten solche extremen Temperaturen (über 38 °C) überhaupt vorkommen – und zwar als langjähriger Durchschnitt pro Jahr. Es zeigt sich: Extremhitze in Berlin Brandenburg ist ein reines Sommerphänomen, das sich auf Juni und Juli konzentriert.
| Monat | Ø Tage mit >38 °C pro Jahr |
|---|---|
| Juni (06) | 1,5 |
| Juli (07) | 1,0 |
Ein Wert von 1,5 bedeutet: Im langjährigen Mittel gibt es pro Jahr etwa eineinhalb Junitage mit über 38 °C – real ist es natürlich entweder ein oder zwei Tage. Im Juli ist es im Schnitt genau ein Tag. Alle anderen Monate bleiben komplett unter dieser extremen Schwelle. Das unterstreicht, wie außergewöhnlich die Hitze im Juni 2026 mit ihren zwei Tagen über 39 °C wirklich war.
Die große Tabelle zeigt die komplette Entwicklung. Sie listet für jedes Jahr die Zahl der 38-Grad-Tage, die Zahl der 35-Grad-Tage – also der heißen Tage im engeren Sinne – sowie die höchste gemessene Temperatur des jeweiligen Jahres. Die Werte sprechen für sich: Die letzten drei Jahrzehnte haben deutlich mehr Hitzetage geliefert als die ersten drei.
Die Grafik zeigt die vollständige Jahresreihe. Die Tabelle enthält die markantesten Jahre; die vollständige Reihe stammt vom DWD.
| Jahr | Tage ≥ 35 °C | Tage > 38 °C | Jahresmax (°C) |
|---|---|---|---|
| 1959 | 8 | 1 | 38,3 |
| 1993 | 0 | 0 | 29,8 |
| 2015 | 19 | 0 | 37,8 |
| 2018 | 32 | 0 | 38,0 |
| 2019 | 30 | 1 | 38,4 |
| 2022 | 21 | 1 | 38,1 |
| 2026 | 12 | 2 | 40,3 |
Der Blick auf die Jahrestabelle zeigt zwei Dinge deutlich: Erstens war 2018 mit 32 Tagen über 35 °C das extreme Spitzenjahr – ein Wert, der bis heute unerreicht ist. Zweitens hat der Sommer 2026 mit 2 Tagen über 38 °C und dem Rekordwert von 40,3 °C eine neue Qualität erreicht. Bemerkenswert ist auch, dass es Jahre wie 1993 gab, in denen das Thermometer keinen einzigen Tag über 35 °C stieg – ein kompletter Gegensatz zu den letzten Jahren.
Für alle, die die Hitze nicht mögen: Die offiziellen Klimadaten des DWD zeigen, dass die Häufigkeit von Extremhitzetagen in Berlin Brandenburg seit den 1990er Jahren zugenommen hat. Die letzten acht Jahre (2018–2026) enthalten einige der höchsten Werte der gesamten Serie. Ob dies ein vorübergehendes Phänomen oder der neue Normalzustand ist, muss die Zukunft zeigen – die Daten sprechen jedoch eine klare Sprache.
Quelle: Deutscher Wetterdienst (DWD), Station Berlin Brandenburg, Zeitraum 1957–2026.
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